Ranking-Faktor: Traffic

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rankingfaktor trafficWie bewegen sich die User zwischen SERPs und Domains? Neben den bekannten Ranking-Faktoren aus Technik, Backlinks und Content dürfte das ein immer wachsender Faktor sein.

Social Signals, Author-Tag und WDF*P*IDF sind die Buzzwords der vergangenen Monate/Jahre. Ich denke, Marcus Tandler hat in der SEOkomm-Keynote den Startschuss für das next big Ding abgefeuert. Und darüber werden wir reden müssen.

Bevor nun die einen wieder murmeln, dass das doch kalter Kaffee sei, und die anderen in Euphorie geraten, atmen wir auf SEO-Book tief durch und überlegen, worum es eigentlich geht. Hier leicht kommentierten Fakten, die ich auf den 420 Folien von Marcus finden konnte:

Werbe-Integhrationen aut Buildwith.com

Werbe-Integrationen aut Buildwith.com

  • Google+ ist auf 14 % aller Seiten installiert.
  • DubleClick (gehört Google) ist auf 15,75 % aller Seiten integriert.
  • Adsense ist auf 11,75 % aller Seiten integriert.
  • Die Google Toolbar ist in vielen Browsern installiert.
  • Google Analytics ist auf 62 % aller Webseiten installiert.
  • Fast jeder, der nach etwas sucht, findet das über die SERPs.

Die Zahlen (größtenteils von buildwith.com) zeigen überdeutlich, dass Google nicht nur bei der Suche stark ist – sondern sein Pixel auf so mancher Webseite hinterlassen hat. Marcus sprach davon, dass auf 75 Prozent aller Seiten eine Google-Integration zu finden ist.

Und viele dieser Integrationen sind sehr intelligent: Nicht nur die Toolbar kennt den gesamten Surf-Verlauf eines Users. Denn wenn ein User von Seite A auf Seite B geht und beide Seiten ihre Anzeigen via Doubleclick organisieren, bekommt Google ein Gesamtblick auf das Surfverhalten. Und zwar hinsichtlich Verweildauer, geklickten Links, Verhalten auf der Seite und dank AdWords-Testing teilweise auch hinsichtlich der Conversion.

Mit anderen Worten: Google weiß sehr genau, welche Seiten wie funktionieren. Ein Beispiel von Marcus: Ein User sucht nach einer Vorlage für einen Lebenslauf und sucht danach. Er gerät auf eine Seite mit einer Download-Empfehlung. Dort verbringt er etwas Zeit und klickt dann schließlich den Download an, der ihn auf die nächste Seite bringt. Auf der Zielseite verbringt er wieder etwas Zeit (weil er sich ja den Download holt). Danach geht er wieder auf Google und sucht z.B. nach “Friedrich Schiller Gymnasium”, weil er schauen will, ob sich seine alte Schule noch so schreibt wie früher. Das bedeutet:

Google kann sich also sicher sein, dass der User auf Seite 2 das gefunden hat, wonach er gesucht hat. Völlig ohne Author-Tag, Social Signals und WDF*IDF weiß Google, dass dort etwas zu finden ist, das für den Suchbegriff “Lebenslauf Vorlage” Sinn macht.

Ein ähnliches Beispiel: Der User kommt von der Suche auf die Kaufberatung aber findet sein Produkt in einem Shop. Was ist das bessere Ergebnis?

Ein ähnliches Beispiel: Der User kommt von der Suche auf die Kaufberatung aber findet sein Produkt in einem Shop. Was ist das bessere Ergebnis?

Ebenso kennt Google natürlich alle Shops, deren Besucher immer wieder kehren. Denen kann die Suchmaschine sicherlich mehr vertrauen als Shops, bei denen immer nur einmal gekauft wird. Oder wie ist das mit Nachrichtenmagazinen, deren Startseite pro Tag fünf mal von Usern angesurft wird? Sind die nicht interessanter als die anderen?

Und wenn auf GuteFrage.net die Antworten auf Fragen nach bestimmten Medikamenten immer bei einer bestimmten Gesundheits-Seite landen, könnte Google ja auf die Idee kommen, irgendwann die Gesundheits-Seite besser zu ranken als GuteFrage.net. Das würde sogar Sinn machen. Ebenso wie ein besseres Ranking für den Shop, auf den zahllose Affiliate-Seiten verlinken – die sonst nichts können.

Natürllich funktioniert das nur, wenn es hier um Massen-Daten geht. Und das ist auch die gute Nachricht für die Datenschützer: Google ist nicht an deinem persönlichen Kaufverhalten interessiert sondern an Benutzerströmen.

Der Ranking-Faktor Traffic ist also zwingend. Die Frage ist nur: Wann hat Google genug Daten dafür?

Tante G braucht also möglichst viele Benutzer-Daten, um die besten Suchergebnisse entdecken zu können. Dank Aquisitionen wie DoubleClick und immer besseren Services wie dem AdWords-Testing haben sich diese Datenmengen in den vergangenen Jahren ständig vergrößert.

Deshalb ist es nur logisch, dass diese Daten auch immer mehr genutzt werden. Vermutlich haben also beide recht: Die Kalter-Kaffee-Fraktion hat damit recht, dass das theoretisch schon immer ging. Aber es war angesichts geringerer Datenmengen halt nicht so attraktiv für Google. Auch die Enthisasmus-Fraktion hat recht, weil das wirklich gute Ergebnisse fördert und die Suchmaschine den Ranking-Faktor “Traffic” sicher begeistert in den Algorithmus einbaut. Doch das geht nur so stark, wie überhaupt Daten vorhanden sind. Das ist selbst heute sicherlich nicht ausreichend, um andere, bewährte Ranking-Faktoren auszuschalten.

Was bedeutet das nun für uns? Ist SEO nun tot? ;-)

Vielleicht war schon die eine oder andere Panda-Iteration eigentlich ein erstes Traffic-Update. Wir sollten aber sehr vorsichtig mit Mutmaßungen über solcher Rankingfaktoren sein. Es geht hier also – wie bei Social Signals, Author-Tag, WDF*IDF – nicht um eine Sau, die durchs Dorf gejagt wird, sondern um einen ernst zu nehmenden Faktor, der mit allen anderen zusammen eine zunehmend große Rolle spielen wird.

Das für Google daran wirklich Bestechende ist der eingebaute Spamschutz, die Unmöglichkeit, diese Faktoren nachzubilden. Es ist schlicht nicht machbar, den Besucher-Traffic so natürlich zu tweaken, dass das nicht schnell zu entdecken wäre. Daran ändern auch noch so viele E-Commerce-Reps in Indien oder Klick-Bots in der Ukraine nichts.

So bleibt der Rat, der immer wieder und immer mehr auf SEO-Konferenzen gegeben wird: Mach halt gute Seiten für deinen User!

Was meint ihr dazu?

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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3 comments
hallohallohallo
hallohallohallo

xx ist auf x% Seiten installiert.... Deutschlandweit oder auf der ganzen Welt?

eric108
eric108 moderator

 @hallohallohallo Mmmmmh, ich glaube nicht, dass buildwith nach Landesgrenzen sortiert und uns nur die deutschen Integrationen anzeigt...

 

Könnte aber schon sein. Muss ich wohl besser recherchieren und dort anrufen. Aber vor Januar hab' ich keine Zeit davor.

klickitseo
klickitseo

Hallo Eric, das sind sicherlich die richtigen Schlüsse, die Du aus der Keynote gezogen hast. Man könnte sogar fast noch sagen aus den meisten Vorträgen. Gut zusammengefasst und toll auf den Punkt gebracht!

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