Von Amazon-SEO, FBA und wie das geht

Amazon SEOWo suchst du, wenn du nach einem neuen Smoothie-Mixer suchst? In Google? Vielleicht. In Amazon? Auf jeden Fall! Deshalb sollten sich Händler, und welche die das werden wollen, unbedingt mit Amazon-SEO beschäftigen. Was auch immer das genau ist.

In der vergangenen Woche hatten Kai und ich mit Trutz Fries einen tollen Gast im OnlineRadar Podcast, viel Spaß beim Hören von OR2.19! Doch ich will auch hier das Thema „Amazon SEO“ aufgreifen und vielleicht sogar an manchen Stellen ergänzen. Denn – wie häufig – gab es nach der Veröffentlichung des Podcasts eine Diskussion über den Sinn davon.

Klären wir zunächst, für wen Amazon-SEO überhaupt ein Thema ist

Natürlich ist das für alle ein Thema, die auf Amazon Waren verkaufen. Wer das aber noch nicht tut, gehört möglicherweise zu einer dieser zwei Gruppen, denen ich eine Beschäftigung damit ans Herz legen möchte:

  • Händler, die NOCH NICHT bei Amazon verkaufen. Ich weiß, es gibt gute Gründe, seine Produkte nicht auf der gefühlten Konkurrenz anzubieten. Aber denkt an meine Eingangsfrage: Viele Verbraucher suchen gar nicht via Google nach einem Smootie-Mixer sondern gleich bei Amazon. Wenn du also nicht dort bist, findest du für diese Kunden nicht statt. Ich weiß, es gibt auch viele Gründe dagegen – das sehen wir weiter unten. Aber trotzdem: Denke noch mal drüber nach.
  • Unternehmer, die vielleicht gerne mal was verkaufen wollen: Vielleicht hast du eine tolle Produkt-Idee oder nur einen super Lieferanten für *irgendwas*. Oder vielleicht willst du einfach mal was anderes ausprobieren. „Amazon SEO“ wird gerne zusammen genannt mit „FBA (Fullfillment by Amazon)“ und meint, dass du keine einzige Kiste schieben und keinen Karton packen musst, um Händler zu sein. Amazon nimmt dir – für eine Beteiligung – die lästigen „Kleinigkeiten“ ab. Es gibt hier also auch durchaus eine Chance für neue Ideen.

Wann sich „FBA“ lohnt

Ins Gespräch gekommen ist Amazon SEO in der Online-Marketing Branche vor allem durch die Möglichkeit, ganz ohne Kistenschieberei zum Händler werden zu können. Denn die Geschäftsmodelle, die auf Affiliate-Deals aufsetzen, werden immer weniger lohnenswert. Wer also eine Smoothie-Mixer-Nischenseite baut, wird wich immer schwerer gute Google-Rankings erarbeiten müssen und am Ende doch wieder auf Amazon verlinken, um dann ein paar Affiliate-Prozente aus dem Verkaufspreis zu quetschen. Das wird zunehmen mühselig. Warum nicht gleich einen Container Smoothie-Mixer in Taiwan bestellen, an ein Amazon-Logistik-Center liefern und damit die Marge vervielfachen? Das nennt sich dann „Fullfillment by Amazon“ (FBA) und meint, dass Amazon die Lagerhaltung und Versendung der Artikel übernimmt.

Nun: Gegen dieses Modell sprechen wieder einige Punkte – aber wenn man einige Regeln beachtet, kann es sich lohnen:

  • Suche dir einfache Produkte ohne komplizierte Regelungen: Alles, was einen Stecker oder Batterien hat, ist schwierig. Dieses Zeugs wird häufiger zurück geschickt und unterliegt auch noch rechtlichen Voraussetzungen. Den Container mit Smoothie-Mixern lassen wir also lieber in Taiwan. Außerdem sind alle Medikamente, Nahrungsmittel und zum Beispiel Tee eher ein Fall für Fortgeschrittene.
  • Leichte und kleine Produkte sind super! Denn FBA kostet Lagerkosten, das Porto kostet auch nach Gewicht. Es gibt also grundsätzlich fixe Kosten, die du vom Endkundenpreis abziehen musst.
  • Preise zwischen 20 bis 50 Euro sind prima: Es gibt also Kosten, die bei einem 10-Euro-Produkt zu stark auf die Marge gehen. Außerdem verkaufen sich auf Amazon natürlich eher die versandkostenfreien Produkte – alles über 20 Euro. Niedrigpreisige Produkte sind also keine gute Idee. Und warum nicht teurer werden als 50 Euro? Weil dann dein Invest evtl. zu hoch wird. Denn du musst ja zunächst einmal einige Exemplare ins Lager bringen.

Es gibt ohnehin einige Dinge, die du in deine Kostenrechnung einbeziehen musst. Rechne mit 12 % Provision für Amazon, Lagerkosten, Versand, eine Rücksendequote und Investitionen, um das Produkt „anzuschieben“. Dazu später. Berechnen kannst du das mit einem Excel-Chart, das Trutz Fries anbietet.

Nun zum eigentlichen „Amazon-SEO“

Die „Suchmaschinenoptimierung“ für Produkte auf Amazon ist dann der nächste Schritt. Das funktioniert etwas anders als SEO für Google. Schauen wir uns das mal an:

  1. Das richtige Produkt: Dazu habe ich oben schon etwas gesagt. Natürlich wäre es auch schön, wenn du ein Produkt in einer Katageorie hast, in der noch nicht so viele Händler zugange sind. Und in der der Preis durchschnittlich nicht allzu niedrig ist. Das alles und noch viel mehr findest du zum Beispiel im Amazon-Modul von Sistrix.
  2. Der richtige Produktname: Der Produktname bei Amazon ist vermutlich das wichtigste Suchkriterium. Deshalb soltest du dort alles rein schreiben, was wichtig ist („Smoothi Mixer“, vermutlich wirst du dann auch drauf kommen, dass „Maker“ vielleicht ein besserer Titel ist…) aber auch mögliche USPs gegenüber den anderen („mit Trinkbecher“). Denn der Produktname ist die wesentliche Information in den Produktlisten (hier gibt es keine Description) und muss attraktiv zum Klicken anregen. Das ist übrigens auch der Grund, warum du keinen keyword-gestufften Roman hinein schreiben solltest.
  3. Ein eigener Produktname: Das kann schon etwas schwieriger sein. Wenn du ein Produkt verkaufst, das auch andere verkaufen, ist möglicherweise dieses Produkt gut gerankt – aber du bist nicht derjenige, der sozusagen hinter dem Bestell-Button lauert. Dort sind die Händler verlinkt, die schon am meisten davon verkauft haben. Du wirst also immer einen Nachteil gegenüber denen haben, die schon eine Weile dieses Produkt verkaufen. Wenn du ein eigenes Produkt (evtl. eine eigene Marke) hast, dann kann dir hierbei keiner in die Quere kommen.
  4. USP-Punkte: Jedes Produkt kann fünf Bullet-Points mit USPs haben. Formuliere diese treffend und möglichst mit Keywords. Und zwar nicht nur das Hauptkeyword sondern auch mit möglichen Suchen („Ice Crusher“, „900 Watt“ u.s.w.)
  5. Bilder: Je besser und aussagekräftiger deine Bilder sind, umso höher wird die Conversion sein. Das ist möglicherweise nicht direkt ranking-relevant. Aber natürlich rankt Amzazon häufig angeklickte und vor allem häufig gekaufte Produkte höher als Ladenhüter.
  6. Du brauchst Käufer! Das ist sehr ähnlich wie bei Google: Wer Erfolg hat, kommt weiter nach oben in den Rankings. Du musst also dafür sorgen, dass du Produkte verkaufst. So lange du in den Produkt-Listen unter „ferner liefen“ stehst, ist das aber schwierig. Deshalb lohnt es sich, Amazon-interne Anzeigen zu schalten. Möglicherweise verhageln dir diese am Anfang die Marge – aber das muss als Investition in die Kostenrechnung (siehe oben) einbezogen werden.
  7. Bewertungen, Bewertungen, Bewertungen: Wir alle kaufen Produkte anhand der Bewertungen auf Amazon. Deshalb brauchst du Leute, die deine Produkte bewerten. Und, nein, das sollten nicht deine Freunde und die Familie sein. Glaube mir, das merkt Amazon sehr schnell. Unter bestimmten Bedingungen kannst du Produkt-Tests machen. Dafür gibt es Facebook-Gruppen und sogar ein Angebot von Amazon. Aber achte darauf, dass das alles nach den Richtlinien abläuft.
Nicht immer ist der billigste Händler unter dem Kaufbutton (grün). Und nicht immer weden die fünft USP-Bullet-Points (orange) vernünftig genutzt. Wichtig ist vor allem eine gute Produktbezeichnung (rot) und aussagekräftige Bilder (blau).

Nicht immer ist der billigste Händler unter dem Kaufbutton (grün). Und nicht immer weden die fünf USP-Bullet-Points (orange) vernünftig genutzt. Wichtig ist vor allem eine gute Produktbezeichnung (rot) und aussagekräftige Bilder (blau).

Verkaufen auf Amazon ist kein Gold-Rush mehr

Nun, das alles klingt schon komplizierter und anstrengender als am Anfang? Stimmt. Aber das ist auch kein Wunder, denn Amazon ist nun mal eine gigantische Plattform auf der es ums Geld geht. Und dafür muss man einiges tun. Für Händler, die ohnehin schon auf Amazon verkaufen, gibt es allerdings eine Menge Optimierungsmöglichkeiten, was das Amazon-SEO betrifft. Und man sollte dran bleiben, denn es geht hier um einen der größten Technologie-Konzerne der Welt. Es würde mich wundern, wenn dort nicht ständig an den Algorithmen gefeilt wird.

Wer sich auf den aktuellen Stand bringen will oder damit startet, sollte sich vielleicht einen Tag Zeit nehmen und auf die erste deutsche Konferenz rund ums Verkaufen auf Amazon gegehen. Aber schnell, die ist schon am 8. April.

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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