Gefahrlos Inhalte syndizieren: Test zu "canonical"-Tag extern

Ich kann leider die Seiten nicht offen legen, mit denen wir das getestet haben. Aber ich kann beschreiben, was wir getestet haben: Ein eher allgemein gehaltenes Portal mit höherem Pagrank, mehr Sichtbarkeit und mehr Backlinks haben wir einige Inhalte von einem kleineren Special Interest Seite übernommen (SEO-Campixx-Teilnehmer wissen, welches ich meine…). Und wir haben das Canonical Tag in den Meta-Tags eingefügt.

Canonical Tag extern

Wir haben also den Ernstfall eines sehr üblichen Geschäftsmodells simuliert: Eine journalistische Special Interest Seite syndiziert („verkauft“) Inhalte an ein größeres, allgemeines Portal.

Das Ergebnis ist klar: Das Canonical-Tag tut alles wie erwartet

Da sich Google ja wünscht, jeweils die relevanteste Seite anzuzeigen, können wir davon ausgehen, dass auch der Robot Interesse daran hat, den Urheber (also die Special Interest Seite) aufzunehmen und zwar nun ihn. Dafür soll das canonical-Tag eine Hilfe sein.

Und: Es ist eine Hilfe. Wir sehen bei ausnahmslos allen „syndizierten“ Seiten, dass der Beitrag des Urhebers im Index bleibt – mit den gewohnten Schwankungen. Und der Beitrag des Portals ist in den ersten 100 Ergebnissen nicht zu finden.

Interessantes Detail: Die Seite mit dem Content des Portals ist zwar Index vorhanden (man kann sie über den Site-Befehl „site:domain.de keyword“ finden) – aber nicht in den Suchergebnissen. Selbst bei der Suche nach ganzen Text-Schnipseln zeigt Google die Portal-Seite nicht an. Mit anderen Worten: Der Content-Nehmer bekommt die Seiten im Index „gutgeschrieben“ und es ist damit zu rechnen, dass die internen Links darauf auch Pagerank und Trust weiter geben. Allerdings wird die Seite selbst nicht als relevantes Suchergebnis gewertet.

Fazit: Das Geschäftsmodell „Syndication“ funktioniert – wenn (fast) alle mitmachen

Dieses Ergebnis ist die Bestätigung der Hoffnung, dass Verlage auch in SEO-Zeiten gefahrlos ihre Inhalte verkaufen können. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Geschäftspartner (also das meist größere Portal) diese Inhalte nicht allein zum Zwecke der Google-Optimierung sondern für die User kauft – und dementsprechend den canonical-Tag einfügt.

Und wenn die anderen nicht mitmachen? Wenn sich also der Syndication-Kunde weigert, den Canonical Tag einzubauen bzw. richtig viel Geld dafür zahlt, wenn er ihn nicht einbauen muss? Nun, dafür haben wir eine weitere Theorie zur Rettung. Aber die müssen wir nun auch erstmal überprüfen…

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (7)

  1. Kevin

    Sehr interessant – bin auf den anderen Test gespannt. Denke man kann mit canonical so einiges anstellen.

  2. Benjamin

    Danke für diesen interessanten Test.
    Gut, dass ich auf der Campixx in deinem Vortrag war 🙂

  3. shan_dark

    Interessant – vielen Dank.

  4. Steffen01

    Wenn das jetzt noch konsequent Friendfeed und andere „seriöse“ RSS-Aggregatoren einführen würden, würde die angebliche Echtzeit-Suche wirklich Sinn machen …

  5. Pingback: Immer Freitag: Die Wordpress Kolumne mit Birgit Olzem – Ausgabe #5

  6. alles-mit-links

    Ein sehr interessantes Thema. Wenn das Das Canonical-Tag als Standard anerkannt wird, wirds ein stück besser im Web.

  7. Pingback: WordPress Kolumne #5: Wie füge ich Meta-Elemente in WordPress ein? | WordPress Training und Consulting

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