Die SEO-Zeitkiller des Jahres 2010

Haben wir unseren Job oder der uns im Griff? Na ja, die Antwort muss sich jeder selbst geben. Aber ich will mal kurz die Zeitkiller im zurück liegenden Jahr auflisten. Diese sind teilweise sehr SEO-inhaltlich und teilweise haben die mit Google-Optimierung nichts zu tun (gehören aber irgendwie dazu). Die Reihenfolge ist, sagen wir mal, beliebig:

Neue Dienste von Google, die nichts mit dem Suchindex zu tun haben. Wave, Buzz, Picassa, Talk, Knol u.s.w.: Alles, was Social Media ist, hat Google einfach nicht drauf. Mal schauen, ob sich das im nächsten Jahr ändert. Aber wie schlecht sind denn diese Dienste, wenn man sich dagegen so brilliante Dienste wie Google Webmaster Tools, Google Analytics oder Insights of Search anschaut?

Der Versuch, die optimale URL-Struktur perfekt abzubilden. Wir haben in der Beratung ja meist mit großen Webseiten zu tun. Und bei solchen Seiten kann man lange darüber philosphieren, welche Trennzeichen man in die URL bastelt und wie viele Verzeichnisebenen darin zu sehen sind. Und, und, und. Das ist bei solch großen Seiten ein echt großer Aufriss (häufig auch mit einer regelrechten 301-Kaskade) – den wir euch und uns einfach lieber sparen. Denn der Effekt ist dem nicht angemessen…

Eine Keyword-Density zwischen 5 und 8 % und Texte ab 300 Wörter. Erstaunlich, wie hartnäckig manche SEOs immer noch auf eine Keyword-Density und unfassbar lange Texte bestehen. Mir konnte bisher noch keiner nachweisen, dass eine Textwüste voller Wortwiederholungen für eine bessere Positionierung in den SERPs ist. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber der Grundsatz „Viel hilft viel“ gilt eben NICHT.

Pauschale Aussagen – egal, zu welchem Thema. In manche SEO-Konzepte gehören viele Backlinks, in andere viel Inhalt. In den einen Linkgraph gehören viele Massenlinks, in den anderen mehr Qualitätslinks. Bei der einen Seite brauche ich viel frischen Inhalt, woanders eher nicht so viel. Ausnahmslos jede Pauschalaussage ist Mist (was übrigens auch für diese gilt…). Kronzeuge dafür ist doch Marcus Tandler. Er liefert zwar die schönsten, knappsten und twitterfähigsten Zitate („f**k inspiration, get Links“, „Keywordlinks sind Bullshit“). Aber nachher quält es den Mediadonis doch sehr, wenn sich so zugespitzte Aussagen selbständig machen und unverdaut ohne ihren Kontext zu Pauschalisierungen führen. Deshalb sind wir uns sicher einig in meinem Ratschlag an euch, jedes umfassende SEO-Konzept das in einen Tweet passt, noch mal genauestens auf seinen Kontext zu checken 😉

Facebook. Ich habe mich davon überzeugen lassen, dass Twitter für SEOs sinnvoll und und unterhaltsam ist. Den Sinn von facebook leuchtet mir allerdings noch nicht ein.

Das Testen von gefühlten 50 neuen SEO-Tools, die im vergangenen Jahr erschienen sind. Was am Ende dann halt doch übrig blieb, sind die Searchmetrics Suite, die Sistrix Tools und das ganze Zeug (GWT, GA) von Google. Allerdings muss ich hierbei betonen, dass wir selber keinen Linkaufbau machen und deshalb bisher ohne die Cemper-Tools klar kommen.

Sinnbefreite Diskussionen in SEO-Kreisen über: StreetView, Backlinks von SEO-Blogs und – auch ein Klassiker – ob denn SEO nun vielleicht tot sei bzw. ob Social Media Marketing jetzt das neue SEO ist…

Ebenso dauert die Beantwortung folgender Fragen viel Analysezeit – allerdings mit zweifelhaftem Ergebnis:

  • Wie viel bringt diese Detail-Änderung oder jende Detail-Optimierung genau? (Das kann wirklich nur Tante Google beantworten… Bessere Frage: Was können wir noch tun?)
  • Warum bin ich mit diesem einen Longtail-Keyword von 18 auf 43 abgestürzt? (Erstens ist ein einzelnes Longtail-Keyword halt eben nur ein einzelnes Longtail-Keyword. Bessere Frage: Warum stehe ich mit 1500 Keywords auf der zweiten Seite und nur mit 300 Keywords auf der ersten Ergebnisseite?)
  • Wie lange dauert es, bis die Maßnahmen funktionieren? (Auch das beantwortet nur Google. Bessere Frage: Was können wir in der Zwischenzeit noch tun?)

Evergreens der Zeitverschwendung sind meiner Meinung nach „Typosquatting“ (das Optimieren auf Vertipper) und die Latent Semantische Optimierung (besser, man schreibt inhaltlich gute Texte, dann geht das mit dem Stemming und dem LSO fast wie von selbst).

Außdrücklich KEINE Zeitkiller sind (neben vernünftiger Arbeit)

Tick! Das wollte ich zum Jahresende noch mal kurz gesagt haben 😉

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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