Neuerscheinung: „Texten für das Internet“

Das Web ist verdammt schnell, deshalb war es eine gute Idee, den Rageber „Texten für das Internet“ komplett zu überarbeiten. Und? Ist’s gelungen? Ist das das ca. 200 Seiten lange Buch von Ulrike Grafberger und Thomas Hörner ein „Must“ für Qualitäts-SEOs? Ich finde: „ja, trotzdem“.

Und diese Unentschiedenheit lässt sich einfach begründen: Erstens erläutern die Autoren sehr schön, wie das Medium „Text“ im Web funktioniert und deklinieren alle Daseinsformen des geschriebenen Wortes durch. Hier geht es nicht nur um Webseiten, sondern auch um AdWords, Affiliate Marketing, Facebook und sogar E-Mails.

Diese Teile des Buches – und auch die Hinführung, wie Menschen Texte am Bildschirm wahrnehmen – finde ich sehr hilfreich. Nicht zuletzt, weil es nahezu perfekt zu den Aussagen passt, mit denen wir unsere Teilnehmer in den Seminaren „quälen“. Ich finde in dem Büchlein also auch so etwas wie ein „Proof of Concept“. Das ist immer prima. Schön auch, wie die Texterei auf die Gesetze des Sehens („Gesetz der Ähnlichkeit“, „…der Nähe“, „… der Geschlossenheit“ u.s.w.) herunter gebrochen wird. Inklusive guter Beispiele und einigen Zusatzinfos. Sehr schöne Checklisten runden die Praxistauglichkeit ab. Fein!

Was mir nicht so gut gefällt

Es gibt einige web-philosophische Punkte, die ich einfach anders sehe. In Kapitel 3.6. fällt der irgendwie nicht tot zu bekommende Spruch „Die Textmenge sollte den Leser vom Umfang her nicht erschlagen.“ Das ist meiner Meinung nach Unsinn. Erstens habe ich noch niemals davon gehört, dass ein Internet-User erschlagen vor seinem Bildschirm aufgefunden wurde. Und zweitens kann viel Text sehr wohl sehr erfolgreich sein. Es kommt nur darauf an, wie er präsentiert wird. Außerdem habe ich irgendwo gelesen, dass die Wikipedia (nicht gerade ein Medium, bei dem auf kurze Texte geachtet wird) ganz gut funktioniert…

Aber das sind wohl wirklich Philosophie-Fragen. Was mich tatsächlich etwas nervt, sind einige Aussagen über SEO, die zumindest mal nicht mehr aktuell sind. In Kapitel wird die Keyword Density als sinnvoller Wert („zwischen 2 % und 8 % aller Wörter“) empfohlen. Und in Kapitel 3.3. wird empfohlen, das Keyword-Metatag mit allen möglichen Begriffen voll zu stopfen. Beides sind Aussagen, die man 2013 nicht mehr so gerne in einem – gerade aktualisierten – Ratgeber liest.

Trotzdem: kaufen und lesen!

Egal: Wer das hier liest, ist vor solchen Aussagen ja ziemlich sicher. Denn wir halten EUCH ja auf dem aktuellen Stand der SEO-Dinge. Deshalb kann ich das Buch „Texten für das Internet“ bedenkenlos empfehlen. Ihr schaut euch den reinen Textteil an – und überblättert die SEO-Sachen darin.

o.k.?

GD Star Rating
loading...
Neuerscheinung: "Texten für das Internet", 3.8 out of 5 based on 4 ratings

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentar (1)

  1. ceewee

    „Erstens habe ich noch niemals davon gehört, dass ein Internet-User erschlagen vor seinem Bildschirm aufgefunden wurde.“   –  Das liegt wohl an einem Reflex der User kurz bevor dies eintrifft auf das „X“ zu klicken.

Kommentare sind geschlossen.