Searchmetrics Suite 6: endlich!

Vor einer Woche hat Searchmetrics die Suite 6 in Berlin präsentiert. Da wir die Suite für uns und unsere Kunden intensiv einsetzen, will ich das Tool hier vorstellen. Ich hätte beinahe „Search Analyse Tool“ geschrieben – aber die Suite 6 ist nun viel mehr als nur Ranking-Tracking, Keyword-Analyse und Potential-Analyse für SEOs. Sie ist jetzt ein echtes Projekt-Tool für Suchmaschinenoptimierer und Online Marketer.

Damit die Übersicht nicht verloren geht, hier eine Liste von neuen Features und Eigenschaften, die aus meiner Sicht besonders nennenswert sind:

  • umfassendes Crawling für eine technische Analyse der Seite UND für eine Qualitätsabschätzung der optimierten Seiten
  • (werk-)tägliches Crawling der Keywords
  • Workflow für das Abarbeiten von Fehlern und Chancen
  • Soll-Ist-Vergleich für Optimierung von Seiten
  • KPI-Übersichten für SEO/SEM und für Links
  • Sichtbarkeit, Potential-Analyse und Wettbewerber für das eigene Keyword-Set – und sogar für Tags (also Keyword-Kategorien)
  • Abschätzung der top Ranking-Faktoren der Keywords
  • Individuelles Reporting für (fast) alle Fälle
  • detailliertes Rechtesystem zur Vergabe von Lizenzen, Zugängen und Guthaben

1. Das Abrechnungs-System und die Projekt-Logik

Zunächst ein paar Worte zur Business-Logik, die uns als Agentur (aber auch unsere Kunden) besonders interessiert. Die neue Suite basiert auf einem Projekt-Gedanken: Es gibt jeweils eine Haupt-Domain und bis zu 5 „Benchmarks“, also Wettbewerber oder eigene Satellitenseiten, die zum Projekt gehören. Für diese werden Keywords definiert, Länder, Sprachen und Suchmaschinen angegeben und die Crawling-Frequenz eingestellt. Die Abrechnung basiert auf „Queries“. Wer als fünfmal pro Woche crawlen will, zahlt mehr als der, dem zwei Updates pro Woche genügen.

Das kann man gut oder schlecht finden. Ich bin an diesem Punkt noch unentschieden und die Gespräche mit unseren Kunden werden zeigen, wie praktikabel es ist. Grundsätzlich ist das Vorgehen aber konsequent und ich hoffe, dass es die Bedürfnisse der Anwender trifft.

2. Die Usability und die Arbeit

Dass ich dieses Posting jetzt erst schreibe, hat damit zu tun, dass ich in den vergangenen Tagen sehr viel getestet habe. Und ich muss sagen: Ich habe alles verstanden, die Bedienung ist ebenso einfach und so intuitiv wie in den Serachmetrics Essentials. Das verblüfft mich ein wenig, denn ich hatte gedacht, komplexe Tools müssen sich komplex anfühlen – aber das ist dann doch nicht der Fall. Allerdings stolpert man immer wieder über Reports oder Grafiken zur tieferen Analyse, deren Existenz man nur erhoffen konnte. So hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich auf dieses Chart gestoßen bin:

Hier sehen wir, welche Link-Faktoren die ersten fünf Plätze für das Keyword „Steve Jobs“ für sich beanspruchen können. Also: Wer ist warum auf den ersten Positionen? Rot ist übrigens Spiegel Online – hier scheint nicht nur OffPage für die gute Platzierung eine Rolle zu spielen…

3. OnPage Analyse per Crawling

Ich schätze, die Suite wird uns ein wenig vom Beratungs-Geschäft weg nehmen – so können die Kunden aber mehr in gute Inhalte investieren… Natürlich bin ich der Meinung, dass ein guter SEO-Berater OnPage immer besser ist als ein Tool. Aber die Suite übernimmt nun einige Arbeiten, die wir bisher von Hand machen mussten.

Erstens werden bis zu 100.000 Seiten der Hauptdomain nach Fehlern und technischen Verbesserungsmöglichkeiten gecrawlt. Und da ist eine Menge dabei, was auch unser Crawler nur mühsam zutage fördert. So gibt es neben den Fehler-Codes auch Weiterleitungen und ähnliche Fehler in allen denkbaren Listen. Ich kann z.B. alle 404 Fehler aufrufen – oder sehen, welche Fehler eine bestimmte Seite hat. Das ist großartig.

Sehr gut gefällt mir aber auch die Keyword-Optimization: Hier wird pro eingegebenen Keyword angegeben, welche Seite dafür am besten rankt – und die dafür verantwortlichen Faktoren. Parallel dazu kann man hier auch seine „Wunschseite“ eintragen und diese damit vergleichen. So wird schnell sichtbar, warum diese Seite rankt und nicht jen.

4. Umfassende Tag-Logik

„Tags“ sind die „Kategorien“ der Keywords von vorher. Doch nicht nur das: Die Keywords können nicht nur vertagt werden, um ihre Rankings übersichtlich darzustellen – sondern als umfassendes Filterkriterium. Fast alle KPIs und Graphen können auf Tags reduziert werden. SERPs-Spreading, Potential-Analyse, Wettbewerber u.s.w.. Ich kann also nicht nur eine kleinere Themenseite mit einem Amazon auf der Basis meiner Keywords vergleichen. Ich kann sogar einzelne Produkt-Kategorien mit Amazon vergleichen. Das klingt toll – aber nach ’ner Menge Arbeit. Doch so viel Arbeit ist das nicht, schon die die Eingabe der Keywords mit Tags ziemlich einfach und schnell:

5. Übersichten mit Recherche-Tiefe

Sehr schick sind auch die KPI-Übersichten, die sehr viele Daten zusammen fassen. In diesen lassen sich die Hauptdomain und die Benchmark-Domains ziemlich lässig vergleichen. Die Entschlüsselung der Sieger und Verlierer ist übersichtlich und leicht, seht selber:

6. Visibility in den SERPS nun Longtail, Standard und auf Projekt

Die Streitereien, ob die Visibility bzw. Sichtbarkeit einer Domain wirklich relevant für diese Domain ist, könnten nun beendet sein. Denn die Sichtbarkeit in der Suite lässt sich nun auch auf purer Keyword-Basis anzeigen. Somit gibt es drei Visibilities, die man sehen kann:

  • Longtail-Visibility: monatlich und auf der Basis von vielen Millionen Keywords
  • SEO Visibility: wöchentlich und auf der Basis von, äh, ich glaube so um die eine Million Keywords
  • Projekt SEO Visibiliy: so häufig man crawlen lässt auf der Basis der eigenen Keywords.

Und diese Daten können sehr unterschiedlich aussehe. So hat auf dem Keywordset von Apple selbst CHIP online keine Chance gegen Apple und auch kleinere Seiten sehen gegen CHIP und Apple ganz o.k. aus (man beachte die tägliche Tracking-Frequenz):

Und es wird noch weiter gehen

Die Suite 6 gibt es derzeit für alle Kunden im Beta-Test, eine Übernahme der historischen Daten von der Suite 5 wird demnächst angeboten werden. Außerdem plant Searchmetrics noch viele weitere Entwicklungen – die jedoch nicht mehr auf neue Releases warten müssen sondern die im laufenden Betrieb eingebaut werden können da die technische Basis der Suite dies nun zulässt. Das werden sein:

  • weitergehende Web-Analyse-Einbindung (z.B. die Suche nach Brand-Traffic)
  • Abbildung der Local Search
  • umfassende Social Analyse auch mit Sentiel und Influencer
  • u.s.w.

Nun warten wir aber erstmal, dass die Suite aus dem Beta-Test kommt. Wer von unseren Kunden (oder auch zukünftige Kunden) schon mal jetzt ein wenig Einführung haben möchte, darf sich jederzeit an uns wenden. Wir können das organisieren.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (4)

  1. Rene Dasbeck

    Danke Eric. Wäre cool, wenn du auch zu Konditionen noch was schreiben könntest. Oder gibts da noch keine Infos…?

  2. eric108

    @rene: Ich weiß es tatsächlich nicht. Wenn man aber mit einem Standardprojekt unterwegs ist (also eine Seite und ein paar Konkurrenten) wird das sicher deutlich billiger sein als zuvor. Zumal wir als Agentur dann auch einfacher die Möglichkeit haben, Lizenzen weiter zu geben….

  3. Rene Dasbeck

    Das klingt doch gut soweit. Sobald du da mehr weißt, wäre es nett, wenn du mir Bescheid geben kannst.

  4. Steffen Otte

    Erst, wenn Local Search abgebildet wird, fange ich an, mich mit der Suite zu beschäftigen. Momentan sind Xovi wohl die einzigen, die in der Hinsicht etwas brauchbares herausgebracht haben.

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