"Credit wem Credit gebührt": Google unterstützt Syndication

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Mit einem Meta-Tag bringt die Suchmaschine den Verlagen das Geschäftsmodell “Syndication” wieder zurück.  Syndizieren von Inhalten war in Vor-SEO-Zeiten für Redaktionen nämlich ein wichtiges Geschäftsmodell. Damit erlauben sie anderen Webseiten ihren Content zu verwenden, die bezahlen dafür Geld und bieten ihren Usern redaktionell gute und interessante Inhalte. Ich muss das ein wenig erklären, weil es einige SEOs gibt, die glauben, man könnte Inhalte einfach so kostenlos “scrapen”.. ;-)

syndication source

Geschäftsmodell "Syndication" gerettet?

Das Problem bei der Syndication im Web: Häufig überholen die Inhalte-Einkäufer die Verkäufer im Rennen um die Plätze bei Google, weil sie die größeren und besser optimierten Seiten haben. Dann steht der Handy-Test der Redaktion XY bei Google zwar auf der Pole Position – aber auf der Seite von Portal YZ (das dann auch die Werbeerlöse einsteckt). Das ärgert die Redaktion und lässt sich auch finanziell nicht abbilden.

Zur Lösung des Problems haben wir deshalb bisher empfohlen, das Canonical-Attribut einzusetzen. Dieses muss der Content-Kunde einbauen und es zeigt auf die eigentliche Quelle. Eigentlich eine saubere Lösung, mit einem Haken: Die Einkäufer hatten meist keine Lust und auch keine vertragliche Verpflichtung, dieses Attribut einzubauen. Nun versucht Google, dies mit einem neuen Meta-Tag in den Griff zu bekommen, da das Canonical-Tag hierfür nicht optimal ist.

“syndication-source” und “original-source”

Damit soll der redaktionelle Inhalte-Käufer auf seiner Seite auf weitere Verwendungen seines Inhalts hinweisen bzw. Journalisten erhalten die Möglichkeit, eine erste Quelle zu nennen. Es gibt zwei Metatags, die das regeln:

  • Ein Content-Käufer (also der Käufer eines Inhalts) schreibt in die Meta-Tags seiner Seite diese Zeile: <meta name=”syndication-source” content=”http://www.publisherX.com/wire_story_1.html”> und zeigt damit, woher dieser ursprünglich stammt. Dieser Tag darf nur einmal verwendet werden.
  • Wird ein Thema von einer anderen Seite übernommen trägt der Publisher diese Zeile ein: <meta name=”original-source” content=”http://www.example.com/burglary_at_watergate.html”> und zeigt damit auf die Seite, die als erstes darüber berichtet hat. Dieser Tag darf mehrfach verwendet werden.

Google weist selbst darauf hin, dass man beim schnellen Einbau dieser Meta-Tags noch kaum einen Effekt spüren wird. Denn natürlich muss die Suchmaschine auch zunächst prüfen, ob das funktioniert. Mehr dazu auf dem Google News Blog.

Und falls sich ein Verlag oder ein Autor den Kopf darüber zerbricht, ob möglicherweise schon jetzt seine Inhalte woanders verwendet werden. Einfach mal bei Copyscape vorbei schauen und suchen. Das hilft!

Diese neuen Meta-Tags sind eine gute Nachricht für alle redaktionellen Inhalte-Produzenten. Denn wenn sich diese durchsetzen, ist das Geschäft “Syndication” wieder problemlos möglich und ein wirklicht attraktives Geschäftsmodell.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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