Angebot angenommen: Erfahrungen eines Linkbuilders

Wir bekommen sehr viele Link- oder Artikeltausch-Anfragen. Allerdings tauschen wir weder Links noch Artikel – weil das SEO Book kein Bazar ist  sind sondern Nutzwert bietet. Ab und zu gehe ich trotzdem auf eine Anfrage ein, wenn sie freundlich und persönlich formuliert ist. Dann verweise ich auf unsere Regeln für Gastautoren  in denen Qualität und der Nutzwert unserer Artikel definiert wird – und höre meist nie wieder etwas von dem Linkbuilder.

Gastautor Johannes Heim

Nicht so bei Johannes Heim von twago, der Projektplattform für Freelancer im Online-Marketing. Er ist sofort auf mein Angebot eingestiegen und hat über seine Erfahrungen als Linkbuilder folgenden Beitrag geschickt. Urteilt selber, ob er seinen  Ansprüchen gerecht wird und ob da auch Nutzwert drin ist:

1. Welche Seiten schreibe ich an?

Prinzipiell ist jede Seite von Interesse, wenn es darum geht, möglichst viele Links zu bekommen. Allerdings sollten diese Seiten schon selber eine ordentliche Backlinkstruktur und – trotz aller Linkgier – eine gewisse Relevanz haben. Zielseiten sollten also von relevanten Domains verlinkt werden. Und, nicht vergessen: Jeder SEO wird irgendjemandem gegenüber Rechenschaft ablegen müssen, wo er Links gesetzt hat. Insofern ist es angeraten, einen aufmerksamen Blick über den Inhalt jeder Seite schweifen zu lassen, um zu überprüfen, ob man diese Seite vor seinem Auftraggeber als Verlinkungsort vertreten könnte.

 2. Wen schreibe ich wie an?

Es gibt zumindest bei deutschen Seiten fast immer aufgrund der Gesetzeslage die Möglichkeit, sich über das Impressum einen Ansprechpartner nebst E-Mail herauszusuchen. Ich versuche E-Mailformulare  und generelle Ansprachen („Sehr geehrtes Team des … Blogs“) zu vermeiden, aber manchmal sind diese Wege unumgänglich. Etwas Mühe beim Adressatensuchen wird aber belohnt.

Auch wenn auf der Zielseite bzw. dem gewünschten Blog, ein kumpelhafter Ton vorherrscht, so ist mit höflichen, klassischen Anreden die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion sehr viel höher. Das Anschreiben ist ja fast etwas so wie ein Bewerbungsschreiben oder ein „normaler“ Businesskontakt und sollte als ein solcher behandelt werden.

Wer einen Link setzen will, bietet zwar in der Regel zwar auch eine Gegenleistung und ist daher kein Outbound Call Center Agent, aber trotzdem sollte man nicht meinen, dass jemand automatisch verlinken möchte. Da man es ja immer noch auch mit SEO Anfängern oder Uneingeweihten in diesem Bereich zu tun hat, kann man auch nicht von jedem Verständnis für den eigenen Wunsch nach Linkbuilding voraussetzen.

3. Ich schreibe sie oder ihn nochmal an

Aus zwei Gründen sollte man eine Seite noch einmal anschreiben. Der erste Grund ist, dass man beim ersten Mal eine Kooperation gefunden hat (Artikel gegen Artikel oder Link gegen Link) die gut und reibungslos funktioniert hat. Dieser Kontakt kann, wenn er es nicht sowieso selber anspricht, noch einmal aktiviert werden. Oftmals verfügen Leute ja über mehrere Domains.

Der zweite Grund: Selbst wenn man beim ersten mal keine Antwort bekommen hat, kann die Seite ja immer noch als lukrativer Linkort erscheinen. In diesem Fall kann man ja noch einmal behutsam nachfragen, ob vielleicht doch Interesse an der angebotenen Kooperation besteht.

Während die erste Mail meiner Erfahrung nach immer zumindest  den Ansatz eines konkreten Angebotes enthalten sollte, muss diese zweite Mail klar stellen, dass man den Betroffenen nicht nerven möchte – aber das Interesse groß ist. Auf keinen Fall dürfen Kooperationsanfragen wie ein Massenmailing wirken oder sogar eins sein!

 4. Warum Artikel immer besser sind als ein einzelner Link

Wer die Wahl hat, sollte immer über einen Artikel und nicht nur über einen Link verhandeln. Denn Google misst Links im Content mehr Bedeutung zu als freistehenden einzelnen Links etwa auf einer Empfehlungsseite – wenngleich auch diese LinkJuice weiter geben und auf gut verlinkten Seiten deshalb ein attraktives Ziel sind.

Außerdem sollte man aber die Metaeffekte eines Gastartikels nicht unterschätzen. Wer den Artikel mit Interesse durchliest, der wird vielleicht sogar auf die darin enthaltenen Links klicken also sogar zur Conversion beitragen. Und das ist ja letztendlich das oberste Ziel beim Linkbuilding. Ergo: Wenn man nachhaltig arbeiten will, muss man an seine Gastartikel einen hohen Anspruch haben. Doch leider: Was man im Laufe seiner Arbeit an extrem schlecht gemachten, nur aus SEO-Gründen erstellten Homepages sehen muss, ist teilweise kaum zu ertragen und verdient von Googles Algorithmus verbannt zu werden.

Also: Wer höflich, aufrichtig und mit Nachhaltigkeit im Blick Linkbuilding betreibt, dem ist eine glänzende Zukunft im Bereich SEO beschieden.

GD Star Rating
loading...
Angebot angenommen: Erfahrungen eines Linkbuilders, 3.8 out of 5 based on 8 ratings

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentare (3)

  1. Simon

    Guter Beitrag!
    Besonders den Tipp mit gut geschriebenen Artikeln halte ich für essentiell in der Zukunft und sehr nachhaltig.
    Wichtig finde ich auch den Smell Test: ist die Linktauschseite nur zu diesem Zweck gemacht worden oder besitzt sie relevante Inhalte?

  2. Jennifer

    Is ein super Artikel, besonders da man sonst nicht so mitbekommt, was ein Linkbuilder so treibt! Daumen hoch….

  3. Pussy Cassy Shepard

    Ein super Artikel, der auch viele Tipps für Businesskontakte im allgemeinen beinhaltet. Insofern wirklich informativ und auf den Punkt gebracht, wenn das nicht mal sexy ist!

Kommentare sind geschlossen.