Wann beginnt Blogspam? (Und: Tipps für Nicht-Spammer)

Frage: Ich schreibe relativ häufig Blogkommentare und ab und zu Kommentare in Foren. Das weniger als Linkbuildingaktivität, sondern eher, um ein wenig Networking zu betreiben. Daher sind meine Blogkommentare dann auch nicht die klassischen „Toller Beitrag. Ende.“, sondern thematisch passend.

Als Namen verwende ich meinen eigenen Namen oder ein Pseudonym unter dem man mich kennt, mit jeweils verschiedener Verlinkung (mal auf meinen Blog, mal auf meine Website, mal auf mein Google+ Profil).

Nun hat Matt Cutts gestern wieder Blogspam erwähnt. Kann es  meiner Website gefährlich werden, wenn der Anteil an Kommentar-Links auf meine Website zu hoch wird?

Ach so: Ich schreibe ausschließlich in vertrauenswürdigen Blogs, die thematisch in die Ecke SEO, WordPress und Mittelstand gehen… (Renie)

Antwort: Du fragst danach, wann das „normale“ Netzleben zu Spam wird. Eine Art von Frage, die ich wohl besser auf die Liste der Fragen gesetzt hätte, die ich nicht beantworte. Nicht, weil sie nicht legitim ist – sondern, weil man sich mit einer Antwort da eigentlich nur Ärger einhandeln kann. Denn es sieht ja so aus:

  • Google sollte klug genug sein, echte Kommentare von Spam zu unterscheiden. Ich könnte also abwinken und sagen: geht schon, kein Problem.
  • Der Algorithmus ist nun mal ein Algorithmus. Und wenn jemand fast nur Links aus Blog-Kommentaren hat, dann ist das nicht vielfältig und sieht nach Spam aus (weil ja auch viele Spam-Agenturen so arbeiten). Ich könnte dir also sagen: Vorsicht! Bau lieber noch mehr Links woanders auf.

Allerdings passt mir die zweite Antwort gar nicht. Denn dann würde ja der Schutz des „normalen“ Verhaltens dazu führen, dass man Linkaufbau betreiben muss. Was wäre das für eine Welt?

Ich tendiere also zur ersten Antwort und sage: Wenn du es richtig machst, sollte das nicht stören. Und mit richtig meine ich einiges, was du eh schon tust:

  • Kommentiere nur in vernünftigen Blogs. Du solltest ohnehin peinlich darauf achten, keine weiteren Spam-Verdachtsmomente aufkommen zu lassen.
  • Bewerte die Blogs mit einer Web Analyse. Das kann eine gute Messung, ob ein Blog oder ein Forum in Ordnung ist: Wenn über die Links keiner kommt, ist dort auch niemand. Dann kannst du dir die Beiträge ohnehin sparen…
  • Achte nicht darauf, ob es von dort nofollow-Links oder sonstwas gibt. In allen anderen möglichen Faktoren, solte die Vielfältigkeit deiner Links größtmöglich sein.
  • Schreibe ordentliche Antworten und reagiere auch auf Reaktionen darauf. Denn der typische Kommentarspammer kommt ja nicht wieder. Wenn du also drei Links auf einer Seite hast, könnte das für Google ein Signal für deine Authentizität sein.
  • Wenn du in einem Kommentar auf deine Seite verlinkst, tue das mit deren Name. Also nicht „Super SEO-Tipps“ verlinken sondern „lest ihr auf meineseite.de„.
  • Wenn du nicht unbedingt einen uralten Beitrag kommentieren MUSST – dann verzichte darauf. Denn Kommentarspammer suchen sich meist uraltes Zeugs raus, weil sie hoffen, dass das der Betreiber nicht bemerkt. Doch wenn auf einem alten Beitrag plötzlich ein Kommentar erscheint, könnte das ein gutes Muster für den Algorithmus sein.

Ich betone: Diese Tipps geben dir keinen undurchdringlichen Schutzschild. Aber wenn du darauf achtest, dann begrenzt du dein spamverdächtiges Verhalten auf die Metrik „Blog-Kommentare“. Und ich kenne keinen vergleichbaren Fall, in dem der Penalator zugeschnappt hat. Vielleicht wissen da unsere Leser mehr?

Natürlich solltest du dir durch deine Kommentare in Blogs auch kein riesiges Sichtbarkeits-Wachstum versprechen. Aber das versteht sich ja von selbst – und deshalb machst du das ja auch nicht. Gell?

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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