TRG-Redaktionskalender: die monetarisierbare Zukunft im Blick

Bookmark and Share

“Wir möchten weder den dpa-Kalender ersetzen, noch sind wir ein Redaktion-Organisations-Tool. Der Fokus liegt auf reichweitenstarken Themen, die man im Web monetarisieren kann und die nicht überall zu finden sind”, erklärt Sebastian Cario den TRG-Redaktionskalender. Der ist nun  der Testphase entwachsen und kann von allen Publishern gebucht werden. Lohnt sich der Einsatz?

Sommerreifen, Schul-Ende und Schuhe: monetarisierbare Tipps im Überblick

Herkömmliche Redaktionen lassen sich vom dpa-Ticker durch den Tag jagen. Für eine gute Sichbarkeit in den organischen Suchergebnissen ist das jedoch eine schlechte Strategie. Denn Google setzt spätestens seit dem Freshness-Update verstärkt auf aktuelle Inhalte. Aber man kann doch nicht an alles denken…

Doch man kann: Die Hamburger Agentur TRG hat – zunächst für die eigenen Kunden – einen Redaktionskalender als Webservice entwickelt. Der erinnert die schreibenden Kollegen an all die Events, die nicht nur Traffic sondern auch Monetarisierung versprechen. Wir haben uns das Tools angeschaut.

Der Inhalt: handverlesen und umfassend

Das Wichtigste vorab: Jeder Event wandert vor der Aufnahme in den Kalender über den Schreibtisch einer Redaktion bei der TRG, die diesen auf Traffic-Potential und Monetarisierung prüft. Das Ergebnis ist in den kleinen Balken links unten (siehe) Bild zu erkennen. Der Geburtstag von Axel Springer hat also keine soooo hohe Traffic- und Monetarisierungs-Erwartung. Aber vergessen sollten man ihn trotzdem nicht.

Besonders charmant finde ich die Erinnerung an die Klassiker wie Sommerreifen und Sommerschuhe. Klar, weiß man, dass es sinnvoll ist, im Frühjahr dazu Inhalte zu erstellen oder eine Themenseite anzulegen. Aber wer denkt im Laufe eines vollgepackten Tages schon daran?

Natürlich gibt es (sortiert und portioniert) auch etwa innepolische Themen, Jubliäen und andere wiederkehrende sowie einmalige Events. Und wer sich doch vom Tagesgeschehen treiben lassen möchte, erhält über Widgets den Blick auf die gerade angesagten Themen bei Twitter, Wikipedia und Google.

Die Bedienung: intuitiv

Sehr übersichtlich und einfach zu bedienen. Auf einem Dashboard kann man sich verschiedene Kalender und Widgets (mit dem aktuellen Blick auf Twitter & Co) anzeigen lassen und dann in Detail-Ansichten springen.

Es ist auch möglich, eigene Termine zu erfassen und/oder einen Event zu “beanspruchen”. Beides richtet sich vor allem an größere Redaktionen, die ihre Event-Verwaltung damit organisieren können. Übrigens: Die eingegebenen Termine werden natürlich nur innerhalb der jeweiligen Redaktion angezeigt – andere Redaktionen profitieren davon nicht.

Ein wichtiger Anlaufpunkt für Detail-Recherchen ist die Suchfunktion. Hierüber kann man einzelne Termine – aber auch ganze Kalender finden, die sich z.B. um das Thema “Auto” drehen.

Die Zielgruppe: Redaktionen & andere

Es ist natürlich nicht einfach, traditionelle Redaktionen davon zu überzeugen, ein neues Tool einzusetzen. Schließlich ist man ja eh schon von reichlich Technik und Software umgeben. Deshalb arbeitet TRG auch derzeit an einer API, mit der die Daten auch in Enterprise-Contentmanagements Systeme übernommen werden können.

Bis dahin haben vor allem die Social Media Redakteure viel Spaß mit dem Redaktionskalender, da die überlicherweise weniger Berühungsängste zu neuen Tools haben. Aber selbstverständlich werden auch kleinere Redaktionen von Publishern darüber nachdenken, die Event-Recherche auszulagern.

Der Preis: ab 499 € (vorerst geteilt durch zwei)

Ganz billig ist der Webservice allerdings nicht. Das ist angesichts der manuellen Betreuung allerdings auch nicht verwunderlich. Da es sich jedoch um ein Monetarisierungs-Tools handelt, kann sich ja jeder selbst ausrechnen, ob sich der Dienst lohnt. Es gibt drei Preismodelle:

  • Starter (499 €/Monat): Ein Nutzer bekommt Zugriff auf alle Kalender und die Suche.
  • Desk (999 €/Monat): Bis zu 25 User erhalten Zugang und einer eine CvD-Schulung – also einen betreuten Einstieg. Außerdem gibt es in diesem Preismodell die freie Widgetwahl.
  • Unlimited (1.999 €/Monat): Die Zahl der Nutzer ist hierbei unlimited und hinzu komme auch eine Redaktionsschulung sowie eine Prozessbegleitung.

Bis zum 30. Juni gibt es übrigens noch einen 50%-Rabatt über die gesamte Vertragslaufzeit.

Hier gibt es mehr infos: redaktionskalender.de.

Fazit: Lohnt sich für manche Redaktionen

Diese Kosten muss man erst “herein-monetarisieren” damit sich der Redaktionkalender lohnt. Aber ich denke, bei größeren Redaktionen, wenn sie sich darauf einlassen, dürfte das nach etwas Übrung möglich sein. Auch kleinere Publisher aktueller Seiten können sich damit erheblichen Rechercheaufwand und vielleicht sogar Personal sparen.

In jedem Fall ist das Tool eine sehr gute Inspiration dafür, wie redaktionelle Arbeit auch redaktionell in die Prozesse eingbaut werden kann. Wer sich das anschauen will, kann sich via Webformular bei TRG melden. 

GD Star Rating
loading...
TRG-Redaktionskalender: die monetarisierbare Zukunft im Blick, 5.0 out of 5 based on 4 ratings

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Bookmark and Share
5 comments
Peer
Peer

499 EUR im Jahr sind doch noch vertretbar

Christoph Baur
Christoph Baur

Von der Idee her ein sehr schönes Tool, allerdings muss ich ehrlich sagen, dass man damit ja wunderbar die eigenen Themen/Ideen der TRG zuspielt. Klar, jetzt kann man wieder von Paranoia reden, aber ähnlich wie bei den SEO Tools hat ja auch hier der Anbieter Einblick in die Daten, nur dass er sie hier sogar ansehen "muss", damit er das Suchvolumen etc. prüfen kann... Also die Idee an sich ist natürlich hervorragend, aber ob das so gut ankommt bei den Redaktionen. Was meinen denn die anderen dazu?

eric108
eric108

Oh! Danke. Wird noch am Umzug liegen. Ich korrigiere! Da war noch ein relativer und kein absoluter Pfad drin...