Nein, Contentfarmen kopieren keine Inhalte!

Ich weiß, die Welt ist kompliziert und das ist ärgerlich weil zeitraubend. Aber wir müssen diese Komplexität akzeptieren – sonst blickt ja niemand mehr durch. Warum ich das schreibe? Um Schaden von unseren Kunden und Seminarteilnehmern abzuwenden. Denn was man „da draußen“ über die aktuelle Algorithmus-Änderung von Google schreibt, ist nicht vereinfachend sondern schlicht falsch.

Um zu verstehen, was ich meine, zitiere ich beispielhaft die Internet World Business: „Dabei sind der Suchmaschine vor allem sogenannte Content-Farmen, die Inhalte anderer Seiten kopieren, ein Dorn im Auge. Mit ein paar Änderungen am Suchalgorithmus will Google nun dafür sorgen, dass diese Seiten nicht mehr vor dem originalen Inhalten angezeigt werden.“ Das ist schlicht falsch. Um die Internet World Business in Schutz zu nehmen: Damit ist das Blatt nicht allein.

  1. Contenfarmen kopieren keine Inhalte sondern produzieren unique also neue Texte für Keywords, von denen sie glauben, dass diese jetzt oder demnächst häufig gesucht werden.
  2. Die SEO-Modelle, die etwas mit dem Kopieren zu tun haben heißen „Scrapen“ (böse) und „Syndizieren“ (meist gut und manchmal sogar ein Geschäftsmodell). Beim Scrapen klaut sich jemand ungefragt den Inhalt einer anderen Seite. Beim Syndizieren erfolgt diese Contentübernahme erlaubtermaßen.

Cutts hat geschrieben, dass Änderungen in den Algorithmus eingespielt wurden, die die Spam-Quote senken sollen. Darunter eine Änderung, die etwas mit kopierten Inhalten zu tun hat. DIESE hat aber nichts mit Contentfarmen zu tun. Denn das Merkmal von Demand Media ist, dass es dort tausende schlecht bezahlte Menschen gibt, denen man oben ein Keyword einwirft und die dann unten einen Text raus lassen. Wichtigste Voraussetzung: Das soll KEIN Duplicate Content sein also nicht kopiert.

Zu schlechten (nicht kopierten) Inhalten hat Matt Cutts woanders geschrieben, dass in dem aktuellen Update ein besserer „Document-Level Classifier“ eingeführt wurde, der Spam (im Sinne von schlechten Inhalten) schwerer macht, zu ranken. Der solle spammige Wortwiederholungen, typische Formulierungen und automatischen Blogspam erkennen. Das scheinen für Google wohl die Definitionen von „mindere Qualität“ zu sein.

Über die Qualität, die auf der Strecke bleibt, wenn jemand für 3 Dollar bzw. in 10 Minuten 300 Wörter über die französische Revolution schreibt (und DAS ist doch eigentlich das Problem von Contentfarmen) hat Matt Cutts nix gesagt. Das ist dann wieder eine andere Diskussion, die ich hier jetzt aber gar nicht anschneiden wollte.

Mir war es nur wichtig, den Unterschied zwischen kopierten und schlechten Inhalten heraus zu arbeiten. Beides i st Spam, gegen beides kämpft Google – aber es ist nicht das Gleiche! Und wenn man eine Seite zu optimieren hat, sind die jeweiligen Maßnahmen extrem unterchiedlich…

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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