Toolwatch: “The Summer of OnPage Optimierung”

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Die Zahl und Qualität der OnPage-Tools, die in diesem Sommer 2012 in oder aus dem Beta-Test geschlüpft sind, ist verblüffend. Das hat vermutlich einen guten Grund: Anfang 2011 hat der Panda die Augen wirklich aller SEOs für das OnPage-Thema geöffnet. Und 18 Monate lange braucht man offenbar, um ein vernünftiges Tool zu bauen. Wir haben uns  am Ende dieses “Summer of OnPage Optimierung” die neuen Tools angeschaut und berichten aus dem Maschinenraum.

Onpage Tools

Onpage Tools

Doch zunächst etwas ausdem Nähkästchen: Ursprünglich hatte ich vor, diesen Beitrag mit einer riesigen Tabelle aller Funktionen der OnPage-Tools zu garnieren. Die Tabelle gibt es auch – aber ich werde sie nicht veröffentlichen. Bei der Recherche in den Tools hat sich nämlich heraus gestellt, dass das nicht vernünftig wäre. Denn:

  1. Alle neuen Tools haben noch die üblichen Beta-Mängel. Doch wie soll ich eine fehlende Funktion in eine Tabelle einbauen – wenn sie doch garantiert bald kommt? Das wäre so oder so ungerecht.
  2. Die Vergleichbarkeit ist einfach nicht gegeben, da die Herangehensweise an die OnPage-Optimierung recht unterschiedlich ist. Der eine setzt auf gut organisierte Projektarbeit, der andere auf nerdige aber tiefe Informationen.
  3. Und nun unser Disclaimer: Mit unserer Agentur CONTENTmaufaktur GmbH sind wir enger Partner von Searchmetrics. Das heißt nicht, dass wir uns nicht auch andere Tools vorbehaltlos und intensiv anschauen. Aber ich habe – ganz persönlich – keine Lust, wegen einer nicht gefundenen Funktion da oder dort der Befangenheit beschuldigt zu werden oder Stress zu bekommen. Denn eines steht fest: Der Teich der Tool-Hersteller ist mittlerweile ein Haifischbecken. Hier geht es schon lange nicht mehr um gemeinsames Gattungs-Marketing sondern um Verdrängungswettbewerb. Schade eigentlich.

Außerdem bitte ich jetzt schon für alle übersehenen Features um Entschuldigung. Die Fülle der Tools ist so groß, dass ich von (fast) allen Tools begeistert bin. Im Grunde hat jedes seine Stärken und sein berechtigtes Einsatzgebiet. Und genau diese Einsatzgebiete werde ich versuchen, hier heraus zu arbeiten. Ich weiß, dass ich mich damit auf jeden Fall in die Nesseln setze und bitte deshalb darum, Kritik und Beschuldigungen nicht (wie in der Vergangenheit manchmal üblich) an andere sondern direkt an mich zu richten. Dann kann ich das hier korrigieren. Denn mein Ziel ist, hier  im SEO-Book nur wahre Informationen zu haben. Wer mit hiermit gemeint ist, wird das schon selber wissen…

Die Kandidaten

Da wir auch schon vor der Veröffentlichung der neuen Tools reichlich OnPage-Optimierung betrieben haben, habe ich die drei neuen Tools (Onpage.org, Searchmetrics Optimizer, Sistrix Optimizier) mit denen verglichen, die wir schon sehr gut kennen: die Google Webmaster Tools, den Spider Screaming Frog SEO Spider und strucr.com. Den AuditScore und den Keyword Page Optimizer von Searchmetrics lassen wir trotz bisher guter Dienste mal außen vor, da beide Tools angesichts der neuen Funktionen ein Auslaufmodell sind.

Ach so: Ich weiß, es gibt noch weitere Tools mit OnPage-Funktionen. Doch angesichts der Fülle und Qualität der vorgestellten Tools, hatte ich kein Bedürfnis, diese auch noch mit zu begutachten. Das tut mir leid. Aber ich ja kein Berufs-Publizist sondern muss neben dem SEO-Book auch noch einer geldbringenden Arbeit nachgehen…

Wie ein OnPage-Tool helfen kann

Eine gute Hilfe für OnPage-Optimierer: Google Webmaster Tools. Doch können die anderen mehr?

Eine super Hilfe für OnPage-Optimierer: Google Webmaster Tools. Doch können die anderen mehr?

Zunächst muss man sich darüber Gedanken machen, was man mit OnPage eigentlich meint und was man dabei tun will. Hier eine Liste von möglichen Funktionsbereichen eines OnPage-Tools:

  1. Crawling nach technischen Details und Meta-Tags
  2. Fehlerbehandlungen / Weiterleitungen
  3. Entdecken und Darstellen der Seiten-Struktur
  4. Übersicht und Detailsicht der internen Verlinkung
  5. Richness, Umfang und Targeting des Contents
  6. Relevanz der OnPage-Optimierung
  7. Organisation der OnPage-Optimierung

Und natürlich gibt es viele mögliche Einstellungen und Komfort-Funktionen, die bedient werden müssen bzw. können. Das werde ich jeweils in der Rubrik ansprechen. Also, gehen wir es an:

1. Crawling nach technischen Details und Meta-Tags

Der Überblick über Fehler und technische Details beginnt mit der Frage, welche Seite überhaupt gecrawlt werden kann. Google macht es mit den Webmaster Tools vor – und strucr.com macht es nach: Vor dem Crawl muss die Seite verifiziert werden. Keines der anderen Tools verlangt das – aber das kann auch den Beta-Standards geschuldet sein. Dafür ist aber das Crawling von strucr.com derart flexibel und einstellbar (durch Angaben in der robots.txt, nach Geschwindigkeit u.s.w.) – dass sich große Seiten dies nur wünschen können. Denn schon mit dem Screaming Frog SEO Spider kann man ja bekanntlich Kunden zeitweise abschießen…

Brav vom Tool - aber manchmal eine ärgerliche Hürde: Bei strucr.com und den Google Webmaster Tools muss verfiziert werden.

Brav vom Tool – aber manchmal eine ärgerliche Hürde: Hier bei strucr.com und bei den Google Webmaster Tools muss verfiziert werden.

Der Umfang der crawlbaren Seiten variiert zwischen 10.000 (Sistrix) und unendlich (Google Webmaster Tools). Strucr.com bringt es immerhin auf 10 Millionen Seiten!

Das Darstellen und die Fehlersuche innerhalb der Meta-Tags und dem Title-Tag machen eigentlich alle Tools mindestens ordentlich. Man bekommt überall Infos, welche Meta-Descriptions zu lang (oder zu kurz) sind, wie viel “noindex” auf der Seite zu sehen ist und so weiter. Überraschenderweise habe ich nur selten einen Hinweis auf doppelte Metatags gefunden. Das ist schade, denn ein leider häufiger Fehler.

Sehr cool und spart bei weniger hektischen Projekten Pingdom & Co: Serverüberwachung, hier bei Sistrix.

Sehr cool und spart bei weniger hektischen Projekten Pingdom & Co: Serverüberwachung, hier bei Sistrix.

Die echte Stärke im Crawling zeigen Onpage.org und Sistrix mit Performance-Statistik bzw. Server-Beobachtung. Wenn man es nicht stundengenau braucht, kann man damit durchaus seinen Ping-Dienst kündigen – und hat wieder ein Login weniger. Auch Details wie korrekte Dateinamen und korrekte URLs machen nur Onpage.org und strucr.com wirklich ordentlich.

2. Fehlerbehandlungen / Weiterleitungen

Richtig klasse: Die Übersicht und die Erklärungen zu den "Baustellen" der Seite auf Onpage.org

Richtig klasse: Die Übersicht und die Erklärungen zu den “Baustellen” der Seite auf Onpage.org

Bei der Frage nach den Fehlern auf der Seite und den Weiterleitungen sind die Tools doch sehr unterschiedlich. Natürlich bekomme ich von allen die 404-Fehler präsentiert und kann diese dann beheben. Die Frage ist nur: Wie bekomme ich sie präsentiert, welche Fehler gibt es und welchen Hintergrund haben diese? Hierbei wurde Onpage.org ja schon reichlich in den Himmel gelobt. Die vorhanden Reports über Fehler sind super erklärt und einleuchtend.

Die Serachmetrics Suite 6 ist bei der Fehlersucher aber auch sehr gut. Von mehr als 100 Metriken ist dort die Rede. Und ich habe einige Reports gefunden, die überraschend klingen aber sehr einleuchtend sind. Etwa die “Mischweiterleitung” bzw. die “Weiterleitungskette” – also mehrere 301-Umleitungen und das möglicherweise sogar auf 404-Seiten oder 302-Meldungen. Ein sehr wertvoller Bericht, wie ich finde. Ähnlich ist der auch bei Onpage.org und Sistrix zu finden. Besonders ausführlich und klug ist die Darstellung der Canonical-Tags bei strucr.com und auch bei Onpage.org und Searchmetrics. Eine Metrik, bei denen uns die Google Webmaster Tools noch nie richtig weiter geholfen haben – die aber “sauwichtig” sein kann.

Und so hat jedes Tool zig Metriken, mit denen mögliche Fehler gefunden werden. Diese sind zwar machmal so detailliert, dass man wirklich nicht alle beheben kann. Aber eine Anregung für die OnPage-Optimierung sind sie alle. Ganz ehrlich: Beim Testen der Tools bin ich auf viele sehr gute neue Ideen gekommen.

3. Entdecken und Darstellen der Seiten-Struktur

Vorbildlich gelöst: Welche Seiten sind auf welchem Klick-Level?

Vorbildlich gelöst: Welche Seiten sind auf welchem Klick-Level?

Wie sieht die Seitenstruktur genau aus? Welche Seiten sind auf welcher Klick-Ebene, was sagen mir die URL-Verzeichnisse und wie und wo habe ich Parameter in den URLs? Ich sage nur: Schaut auf Onpage.org und teilweise auf strucr.com. Hier tuen sich Searchmetrics und Sistrix schwerer, was aber auch der Struktur der Tools geschuldet ist: Denn der Ansatz von strucr.com und Onpage.orgist ein reiner OnPage-Ansatz – die Search Analyse Anbieter denken ihr Tool von den Keywords und den Rankings her. Aber ich könnte mir vorstellen, dass sich da noch etwas entwickelt. Bei Searchmetrics findet sich schon jetzt das Seitenlevel und die Zahl der eingehenden Links direkt bei den Fehlerlisten. Das ist zur Bewertung der Optimierung schon ein sehr großer Schritt.

Gut für die Priorisierung: Searchmetrics zeigt eingehende Links und Seitenlevel bei den Fehlern

Gut für die Priorisierung: Searchmetrics zeigt eingehende Links und Seitenlevel bei den Fehlern

4. Übersicht und Detailsicht der internen Verlinkung

Was ich nirgends gefunden habe und schmerzlich vermisse: Ich hätte gerne einen Report darüber, welche Seite intern mit welchen Keyword verlinkt ist. Denn ich gehe davon aus, das Google seit einigen Monaten genau darauf sehr genau achtet. Ein Königreich also für diesen Report. Falls ich ihn irgendwo übersehen habe, freue ich mich über eine Mitteilung. [Hinweis aus den Kommentaren: Bei onpage.org gibt es einen Report, in dem angezeigt wird, welche Anchor-Texte zu welchen Seiten zeigen – also “Tools” auf Seite x, y, z. Das ist schon ziemlich klasse. Jetzt fehlt mir doch der Report, mit welchen Texten auf bestimmte Seiten gezeigt wird – also auf Seite xy zeigen “n”, “m” und “v”.]

Ansonsten gehören Linkreports teilweise zur Standard-Ausstattung der Tools (z.B. Broken Links oder Links auf 301 Weiterleitungen). Besonders gut finde ich aber die Reports, bei denen sich Onpage.org und Searchmetrics abwechseln: Doppelte interne Linktexte auf einer Seite, doppelte interne Linktexte sitewide, doppelte externe Linkziele auf einer Seite und doppelte externe Linkziele sitewide. Der Sinn davon dürfte klar sein. Besonders dankbar bin ich Onpage.org für die Liste der externen Links – die bekomme ich nämlich sonst nur mit meinem Screaming Frog SEO Spider. Und ich finde, man sollte diese Seiten kennen…

Unnötige "Linktext-Verschwendung": Searchmetrics findet Link-Doupletten.

Unnötige “Linktext-Verschwendung”: Searchmetrics findet Link-Doupletten.

5. Richness, Umfang und Targeting des Contents

Ich war etwas überrascht, als ich sah, dass auch bei Onpage.org Keywords (z.B. als Import aus den Google Webmaster Tools) hinterlegt und analysiert werden. Wozu? Die Antwort findet man, wenn man über das Targeting nachdenkt. Denn nur damit liegt Onpage.org in diesem Punkt mit Searchmetrics und  Sistrix weit vor strucr.com: Passt eine Seite zum Keyword? Ist das Keyword im Title, in der Headline u.s.w.? Die Tools matchen Keywords und URLs und Searchmetrics gibt dem auch einen Wert, der dann im Laufe eines Projektes nach und nach verbessert werden kann. Wer weiß, wie sinnvoll ich organisiertes Projektmanagement finde, kann sich meine Begeisterung dafür vorstellen. Dafür sehe ich sogar über die Metrik “Keyword Density” hinweg, die wir ja aus unserem Vokabular gestrichen haben ;-)

Kommt die OnPage-Optimierung voran? Searchmetrics zeigt die Entwicklung.

Kommt die OnPage-Optimierung voran? Searchmetrics zeigt die Entwicklung.

Für die Rich Snippets (und die gehören meiner Meinung nach zum Content) braucht man weiterhin die Google Webmaster Tools. Auch wenn Onpage.org mit dem Author-Tag einen Anfang gemacht hat – da geht überall noch mehr. Klasse: Bei Onpage.org findet sch auch der Check, ob das Google Analytics-Pixel überall ein gebaut ist. Sehr hilfreich!

6. Relevanz der OnPage-Optimierung

Womit aber bei der OnPage-Optimierung starten? Der deutsche Ansatz ist ja, alle Fehler auszubauen. Aber das kann teilweise ziemlich lange dauern. Deshalb ist eine Priorisierung wichtig. Diese kann im Grunde nach zwei Kriterien erfolgen: Die Rankings der Keywords und die Wichtigkeit einer Unterseite innerhalb der gesamten Site. Searchmetrics macht dies durch die stark integrierte Einbindung des Optimizers in den Rest der Suite und lässt hinsichtlich des Ranking- und Potential-Kriterums keine Fragen offen. strucr.comgeht den anderen Weg: Hier gibt es zwei Metriken (PageRank und CheiRank) die die interne Verlinkung einer Seite beschreiben und dadurch die Wertigkeit von Seiten unabhängig von deren Keywords definieren. Das ist vor allem bei sehr großen Seiten häufig verblüffend und lehrreich.

Sehr genial: stucr.com errechnen einen internen PageRank (eingehende interne Links), einen CheiRank (ausgehende Links) und kombiniert diese!

Sehr genial: stucr.com errechnen einen internen PageRank (eingehende interne Links), einen CheiRank (ausgehende Links) und kombiniert diese!

Onpage.org erledigt beides mit dem “OPR-“Faktor, der die Relevanz einer Seite beschreibt und auch ein bisschen anhand der Keywords. Allerdings fehlt der noch an der einen oder anderen Stelle – etwa bei der Auflistung alller URLs.

7. Informationen und Organisation der OnPage-Optimierung

Captain OnPage motiviert einen durch die gesamte Optimierung - und erklärt, worum es geht.

Captain OnPage motiviert einen durch die gesamte Optimierung – und erklärt, worum es geht.

Hierzu würde ich am liebsten gar nichts sagen. Denn da sind die Überlegungen, wie man ein SEO-Projekt organisiert, offenbar sehr unterschiedlich. Während ich mich auf strucr.com durch einen Sack voller Informationen graben muss und auch für das Lesen des Help-Files eine Menge Fachwissen wichtig ist – bekomme ich bei Sistrix, Searchmetrics und Onpage.org zu den gefundenen Fehlern und Hinweisen mehr oder weniger ausführliche und verständliche Erklärungen.

Jede Optimierungs-Maßnahme kann bei Sistrix zur Aufgabe werden.

Jede Optimierungs-Maßnahme kann bei Sistrix zur Aufgabe werden.

Auch zur Organisation gibt es sehr unterschiedliche Konzepte. Die sollte sich aber wirklich jeder selbst anschauen. Während bei Searchmetrics auf Site- und Seitenbasis aggregierte Werte und Tabellen helfen sollen, gibt es bei Sistrix “Aufgaben”, die erstellt und erledigt werden können/müssen. Bei Onpage.orgbietet es sich eigentlich nur an, die Fehler von oben nach unten durchzuarbeiten…

Wenn es um Reports geht, bin ich ja ein ausdrückler Fan der Searchmetrics-Reports, die mit wenigen Klicks zusammen geschoben und regelmäßig generiert und versandt werden können. Wie das bei den anderen ist, habe ich nicht ausführlich recherchiert. Ich hoffe, da gibt es vernünftige Lösungen ;-)

8. Sichtbarkeit und Wettbewerber

Logisch: Sistrix und Searchmetrics zeigen in ihren OnPage-Tools auch eine “lokale” Sichtbarkeit – also auf der Basis der eingegebenen Keywords. Hierzu gibt es dann natürlich auch Wettbewerber, die Onpage.org dank importierter Keywords anzeigen kann. Ich muss allerdings sagen, dass mir das Tag-System von Searchmetrics, bei dem sogar Sichtbarkeit und Wettbewerber für einen Teil der Keywords analysiert werden können, vor allem bei großenSeiten, schon jetzt unverzichtbar erscheint. Doch das kann auch nur Gewöhnung sein, und bei den anderen gibt es ähnlich durchgängige Konzepte.

Die wahre Sichtbarkeit im eigenen Keyword-Set gibt es nun bei Searchmetrics (hier) und Sistrix.

Die wahre Sichtbarkeit im eigenen Keyword-Set gibt es nun bei Searchmetrics (hier) und Sistrix.

An dieser Stelle aber noch ein Hinweis auf die Google Webmaster Tools: Auch hier gibt es so etwas wie Sichtbarkeit und sogar Klicks. Und, ja, wir sollten damit vorsichtig umgehen – aber eine SERPs-CTR ist nun mal nirgends anders zu bekommen. Also schaut auch dort immer noch weiterhin rein.

Jedem OnPager sein Tool

Es ist also klar zu sehen: Jedes Tool hat seine Stärken. Von den Schwächen will ich gar nicht groß reden – das mach ich dann gerne im persönlichen Einzelgespräch… Ich kann nun zwar  nicht jedem Tool ein einfaches Attribut geben –  dazu sind sie zu neu und meine Erfahrung damit nicht lang genug. Doch ich kann meine Erkenntnisse so zusammen fassen:

  • Ohne die Google Webmaster Tools wird es auch in Zukunft keine professionelle OnPage-Optimierung geben. Aber ich denke, ohne mindestens eines der anderen Tools auch nicht.
  • Wer die Struktur von mittleren und wirklich großen Webseiten durchblicken möchte, wird um strucr.com nicht herum kommen. Hier sind zwar viele Funktionen (vor allem im Bezug auf Keywords) nicht vorhanden. Aber die technische Betreuung einer Seite ist damit top.
  • Onpage.org macht verdammt viel richtig und hat auch irgendwie  Suchtpotential. Wer kann schon die dicken roten Balken und den drohenden Zeigefinger von Capt’n Onpage links liegen lassen? Ich hätte nicht gedacht, was man alles in ein neues Tool einbauen kann…
  • Wer ein integriertes Tool für die gesamte Search Analyse benötigt, wird von den Optimiziern von Searchmetrics begeistert sein. Gerade in einem Enterprise-Umfeld ist die Integration und die Verbindung zwischen Keyword-Zielen und den technischen Aufgaben daran sehr charmant und nützlich.
  • Ganz ähnlich ist das auch bei Sistrix. Was mir dort gut gefällt, ist der Ansatz des Projektmanagements mit der Funktion “Aufgaben”. Doch der Sistrix Optimizer war das letzte Tool, das ich mir angeschaut habe – und da war ich schon von den anderen geblendet. Also, um es kurz zu machen: Ein echtes Urteil über den Sistrix Optimizer traue ich mir nicht zu. Deshalb bitte ich hier in den Kommentaren oder in meinem E-Mail-Postfach um Aufklärung.
  • Ohne meinen Screaming Frog SEO Spider will ich auch in Zukunft nicht arbeiten. Irgendwie gibt mir die Ansicht aller Informationen in einer einzigen Tabelle das Gefühl, viel zu wissen. Doch vielleicht ist es auch nur noch das Gefühl.

Fazit und Preise

Und was kosten die Tools? Das müsst ihr selbst heraus finden – denn das ist ein sicherlich sehr bewegliches, komplexes und unvergleichbares Feld. Ich will aber eines sagen: Wer seine Seite analysieren möchte, hat die Wahl zwischen mehreren Tools oder verdammt viel Handarbeit. Und keines dieser Tools kostet auch nur einen Bruchteil der Arbeitszeit, die anfallen würde, um diese Analysen zu bekommen – wenn dies überhaupt möglich ist. Deshalb sind die Kosten bei allen Tools schlicht zweitrangig.

Fest steht, dass die OnPage-Optimierung dank der Tools in diesem Sommer eine neue Dimension bekommt. Das gilt natürlich nur für mittlere bis große Seiten. Für einen Affiliate-Onpager brauche ich kein OnPage-Tool… Und fest steht auch, dass einem die Herangehensweise des Toolbetreibers passen muss. Deshalb solltet ihr euch vermutlich mehrere anschauen.

Das Tolle daran aber: Es gibt keinen Haken! Denn die SEO-Arbeit mit den OnPage-Tools liefert euch gleich einiges SEO-Wissen inklusive und kommt außerdem dem User zugute. Deshalb würde ich hiermit sehr gerne kräftig Gattungsmarketing betreiben:

Sucht euch mindestens ein Tool aus und fangt an. Los!

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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14 comments
seodeluxe
seodeluxe

Tolle Übersicht, vielen Dank dafür Eric! Eine schnelle Onpage-Analyse findet sich auch im Advanced Web Ranker (AWR), ich glaube aber erst ab der Enterprise Version. Ist im Endeffekt aber auch nur eine andere Darstellung der gleichen Infos wie die GWT.

Beste Grüße, Marcell

eric108
eric108 moderator

 @seodeluxe Ah! Der AWT, war auch mal mein Tool der Wahl. Stimmt, der kann auch interne Verlinkung checken. Danke für den Tipp.

grüße, eric.

eric108
eric108 moderator

 @termfrequenz THX Jens. Na ja, wenn man ohne Microsoft-Server auskommen muss/will, wird es damit schwierig. Aber in großen Projekten ist das natürlich ein super Tipp! Auch, weil dann der eigene Rechner nicht mehr ständig rödelt...

sjmweber
sjmweber

 @eric108  @termfrequenz das Microsoft-Tool kann auch problemlos (ok, innerhalb von den 50-60.000 maximal gecrawlten Seiten) anzeigen, welche Seiten mit welchen Linktexten von welchen Seiten angezeigt werden - dh genau das was du oben vermisst :-)

vanSEO
vanSEO

 @termfrequenz  @eric108  @AnkeProbst  @sjmweber Also gut Eric, ich opfere mich mal und installiere das auf meiner Windows-Kiste. ;-) Aber es sollte doch auch auf dem Mac möglich sein, das Ding zum Laufen zu bekommen, oder? Einfach ne Virtuelle Maschine installieren und in der VM dann Windows und eben den ISS bzw. das SEO Toolkit installieren. Mal so als Tipp für diejenigen, die nur mit einem Mac arbeiten. ;-)

sjmweber
sjmweber

 @eric108  ja, ich glaube das musst du ... und fürs Testen brauchst du keinen vollen Server, das Tool kann man auch auf einer normalen Windows-Kiste installieren. Das installiert den Server dann lokal mit, damit darf dich nur nie jemals ein Admin erwischen, denn da werden wohl auch Ports geöffnet die nicht geöffnet sein sollten :-P

eric108
eric108 moderator

 @sjmweber  @termfrequenz *grmpf* Sollte ich jetzt doch noch einen Microsoft-Server bei 'nem Hoster holen?

Danke fürs Appetitmachen ;-)

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  1. […] have them all. No wonder that there is quite some posting and discussion around those (and others). Over here there is a nice comparison on the mentioned three and matched against the Screaming Frog SEO Spider […]

  2. […] Keyword Relevanz, Redirects, Canonical Tags, Google Autorenlink etc. Hilfe bieten diverse Onpage Tools welche im vergangenen Jahr zahlreich aus dem Boden geschossen […]

  3. […] einer Artikelserie möchte das Team von Onpage.org (aufmerksame SEO Book-Leser kennen das Tool) Gutes tun und hat die Themen, die bei einer ordentlichen Onpage-Analyse anstehen, auf acht SEOs […]