SEO-Briefing für externe Autoren

seo externe autorenWas sollte man beim Briefing eines Autors beachten – und was darf man von ihm erwarten? In einem Redaktions-Seminar habe ich versprochen, einen Beitrag darüber zu schreiben – damit sich das die Kolleginnen und Kollegen nicht jedes mal neu einfallen lassen müssen. Hier ist dieser Beitrag.

Zunächst einmal, was wir NICHT von einem Autoren erwarten dürfen:

  • Dass er die ganze SEO-Arbeit macht
  • Dass er eine Keyword-Recherche erledigt
  • Dass er weiß, welche Inhalte bei uns gut funktionieren – und welche nicht
  • Dass er unser Portal besser versteht als wir
  • Dass er unseren unfertigen Gedanken zuende bringt.

Mit anderen Worten: Der Kerl (oder die Kerlin) konzipiert, recherchiert und schreibt Beiträge für uns und macht nicht das Site-Management (wozu auch SEO gehört). Wenn man möchte, dass jemand das alles übernimmt, braucht man einen Redakteur im Haus oder eine Agentur, die so etwas erledigt. <werbemodus>Wir machen das natürlich gerne für euch…)</werbemodus> 😉

Also: Du machst deine Redaktion selbst und gibst die Schreibaufgaben nach draußen. Was ist zu tun?

1. Vor dem Autoren-Briefing

Bevor du überhaupt an das Autoren-Briefing denkst, solltest du dir über folgende Aspekte des neuen Contents im Klaren sein:

  1. Welche Frage der User da draußen soll damit beantwortet werden? Geht es darum, über ein Produkt zu informieren – damit er es nachher kauft? Oder geht es um die reine Information zu einem Thema? Willst du damit konvertieren oder Reichweite erzeugen oder Marke aufbauen? Alles kann richtig sein – DU musst es aber wissen.
  2. Wie lässt sich diese Frage in einem Keyword formulieren? Was werden die Leute bei Google eingeben, um diese Antwort zu lesen? DAS ist dein Hauptkeyword.
  3. Welche Nebenkeywords sind wichtig/sinnvoll/spammig? Klar, es geht um die Sache mit dem WDF*IDF. Mir gefällt für die operative Arbeit die Lösung von Searchmetrics am besten. Der Report dafür ist einfach zu verstehen, pragmatisch und liefert noch weitere Informationen wie durchschnittliche Länge und die Verwendung von Keywords in den Strukturelementen wie Headline, Title und Description.
  4. Ist die Optimierung auf dieses Hauptkeyword auf deiner Seite einzigartig? Oder gibt es schon drei oder 13 Beiträge, die auf dieses Keyword optimiert sind? Eine kurze Site-Abfrage bei Google (gibt „site:www.deinedomain.de hauptkeyword“ in den Suchschlitz ein) zeigt dir die schon dazu passenden Seiten. Jetzt überlege: Passt das Keyword immer noch zu dem Beitrag oder willst du nicht lieber einen der schon bestehenden Beiträge entsprechend anpassen? Du weißt ja: Bitte immer nur eine Seite pro Keyword…
  5. Welches Ranking hast du momentan für das Hauptkeyword? Nimm es in die Ranking-Analyse bei Sistrix oder Searchmetrics auf. Nur, damit wir nachher den Erfolg genießen können 😉

2. Das Autoren-Briefing

Das Briefing des Autoren machst du so, wie bisher, aber mit ein paar Informationen mehr. Ich schreibe hier mal auf, welche Informationen uns als Content-Agentur freuen, wenn wir sie in einem Briefing finden – und nicht erst nach Abgabe des Beitrags:

  • Thema (möglichst eine Arbeits-Headline)
  • Hauptkeyword und das Briefing, wie damit umgegangen werden soll.
  • Nebenkeywords (lt. WDF*IDF) und das Briefing, wie damit umgegangen werden soll.
  • Länge (in Wort oder Zeichen)
  • Abgabedatum
  • Datei-Form (Text, Word…)
  • zusätzliche gewünschte Medien (z.B. YouTube-Link, Bilder)
  • Beitragsform / Ansprache des Lesers / Stil: Geht es um einen neutralen Beschreibungstext oder einen meinungsmachenden Beitrag? Sind die Leser unsere Kumpels oder sprechen wir sie gar nicht an? Und so weiter..
  • Zwischenüberschriften (also welche „Kapitel“ sich der Auftraggeber wünscht)
  • Welche weiteren Elemente sind gewünscht? Title-Tag, Description, Bildunterschrift, Teasertext, Statusmeldung für Sozial Media u.s.w..

Merke: NICHTS davon ist selbstverständlich. Wenn du keine Nebenkeywords lieferst, kannst du nicht erwarten, dass der Autor sie verwendet. Wenn du die Zwischenüberschriften nicht ins Briefing schreibst, wirst du dich möglicherweise über den Artikelaufbau wundern. Klar?

3. Was der Autor zu tun hat

Nun, ganz einfach: Der Autor hat dieses Briefing in der von ihm zugesagten Zeit Punkt für Punkt abzuarbeiten. Wenn er das nicht kann (vielleicht auch, weil sich das Briefing selbst widerspricht) oder ihm die Zeit dafür nicht reicht, dann MUSS er das direkt nach Erhalt des Briefings sagen und nicht nach Ablauf des Abgabedatums. Ihr wisst, was ich meine…

So gesehen ist der Autor nur Erfüllungsgehilfe. Das kann sich aber ändern: Wenn sein Honorar entsprechend ist und er das leisten kann, dann ist es schon möglich, einige der Arbeiten von 1. auf ihn abzuwälzen. Natürlich kann er sich zu einem Keyword auch selbst einen WDF*IDF-Report ziehen und diesen bei der Erstellung des Textes heran ziehen. Er kann natürlich auch selbstständig alle Zwischenüberschriften und auch die Titles und die Tweets schreiben.

Das sollte aber ausdrücklich im Briefing vermerkt sein oder zumindest in einer gemeinsamen Vereinbarung besprochen werden. Und da gilt für den Autor: Sag, was du wirklich tun kannst und biete es offensiv an. Der Auftraggeber wird dir dankbar sein, wenn du ihm Title-Tags und Facebook-Statusmeldungen anbietest und dir auch etwas dafür zahlen. Aber du musst es ihm anbieten…

Übrigens, was ihr erwaten könnt: Gute Autoren wissen, wie man einen guten Einstieg schreibt,  dass man im Internet möglichst sehr klare Themenblöcke schreibt und was ein wirklich gutes Fazit ist. Das ist ihr Job. Und wenn DAS nicht passt, passt der Autor nicht.

4. Eingangs-Kontrolle

Bisher ist also alles gut gelaufen, der Text kommt pünktlich. Was ist nun zu tun?

  1. Checke erst die Vollständigkeit. Denn nichts ist blöder, als wenn man einen Text redigiert hat – und dann merkt, dass etwas Wesentliches fehlt…
  2. Wirf dann den Text in Copyscape. In der wirklich preiswerten Premium-Version kannst du auch noch nicht veröffentlichte Texte prüfen.
  3. Analysiere den Text mit dem WDF*IDF-Tool deiner Wahl. Sowohl bei Searchmetrics als auch bei Onpage.org kann man auch Texte ohne URL prüfen. Bei den anderen wird das auch möglich sein. Aber bedenke: Es geht nicht darum, dass du die WDF*IDF-Kurve des Keywords mit dem Text nachtanzt! Es geht darum, dass einige der wichtigeren Nebenkeywords ordentlich verwendet wurden. Die Nebenkeywords sind so etwas wie Inspirationen aber kein Muss!
  4. Lies dann den Text laut und behebe die stilistischen Schwierigkeiten und die Schreibfehler (gibt es immer…)

Dann ist der Inhalt bereit zum Einbau auf die Webseite. Aber das ist dann wirklich eine andere Geschichte…

Machbar, wenn man drüber nachdenkt

Klingt alles wahnsinnig kompliziert. Ist es aber nicht. Eigentlich geht das ganz schnell, wenn man es ein paar mal gemacht hat. Und das Ergebnis sind passende und weniger nachzuarbeitende Inhalte.

Das lohnt sich – versprochen!

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (3)

  1. Gianna BrachettiTruskawa

    Guter Beitrag! Gerade gestern hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, wie man WDF*IDF am besten in Autorenbriefings unterbringen könnte. Worin unterscheidet sich aber ein nach Deinem ‚Rezept‘ erstelltest Autorenbriefing von einem Briefing, indem lediglich die (längst ausgelutschte) Keyword-Dichte berücksichtigt wird (abgesehen davon, dass ihm nicht vorgeschrieben wird, wie oft die Keywords in einem Text à n Wörter vorkommen sollte)? Was ist mit Synonymen zu bestimmten Keywords und natürlicher Sprachverwendung (etwa, dass der Autor versuchen sollte, typische thematisch verwandte Formulierungen zu verwenden)? Sollte das alles mit ‚Nebenkeywords‘ abgefrühstückt sein, oder kann man Deiner Erfahrung nach auch solche Details (erfolgreich) in einem Briefing unterbringen?

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