Der Title-Trick: Diesen Überschriften kann kein Leser widerstehen

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Gastartikel von Ludwig Coenen (siehe Autorenbox unter dem Beitrag)

Wie sind Sie gerade auf diesen Artikel gestoßen? Richtig, Link gesehen und darauf geklickt, weil etwas in Ihrem Kopf Ihnen gesagt hat “hm, vielleicht interessant, mal kurz reinlesen”…Klick. Was in diesem Link steht, speist sich fast immer aus dem Title, des Artikels, der Seite um die es geht.

Wenn es um Contentoptimierung geht – sprich: man möchte möglichst viele Leser über Suchmaschinen erreichen – ist also ein zugkräftiger Title ein essentieller Erfolgsfaktor. Und um genau diesen geht es in diesem Beitrag.

Überzeugt der Title nicht, schicken Sie den Leser zur Konkurrenz

Worauf ich hinaus möchte: Überzeugt der Title nicht, kommt die Message nicht an, Leser bei der Konkurrenz – dumm gelaufen. Findet sich der Link zu Ihnen auf einer Google-Ergebnis-Seite, ist er Teil des so genannten Snippets – also Ihres Teasers, der Ihren Artikel / Blogpost / Seite in Google repräsentiert. Falls Ihnen der Begriff Google-Snippet nichts sagt – das hier ist gemeint:

  • Die blaue Überschrift – das ist der Title der Webseite.
  • Der zweizeilige Beschreibungstext – das ist die so genannte Description.

Titles für den Leser relevant machen

Soweit die Basics. Nun ans Eingemachte: wie genau überzeuge ich denn nun den Leser, gerade auf meinen Title / Link zu klicken?

Dazu muss man sich zunächst klar machen: was geht in diesem Moment im Kopf meines potentiellen Lesers vor, den ich für meine Seite gewinnen möchte? Denn dieser ist ja nicht ziellos unterwegs, sondern macht höchstwahrscheinlich in diesem Moment gerade folgendes: Er scannt die Google-Ergebnisse zu seiner Suchanfrage nach…

  • einem aktuellen Artikel zu einem bestimmten Thema,
  • nach einer Seite, die ihm hilft, ein Problem zu lösen,
  • nach einer Seite, die ihm eine ganz bestimmte Information bietet,
  • nach einer Seite, die ihm hilft z.B. eine Kaufentscheidung zu treffen.

Was haben alle diese Motivationen gemeinsam? Der Nutzer muss anhand des Titles bereits erkennen können, ob Ihre Seite zu seinem Vorhaben passt.

Nutzer verbringen nur wenige Sekunden damit, die Suchergebnisse zu scannen. Wer da nicht auf den ersten Blick überzeugt, hat schlechte Chancen. Und die wenigstens Leser werden nur auf Verdacht eine Seite anklicken, um sich dann vom Inhalt überzeugen zu lassen – schließlich macht Lesen am Bildschirm nicht wirklich Spaß und wir haben alle keine Zeit zu verschenken. Das heißt, etwas abstrakter formuliert, der Title muss idealerweise folgendes transportieren:

  • Die Relevanz der Seite,
  • den Mehrwert der Seite und
  • einen Handlungsanreiz.

Diese drei Begriffe stammen nicht von mir, sie stammen vom Online-Marketing Guru Bryan Eisenberg der sie als “Conversion Trinity” geprägt hat, dort hießen Sie:

  • Relevance. Are you relevant to my wants/needs/desires (search query)? Have you maintained scent?
  • Value. Do I know why you are the right solution for me? Have you explained your value proposition/offer well?
  • Call to action. Is it obvious what I need to do next? Have you given me the confidence to take that action?

Ok, klingt gut? Werden wir konkret

Was heisst das jetzt für den Title? Dazu dröseln wir die abstrahierten Begriffe lediglich etwas auf und stellen einen Bezug zum Title her:

Call to Action” steht für mich dabei für den letzten kleinen Push, den man dem Leser gibt, um ihn zum Klick zu bewegen. Das Ganze funktioniert durchaus unterbewusst und soll natürlich nur ein Denkanstoss sein, wie man seinem Title noch etwas Drive verpassen kann:

  • Verb, Aktivität – “das kannst Du machen, wenn Du diese Information hast!”
  • Gibt es einen Reiz, Instinkt, Emotion die man antriggern kann? Z.B. Neugier, Angst, Spieltrieb, Freude usw.
  • Cliffhanger – ich mach’s spannend, fixe an, verrate aber nicht alles.

Sie sind der Artkel – wer braucht Sie?

Um hier einen einfachen Zugang zu finden, können Sie auch einfach den Spieß umdrehen: versetzen Sie sich in die Lage ihres Artikels, Sie sind Ihr Artikel und fragen sich: Wer braucht mich, für wen bin ich wertvoll? Und was würde dieser jemand suchen, um mich zu finden? Schreiben Sie das in Ihren Title mit hinein!

Mal ganz profan an einem Beispiel durch dekliniert, was ich meine:

Änderungen:

  • ADAC Skiguide 2012 = ADAC Skiguide – seriös + aktuell (Jahreszahl!) = relevant
  • Die besten Skigebiete der Alpen = nicht irgendwelche, die besten = Mehrwert!
  • “finden” = Call to Action, Handlungsanreiz

Änderungen:

  • Billigflieger-Tricks: … bei Easyjet & Co= worum geht es
  • Kostenfallen… vermeiden = Mehrwert und Handlungsanreiz

Noch ein paar Hinweise

Nicht vergessen: ein Title in einer Suchergebnis-Seite von Google zeigt nur 69 Zeichen – das Wichtigste muss also vorne stehen. Und auch nicht zu unterschätzen: wer mit seinen Inhalten erfolgreich Leser über Social Media also etwa Facebook, Google+ und Twitter erreichen möchte: hier gelten nochmal eigene ‘Gesetze’ – auf Facebook muss ein Title möglichst positiv und “likefähig” sein, um von möglichst vielen Nutzern weiter empfohlen zu werden.

Fazit

Das Ganze kann natürlich nur ein Denkanstoß sein – werfen Sie um Gottes Willen nicht jegliche Kreativität über Bord – Regeln sind da, um sie zu brechen. Aber dafür muss man ihrer erstmal bewusst sein ;-) Aber vielleicht hilft es Ihnen ja, mit Ihren Titles Leser für Ihre Inhalte zu gewinnen.

Weitere ausgesuchte Lesetipps zu dem Thema:

Mehr über das Thema auf der SMX 2012

Ist das Thema spannend für Sie und Sie besuchen die SMX 2012 in München? Dann hier ein Hinweis in eigener Sache:  dort wird dieses Thema im Panel „Killer Titel und Texte: was Sie von Redakteuren lernen können“ sicher auch eine Rolle spielen.  Also – save the Date: 28. März 2012 in München.

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Ludwig Coenen

Ludwig Coenen ist Inhouse-SEO, seine Spezialthemen sind Suchmaschinenoptimierung für Redakteure, SEO für Google News und Content-Optimierung. Neben Vorträgen zu dem Thema schreibt er darüber u.a. im Website Boosting Magazin und auf seinem Blog contentdriven.de. (Twitter)

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5 comments
Manfred Gottschling
Manfred Gottschling

hmm...

lustig ist das man es ja selbst weis ... aber all zu oft sieht man vor lauter Wald keine Bäume mehr - interessanter Artikel der mich mal wieder dazu bewegt mich auf die Basics zu konzentrieren ...

Timo
Timo

Guter Artikel. Regt mal wieder ein wenig zum Denken an und mir sind sofort 3-4 Titel in den Kopf gekommen, die ich hätte besser machen können :-)

Andy Lenz
Andy Lenz

Besten Dank für den Top Artikel. Echt das beste was ich je zum Thema gelesen habe!

Martin Missfeldt
Martin Missfeldt

Sehr schöner Artikel, Danke. Den Aspekt "Call-To-Action" würde ich allerdings nicht nur auf den Titel beziehen. Im Grunde kann man gar nicht alles in den Titel reinnehmen. "Das "Call-to-Action" ist für mich eher Bestandteil der Description, die man ja zumindest bei Google immer mit einbeziehen sollte. Title und Description können ihre Wirkkraft eigentlich nur zusammen entfalten, denke.

ludwig coenen
ludwig coenen

Danke für das Dein Feedback, Martin! Guter Hinweis, sehe ich ganz genauso wie Du: der Call to Action hat in der Description natürlich nochmal mehr Raum zu wirken als allein im Title. Und nur wenn beides zusammen 'gedacht' wird, holt man wirklich das Maximum raus. Ich wollte oben im Text aber einfach den Fokus auf dem Title lassen.

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  1. [...] SEO-Experte Ludwig Coenen hat zu diesem Thema einen tollen Gastbeitrag auf seo-book.de geschrieben. Erfahren Sie dort, wie man mit dem “Title-Trick” [...]

  2. [...] Der Title-Trick: Diesen Überschriften kann kein Leser widerstehen [...]

  3. […] Nicht vergessen, bei rund 50-55 Zeichen ist Schluss. Andernfalls wird der Title von Google gekürzt, was weniger zum Klicken einlädt. Gastautor Ludwig Coenen hat einen interessanten Beitrag darüber geschrieben, wie Titles zu unwiderstehlichen Klickmagneten werden. […]