Schneller, größer, toller: Caffeine ist online

Gestern hat Google stolz verkündet, dass nun das neue „System“ Caffeine online ist. Angekündigt war es testweise vor fast einem Jahr und Matt Cutts lies es wahrscheinlich erscheinen, dass Caffeine zum Jahreswechsel eingeführt wird. Nun, ein paar Monate später ist Caffeine also da. Stellt sich die Frage: So, what? Kurze Antwort: Der Index soll nun um 50 Prozent aktueller sein als vorher und er ist nun schlicht größer.

Caffeine

Im offiziellen Google Blog wird das etwa so erklärt: Da der User ja nicht live im Web sondern auf dem Index von Google sucht, ist es höchste  Zeit gewesen, das bisherige System zu renovieren. Die Datenmenge wächst schließlich ebenso wie die Vorkommen von Videos, Bildern, News, Tweets u.s.w. Eine Webseite heute ist viel multimedialer und komplexer als je zuvor. Um dieser Situation (und den gestiegenen Nutzer-Erwartungen) Herr zu  werden, wurde Caffeine gebaut.

Auf dem Bild oben hat Google versucht, den Unterschied darzustellen: Der  alte Index hatte verschiedene Schichte (Layer) mit unterschiedlicher Aktualität. Um einen der Layer zu aktualisieren, musste zunächst das Web abgesucht und die neuen Seiten eingebaut werden. Das konnte auch schon mal ein paar Wochen dauern.

Das geht natürlich in Zeiten von Twitter nicht mehr. Und tatsächlich: Dieser Beitrag hier wird wenige Sekunden nach dem Tweet dazu bei Google zu finden sein. Das funktioniert nun sehr gut – via Caffeine.

Mit dem neuen System wird das Web in kleinen „Portionen“ analysiert und der Index ständig und weltweit angepasst. Wenn Google eine Seite oder eine neue Information auf einer bestehenden Seite findet, kommt das sofort in die Suchergebnisse.

Das heißt, man ist  schneller mit neuen  Seiten enthalten. ABER das heißt auch (jetzt aufgepasst) dass man mit alten, nicht so ganz aktuellen Seiten auch eher von der ersten Ergebnisseite verschwindet. „Freshness matters“ also nicht nur für die Benutzer – sondern auch für die Seitenbetreiber. Genauso wird es zunehmend wichtig, die Erwartungshaltung von Google an Webseiten (aktueller, multimedialer) zu erfüllen…

Auf all das ist Google fürchterlich stolz und verweist auf fast 100 Millionen Gigabyte Speicher in einer Datenbank (und, hey, das IST viel). Man bräuchte, so der absurde Verweis, 625.000 iPods um das zu speichern. Diese würden, nebeneinander  gelegt, 40 Meilen lang sein.

Nun, und jetzt sag noch mal jemand, Google liebt nur relevante Informationen 😉

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (2)

  1. Marcus

    Mal sehen, wie lange Google noch auf Twitter zugreift, wenn die weiter so laggen, wie sie’s hete tun. 😉
    Siehe hier:
    http://mashable.com/2010/06/09/twitter-is-so-10-minutes-ago/

  2. Pingback: Hummingbird: Stell dir vor, es gibt ein Riesen-Update - und keiner merkt es - Allgemein -SEO Book

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