SEO? Was bringt das eigentlich?

Was ist denn eigentlich das Ziel eines SEO-Projekts? Und ich frage in diesem Fall mal nicht die Kunden sondern euch SEOs da draußen. Ist das Ziel eurer Bemühungen eine gute Position in den Suchergebnissen? Nein, denn für „Wälzfräsmaschinen Abdeckhaube“ schafft das jeder… So leicht kommt ihr hier nicht weg.

Sind vielleicht viele Besucher von Google ein gutes Ziel? Irgendwie auch nicht – denn es kommt darauf an, ob es die richtigen Besucher sind und was die dann auf meiner Webseite machen. Ah, geht es um hohe Umsätze im Affiliate-Account? Hohe Umsätze im Shop? Tolle IVW-Zahlen? Super Markenbekanntheit? Weltfrieden? Oder, und das ist ernst gemeint: Braucht unser Kunde vielleicht wirklich nur eine gute Position für irgendein exotisches Keyword, weil seine B2B-Geschäftspartner darauf schauen?

Hand aufs Herz: Was sind die Ziele eurer Kunden? Kennt ihr die? Wirklich?

Ich will aus meiner Projektmanagement-Vergangenheit eine Handvoll Regeln los werden, die für jedes Projektziel dieser Welt gelten und die man auch auf SEO anwenden kann. Vorausgesetzt, man möchte das professionell betreiben.

  1. Es gibt immer ein Ziel. Natürlich will jeder Kunde mit allem was er tut ein Ziel erreichen. Auch, wenn es ihm das vielleicht selber nicht klar ist. Vielleicht will er einfach mehr Traffic – egal wo. Oder mehr Umsatz – egal, wie viele Besucher er hat. Sicher ist: So lange ihr es nicht mit spielenden Kindern zu tun habt, müsst ihr immer davon ausgehen, dass es irgendein Ziel gibt. Und es ist besser, dieses Ziel VOR dem Projekt zu kennen als danach.
  2. Der Kunde formuliert das Ziel. Da wird es schon schwierig, aber ihr solltet ihn zumindest darum bitten. Denn wenn ihr dem Kunden ein Ziel in Mund legt, könnte es sein, dass er nach dem Projekt davon nichts mehr wissen will. Mag schon sein, dass er in seinem Themenbereich ein riesiges Potential für eine News-Optimierung hat.  Aber wenn er *eigentlich* seine Markposition in „Haltbaren Inhalten“ verteidigen muss, wird ihm eine News-Sitemap wenig helfen. Und, hey, vor allem wenn ihr SEO vor allem für eure eigenen Affiliate-Accounts betreibt solltet ihr davon ausgehen, dass euer Kunde ein anderes Ziel hat.
  3. SEO ist nicht immer das beste/einzige Mittel zur Zielerreichung. Auch wenn ihr mir DAS vermutlich nicht glauben wollt. Aber es gilt zu allen Zeiten in allen Projekten: „Wenn du nur einen Hammer als Werkzeug hast, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel“. Aber vielleicht ist es kein Nagel. Also, ihr könnt hammermäßig SEO machen. Aber wenn der Kunde einen Restposten von Handys in der nächsten Woche zu verkaufen hat, wäre es wohl am besten, ihr reicht ihn an einen SEM-Dienstleister weiter. Diesen Gefallen solltet ihr euch allen tun…
  4. Ziele sind messbar und sollten reportet werden. Sonst sind es keine Ziele sondern Wünsche oder so was. Lest bitte dazu meine (alte) Zieldefinition und den Beitrag über KPIs und SEO. Ich meine damit übrigens ausdrücklich nicht, dass es eine Erfolgsprovision für das Reinschießen von exotischen Longtail-Keywords geben muss. Ich meine damit, dass ihr dem Kunden dabei helft, euren Erfolg messbar zu machen. Natürlich nur, wenn ihr glaubt, erfolgreich sein zu können. Aber das seid ihr, sonst würde ihr so was hier nicht lesen…
  5. Auf Ziele muss man sich einigen. Unter 2. hat der Kunde das Ziel formuliert, du hast ihm unter 5. geholfen es zu formulieren und ihm auch die Mittel (also die Kosten) aufgezeigt. Nun müsst ihr euch ausdrücklich darauf einigen und eine erste „Nullmessung“ setzen.

Alles klar? Ja, ich weiß, das klingt recht theoretisch. Und für einen Call-Center-Mitarbeiter bei der Kaltakquise ist eine Zielvereinbarung mit dem Kunden auch schlecht umsetzbar. Doch ihr solltet euch darum kümmern, das Thema „Ziel“ in eure Kundenbeziehung einzuflechten. Fragt einfach mal nach – ihr werdet überrascht sein.

Denn wir arbeiten alle in einem ziemlich jungen und sehr dynamischen Umfeld. Und ich denke, im nächsten Jahr wird es so etwas wie eine „SEO-Konsolidierungsphase“ geben und einige Agenturen und Einzeloptimierer wird es rauskegeln.

Und wenn ihr mich fragt, werden eher die überleben, die sich um die Ziele ihrer Kunden kümmern als die, die SEO-Beratung wie ein Ego-Shooter-Game angehen…

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentar (1)

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