SEO Ranking Faktoren 2013 und welche Strategien (nicht) funktionieren

Willkommen im Jahr 2013! Es wird Zeit für die innere Navigation: Auf was konzentrieren wir uns in diesem frischen Jahr – und worauf nicht? Für meine Leser und für mich deshalb meine Gedanken zu den SEO Faktoren und den Publisher-Strategien der Zukunft.

seo ranking faktoren 2013

SEO ändert sich. Ständig. Im Jahr 2011 änderte Google seinen Algorithmus ca. 500 mal. Das jedenfalls sagte Matt Cutts, Googles Spamjäger und SEO-Szene-Sprachrohr. Im Jahr 2012 werden es noch mehr Änderungen gewesen sein. Wer weiß, wie viele Änderungen Google im Jahr 2013 in die Suchergebnisse einbaut.

SEO bleibt wie es ist. Immer. Sein Ziel hat Google nicht verändert: Die jeweils besten Inhalte für die Suchanfragen der User liefern. Wenn eine schlechte Seite die Rankings anführt, ist das ein Bug von Google. Und wer auf einen Bug optimiert, muss damit rechnen, demnächst selbst weg-optimiert zu werden. Deshalb bedeutet SEO für uns seit jeher: Möglichst gute Inhalte so zu veröffentlichen, dass Google verstehen kann, wie toll dieser Content ist.

Zwischenbemerkung: Was machen wir da eigentlich?

Vielleicht sollte man ein anderes Wort für „SEO“ oder „Suchmaschinenoptimierung“ erfinden. Viele versuchen es ja mit der Berufsbezeichnung „Online Marketer“. Aber das passt nicht für mich. Denn ein echter Online Marketer wird sich auch mit E-Mail-Marketing, AdServern und Markenbildung in Sozialen Netzen beschäftigen. Und ich finde, jeder sollte das machen, was er am besten kann. Newsletter-Spam gehört in meinem Fall nicht dazu.

Wir könnten uns auch „Web-Berater“ oder „Analyst“ oder sonstwie nennen. Doch auch das trifft es nicht. Wir, in der CONTENTmanufaktur, machen zwei Dinge: Umfassende SEO-Beratung für eher komplexe Webseiten und Produktion von hochwertigen, handgeschnitzten Inhalten. Linkbuilding, Social Media Gedöns und das Schalten von AdWords unterstützen wir – machen es aber nicht selbst.

Aus dieser Perspektive heraus, hier meine strategische und sicherlich nicht vollständige Sicht:

1. Veränderte Faktoren

  • Der Autor spielt eine zunehmende Rolle. Denn er ist im besten Falle ein vertrauensbildender Faktor. Aber: Es geht nicht darum, an jeden Beitrag *irgendeinen* Autor zu schreiben – sondern um vertrauenswürdige Urheber…
  • Social Media: Ob die Social Signals nun schon einen Einfluss haben oder nicht – ist ein unnötiger Szene-Streit. Denn wir müssen alle davon ausgehen, dass Shares, Likes, Tweets, und Plusses ein schönes Signal für gute Seiten sind. Sie gehören in den Algorithmus und werden darin stärker werden. Außerdem ist Social Media eine zunehmend wichtige Traffic-Quelle geworden. Nicht in allen thematischen Gebieten – aber in vielen.
  • Responsive Webdesign: Das klingt jetzt ein bissen nach Off-Topic. Doch Desktop-Rechner werden zunehmend zu Dinosauriern. Gesucht wird immer mehr mit Notebook, Tablet oder Handy. Und schon allein, weil das beste Suchergebnis auch auf das Anzeigegerät passen muss, wird Google noch stärker darauf achten, dass sich unsere Webseiten an die Form schmiegen.
  • Local: Wie unbefriedigend die Web-Suche nach einem Dachdecker oder einem Zahnarzt heute noch sein kann, wissen wir alle. Lokale Webverzeichnisse und Ärzteportale haben es geschafft, dass man statt eines guten Treffers in der Nähe nur Datenmüll bekommt. Schuld daran sind natürlich auch die lokalen Firmen und Freiberufler, die keine Ahnung und keine Lust haben, eine halbwegs vernünftige Seite zu bauen. Deshalb gehört Google Places sicherlich ein relativ großes Stück der Such-Zukunft.
  • Traffic-Daten: Dank Google Analytics, DoubleClick, AdSense & Co hat Google mittlerweile eine ordentliche Grundlage dafür, welche Seiten wirklich geklickt werden – und welche nicht. Die Frage ist nur, wie stark die Suchmaschine den Traffic in den Algorithmus schon einberechnet. Keine Frage ist, dass dieser Einfluss wachsen wird.
  • Werbung auf den Seiten: Das Layout-Update Anfang 2012 war nur ein Warnschuss vor dem Bug. Erstens, weil jemand, der auf seiner Seite mehr Werbung als Content hat, einfach keine gute Content-Seite hat. Und zweitens, weil die Vorwärtsintegration in seiner Wertschöpftungkette Google dazu zwingt (!) Werbekonkurrenten aus dem Weg zu drängen. Auch Google ist „nur“ eine Aktiengesellschaft.
  • Linkbuilding: Nun, hier spielen SEOs und Google Katz und Maus. Um das Linkbuilding hat sich eine Ökönomie entwickelt, die den Konzern in Bedrängnis bringt. Deshalb ändert sich hier eh jedes Jahr viel. Ich denke, die Bedeutung von Links wird weiter abnehmen – zugunsten von anderen Faktoren (s.o.).

2. (Weitgehend) unveränderte Faktoren

  • „Klassisches“ Onpage: Im vergangenen Jahr hatte das Thema „Onpage“ durch zahlreiche Tools einen scheinbaren Hype. Allerdings nur „scheinbar“. Denn die Tools haben die Arbeit zwar extrem einfacher und billiger gemacht. Doch mit 404-Seiten, Site-Performance, Title-Tags und vernünftiger HTML-Programmierung haben sich ordentliche SEOs schon im vergangenen Jahrtausend beschäftigt.
  • Keyword Targeting: So nenne ich mal alles, was unter „Keyword-Density“, „WDF*P*IDF“, „Snippet-Gestaltung“ u.s.w. fällt.Und trotz „SEO-Wort des Jahres 2012“ ist auch diese WDF-Sache kein neuer sondern ein neu ausgegrabener Faktor – unter vielen. Merke: Bei Google sitzen nicht nur ein Haufen Mathematiker, die nach Linkmustern suchen sondern auch viele Linguisten und Mathematiker, die nach Sprachmustern suchen. Google erkennt einen guten Content immer noch nicht zuverlässig, wird aber immer besser…
  • Medieninhalte: Es ist geschätzte vier Jahre her, dass wir SEOs die Universal Search entdeckt haben. Möglicher Traffic via Image-Search, Kunden über die Shopping-Snippets und YouTube-Publikum für die eigene Seite. Diese OneBoxen bieten immer noch ein riesiges Potential und wir sollten sie nicht aus den Augen verlieren.
  • Technische Brillanz: Man muss auch mal sagen, dass es beim Publizieren im Web allgemein und beim Verständlichmachen der eigenen Inhalte für den Google Robot auch um verdammt viel Technik geht. AJAX, Rich Snippets, HTML5, externe Schnittstellen und so weiter sind Kompetenzbereiche, die sich lohnen – wenn man sie „drauf“ hat. Wer mit einem zehn Jahre alten System publiziert und sich über Googles hohe Ansprüche an alles mögliche beschwert, ist armselig!
  • Verständnis für den User: Man könnte das auch „Keyword-Recherche“ nennen. Wenn ich nicht weiß, wie meine Kunden suchen, werde ich Ihnen auch keine vernünftige Antwort liefern können.
  • Benutzerverhalten: Spätestens seit dem Panda im Jahr 2011 ist klar, dass sich Google mit der SERPs-CTR, der Bouncerate und der Verweildauer von Benutzern auf Webseiten beschäftigt. Deshalb ist es ein unveränderter Faktor, dass man tatsächlich gute Inhalte machen sollte…

Abraten würde ich im Jahr 2013 folgenden Strategien:

  • Datenbank-Publishing: Damit ist gemeint, Inhalte von irgendwelchen Datenbanken in Webseiten zu gießen, ein paar SEO-Ralleystreifen dran zu malen und sich selbst die Daumen zu drücken. Man sollte es kaum glauben, aber das machen immer noch einige… Dazu gehört übrigens, das „Übersetzen“ von Daten in einen Standard-Shop. Auch das funktioniert meiner Meinung nach nicht mehr…
  • Community: Wer noch auf einer ganz o.k. laufenden Community sitzt, sollte sich trotzdem an den Gedanken gewöhnen, dass diese noch weiter erodieren wird. Und das liegt nicht nur an Google.
  • Seiten, die sich mit Geschäftsmodellen von Google, Amazon, eBay und Apple anlegen: Google baut an einem Hotelfinder und liefert Flug-Daten. Wird es dann wohl Sinn machen, eines von beiden zu bauen? Ich meine: Nein! Wer noch einen funktionierenden Hotelfinder hat, kann davon sicher noch gut leben – sollte aber neue Pläne für die weitere Zukunft machen.
  • Seiten, die ein trendiges US-Startup klonen: Warum ist das eine schlechte Idee? Ein kleiner Test: Welchen deutschen, erfolgreichen Twitter-, Facebook-, eBay- oder sonstwie-Klon kennt ihr? Keinen? Ah… Danke für die Antwort.
  • Bewertungs-Portal: Davon gibt es genug und da ist die Luft draußen.
  • Preisvergleich: Davon gibt es genug und da ist die Luft draußen.
  • Frage-Portal: Davon gibt es genug und da ist die Luft draußen.

Gute Konzepte sind dagegen alle Seiten, die mit Enthusiasmus und Engagement für User gemacht werden. Wer ein funktionierendes Offline-Geschäftsmodell hat, kann um dieses fast immer ein Online-Modell bauen und die vorhandenen Plattformen (Amazon, Google Places, App-Stores u.s.w.) als Trittbrett nutzen.

Ebenso denke ich, dass „Navigatoren“-Seiten eine große Zukunft haben: Keine Bewertungs-Portale, auf denen möglichst viele Produkte *irgendwie* veröffentlicht werden – sondern Seiten, die den durch das Überangebot verunsicherten Konsumenten eine echte Hilfestellung anbieten.

Kurz gesagt: Mach eine Seite, auf die du so stolz bist, dass du sie allen deinen Freunden zeigen möchtest. Dann ist das sicher eine gute Seite!

GD Star Rating
loading...
SEO Ranking Faktoren 2013 und welche Strategien (nicht) funktionieren, 4.3 out of 5 based on 33 ratings

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentare (21)

  1. seokai

    Hervorragender Artikel Eric!

  2. eric108

    @seokai Danke Kai! (BTW: Bist du morgen telefonisch zu erreichen?) 😉

  3. 2punkt

    Local – local – local !! Das wird der Bringer im kommenden Jahr!

  4. modmoc

    Super Artikel, viele Dank 😉

  5. thelemann

    2013 wird ähnlich wie 2012 – der Begriff SEO wird weiter verwaschen- na dann lasst uns mal schnell einen besseren Begriff finden – Vielleicht Webmaster 🙂

  6. sallythegirl

    Wirklich interessanter Artikel

  7. AlexeQuiring

    Sehr guter Artikel und eine klare Ansage für den Tourismus von Eric: „Google baut an einem Hotelfinder und liefert Flug-Daten. Wird es dann wohl Sinn machen, eines von beiden zu bauen? Ich meine: Nein! Wer noch einen funktionierenden Hotelfinder hat, kann davon sicher noch gut leben – sollte aber neue Pläne für die weitere Zukunft machen.“

  8. dominicthimm

    Alles nichts neues, aber schön zusammengefasst. Ich glaube alle sind am grübeln, was denn eigentlich noch ein SEO ist und für mich werden das zukünftig die „Internet-Versteher“ sein. Also die Experten, die immer gefragt werden können – damit braucht man auch weniger teuere SEOs 😉

  9. dominicthimm

    Alles nichts neues, aber schön zusammengefasst. Ich glaube alle sind am grübeln, was denn eigentlich noch ein SEO ist und für mich werden das zukünftig die „Internet-Versteher“ sein. Also die Experten, die immer gefragt werden können – damit braucht man auch weniger teuere SEOs 😉

  10. eric108

    @dominicthimm Das gefällt mir gut! Ich schreibe mir jetzt „IV“ auf meine Visitenkarte 😉
    Dass ich als IV aber billiger bin als SEO wage ich zu bezweifeln….

  11. ManfredLeisenberg

    @

  12. ManfredLeisenberg

    Sehr bemerkenswerte Zusammenstellung, die ich in den kommenden Tagen mit meinen Studenten auswerten werde

  13. eric108

    @ManfredLeisenberg Ich freue mich auf ein Feedback!

  14. ManfredLeisenberg

    @eric108  @ManfredLeisenberg …auf jeden Fall, ml

  15. DaaMarco

    Gut zusammengefasster Artikel, denke aber, dass Google in Zukunft auch mehr Branchen- und Herkunftsspezifisch bei den Suchergebnissen differenzieren wird bzw. werden muss. 
    Es muss einfach auch Rücksicht darauf genommen werden, wie der Durchschnitt einer gewissen Branche (sowohl aus Unternehms- als auch aus Kundensicht) sich bereits mit Internet, Social Networks, Suchanfragen, SEO etc. beschäftigt.
    Es steht wohl außer Frage, dass der Tourismus im Verhältnis sicherlich schon 2 Schritte weiter ist als beispielsweise Zoofachhändler. Hier herrschen einfach andere Voraussetzungen, die sich auch in den Suchanfragen bereits wiederspiegeln.
     
    Gleiches gilt auch für die unterschiedliche Nutzung der Suchmaschine (und des Internets allgemein) in verschiedenen sozialen und demographischen Schichten der Erde.
     
    Könnte mir auch gut vorstellen, dass zukünftig auch zB andere Ergebnisse bei gleicher Suchanfrage je nach Alter und Geschlecht des Benutzers ausgegeben werden (zusätzlich zu den ohnehin schon variierenden Suchergebnissen nach demographischen Werten und Empfehlungen durch Networks).

  16. Pingback: SEO News: A quiet start to a vigorous year

  17. karlakoi

    Es gab einen erfolgreichen Facebook Klone und einen erfolgreichen eBay Klon (Alando). Die Sawmers haben es auch bedauert, den Klon frühzeitig verkauft zu haben, weil der Wert auf das X-fache gestiegen ist

  18. Pingback: 50 SEO Rankingfaktoren für Dokumente - Seokratie

  19. 121WATTT

    Schöne Zusammenfassung Eric, ich verstehe mich aber trotzdem noch als Online Marketer, wenn ich hier kommentiere und das auf Twitter 121wattt  und Facebook teile bin ich ja schon mitten  drin im Social Media Gedöns 🙂
    Bis bald mal wieder zum Mittagessen
    Alexander

  20. Pingback: SEO-Tipps 2013 | Königsliga

  21. Breitung

    Meine Empfehlung für den Beitrag. Fast alles sehe ich auch so, bzw. gibt es den einen oder anderen Punkt, den ich in meine Optimierung mit aufnehmen werde. Stillstand ist somit gleich Rückschritt, es gibt immer viel zu tun 🙂

Kommentare sind geschlossen.