Vor allem wegen der Überschrift reibt sich journalistischer Feingeist häufig mit harten SEO-Methoden. Der Vorwurf: Wenn das Keyword unbedingt in die Überschrift muss, dann werden aus klugen, lustigen, hintersinnigen oder poetischen Überschriften gemeiner Einheitsbrei. Nun ja, auf den ersten Blick ist da was dran. Aber auf den zweiten…
Ein Beispiel: Die Zeit Online überschreibt einen Artikel mit “Wir sind was wir spielen” – das ist intelligent, führt den Leser nicht in die Irre und macht Spaß zu lesen. Aber das ist gar nix für die Keyword-Density und führt den Robot auf den Holzweg. Deshalb steht darüber aber “Spieleforschung”! Das ist doch das passende Keyword. Also: Jeder Seitenbetreiber ist in der Lage, festzulegen, was Überschriften und was unrelevante Textstellen sind. Und die Forderung der Googleoptimierung besteht nicht in “langweiligen” Überschriften sondern darin, dass die Keywords auch dort stehen, wo eine Überschrift definiert wurde.
Kurze Bemerkung: Ich werde hier nicht erklären, wie aus dem <h1>-Tag eine schön formatierte Überschrift wird – das solltet ihr wissen oder zumindest den Techniker eurer Wahl fragen.
Also, was zeigt uns da die Zeit? Gönne dir die schönste und feinsinnigste Überschrift die dir einfällt und ignoriere dabei Google. Aber arbeite (auch für den User) mit einer Dachzeile oder eine Sachzeile (Unterzeile), in der das Keyword (und damit der Kern des Artikels) auch steht. So. Das war’s. Kurz und knapp, habe fertig!
Na ja, tatsächlich ist die SEO-Welt etwas komplizierter und ich will noch einige Detail-Informationen liefern. Zum Beispiel, welcher H-Tag wofür passt. Bekanntlich gibt es <h1>, <h2>, <h3>, <h4> u.s.w.. Logischerweise stellen diese in den Browsern eine absteigende Wertigkeit dar. Gilt das auch für Google?
Welche Relevanz haben die Headings heute?
Google will kein langweiliges, traditionelles SEO mehr, in dem die Keywords möglichst überall drin standen und das in der richtigen Keyword-Density. Deshalb können wir heute mit den Überschriften viel virtuoser umgehen, als noch vor ein oder zwei Jahren. Wichtig ist der Sinnzusammenhang und ein gutes Zusammenspiel der Headings mit dem Text
Grundsätzlich unsere Empfehlung:
Macht doch einfach eine wunderschöne Headline und eine sachliche Dachzeile:

Dies hat einen kleinen Nachteil: Denn besser wäre es, wenn die H2 im Code hinter der H1 steht (weil es einfach logischer ist). Aber auch da sollten wir heute lockerer bleiben, als wir das vor Jahren waren. Wer es aber ganz genau nimmt, macht halt lieber eine Sachzeile unter der H1 mit dem sachlichen Keyword. Oder ihr nennt halt die Dachzeile <h1> und die Headline <h2>. Auch das ist o.k..
Noch weitere Kleinigkeiten zu den Überschriften:
- Es gibt keinen Grund, jede Überschrift eines Teasers in der Randspalte mit <h3> oder so auszuzeichnen. Das sind “Randinformationen” die woanders hin führen und bezeichnen somit keinen überschriftswerten Inhalt. Deshalb: Überschriften gehören in den Content – nicht in die Ranspalte oder über andere “abseitige” Infomationen.
- Es gibt auf jeder Seite genau EINE <h1>-Überschrift, genau EINE <h2>-überschrift und maximal zwei oder drei <h3> bis <h5>-Überschriften. <h6> hilft der Optimierung wohl nichts mehr. Dann lieber mal was fett darstellen.
- Überschriften sind Text und keine Links: Auf der Homepage oder auf Channelseiten kann man die Überschriften der verlinkten Beiträge schon auch mal mit <h2> auszeichen und verlinken – warum nicht? Aber weshalb werden auf vielen Seiten die Überschriften zwar korrekt ausgezeichnet, dann aber mit dem Beitrag selber verlinkt? Ich glaube, das kommt von einigen Blog-Templates. Aber als funktionierender SEO-Trick ist mir das bisher noch nicht aufgefallen…
Alles klar? Und was ich damals, als der Artikel entstanden ist, als Fehler der ZEIT Online gesehen habe, ist nach der neuen Headline-Rechnung kein Fehler mehr.
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