Google „Navigational“ Update: Brand-Panda im CTR-Pelz?

Da ist etwas „Großes“ im Google Algorithmus unterwegs. Jedenfalls legen das die Daten nahe, die Marcus Tober im Searchmetrics-Blog gestern veröffentlicht hat: Bei der Suche nach „Wikipedia“ oder „facebook account“ gibt es jetzt meterlang nur Fundstellen von Wikipedia oder eBay. Von Vielfältigkeit ist hier gar keine Rede mehr.

Man könnte das nun Brand-Update nennen, oder mit dem Panda in Verbindung bringen. Aber beides passt nicht so wirklich.

Hier einige interessante Fakten:

  • Bei Keywords wie „Wikipedia“, „Facebook Login“ gibt es auf den ersten dreißig Positionen (fast) nur Links zu deren Seite.
  • Wer nach „BMW“ oder „facebook“ (ohne „Login“) sucht, erhält aber doch wieder Vielfältigket.
  • Seiten, die dadurch verloren haben (z.B. Focus Online) verlieren zwar an Visibility – aber nicht auf der ersten SERPs. Es werden eigentlich nur die Ergebnisse weg gespült, die ohnehin weiter hinten liegen.

Die Nachrichten-Magazine haben alle kräftig verloren....

Während alle anderen fallen, steigt die erste SERPs (relativ) an. (hier die SZ)

Also: Was ist passiert? Ist’s wieder ein CTR-Ding?

Wie schon bei der letzten Panda-Iteration habe ich die Vermutung, dass es sich hier um ein kräftiges CTR-Update handelt. Oder nennen wir es es doch „Navigational“-Update. Ich weiß, das ist spekulativ – aber es gibt Indizien:

Erstens sind alle oben genannten Keywords, bei denen nur noch „eigene“ Domains zu finden sind, Begriffe, die man nur eingibt, wenn man schon ein klares Ziel hat. Wer „Facebook Login“ sucht, will keine Betrachtung der SZ zum Facebbook-Datenschutz. Oder?

Dass sich bei den Visibility-Verlierern die erste Seite so gut hält, zeigt ja, dass es nur um Keywords geht, die kaum geklickt werden.

Und schließlich gewinnt die Wikipedia dadurch nicht massiv – sondern verliert sogar an Sichtbarkeit.

Eine gewagte Theorie über den Algorithmus

Und jetzt noch eine gewagte Theorie darüber, was Google statt der verschwundenen Ergebnisse nun dort anzeigt: Mir ist auch aufgefallen, dass etwa für den Suchbegriff „Auto Motor Sport“ (der von Besuchern der etwas unglücklichen Domain www.auto-motor-und-sport.de eingegeben wird) zwar nicht nur AMS-Seiten zu finden sind – aber vor allem Seiten aus dem Konzern. Hier scheint also die interne Verlinkung eine Rolle zu spielen. Aber estens ist das natürlich höchst spekulativ. Und zweitens auch egal – denn wie oben gesagt, klickt das ja vermutlich eh keiner.

Was meint ihr dazu? Werkelt sich Google noch weiter in das Userverhalten hinein und gewichtet die SERPs-CTR noch viel, viel stärker als bisher?

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentar (1)

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