Was Texter und Autoren mit SEO zu tun haben

Eigentlich sollte jeder “SEO machen”. Doch Texter, Grafiker, Techniker und Geschäftsführer haben  auch schon so genug zu tun. Deshalb will ich Nicht-SEOs einen Blick darauf geben, was für Sie wichtig ist. Wir starten mit den Textern und Autoren. 

texter und autorenEs gibt in Deutschland vermutlich kaum einen Redakteur oder Texter, der nicht hin und wieder eine SEO-Schulung bekommt. In dieser wird ihm dann mal wieder erklärt, warum Google wichtig ist, dass Keywords in die Überschriften gehören und – auch, wenn es ihn nicht interessiert – was es  mit H1-Auszeichnungen und URLs auf sich hat.

Dabei will er doch eigentlich nur schreiben.

Merke: Google möchte für jede Suchanfrage den besten Inhalt liefern, der im Web zu finden ist. Der Texter ist dafür verantwortlich, dass seine Seite genau das ist.

Was also kann ein Texter konkret dafür tun, dass seine Artikel bei Google möglichst gut gefunden werden?

Zunächst einmal eine Liste von Punkten, die er nicht ändern kann:

  • Die Überschriften-Auszeichnung nach HTML (also H1, H2 u.s.w.). Sollte die nicht stimmen, muss sich wohl ein Techniker drum kümmern.
  • Die Zusammenstellung der Speaking URL. s.o.
  • andere technische Details wie die Crawlability.

Wer sich eher als Redakteur denn als Texter sieht, wird vermutlich folgende Punkte beeinflussen wollen:

  • Themen-Auswahl: Diese sollte natürlich nachfrage-orientiert sein – und dafür ist Google ein schönes Tool, in dem man sehen kann, wonach die Leute eigentlich suchen.
  • Interne Verlinkung: Ein neuer Beitrag braucht eine Verlinkung (am besten von der Homepage) als Starthilfe. Und Artikel mit hart umkämpften Keywords brauchen eine dauerhafte, starke Verlinkung.
  • Aktualität: Sind die Beiträge auf der Site auf dem aktuellen Stand?
  • Inhalt: Ist der Artikel eine gute Position in den Suchergebnissen tatsächlich wert? Darum sollte sich eigentlich jeder Texter kümmern – aber wer nur 4 € für 300 Wörter bekommt, MUSS daran scheitern.

Worum sich jeder Texter kümmern sollte (mehr zu den wichtigsten Punkten weiter unten):

  • Keyword-Recherche: Was ist eigentlich genau das Keyword? So lange man nicht nur für SEO schreibt, sollte jeder Texter dies zumindest gegen-checken.
  • Keyword-Targeting: Das ist wohl der Kern der SEO-Arbeit beim Texten. Hierbei geht es darum, welche Begriffe in welchen Seiten-Elementen verwendet werden.
  • Einzigartigkeit: Der Beitrag muss einzigartig sein. Und zwar jeder Satz (naja, Zitate und wörtliche Rede nicht…).
  • Länge: Der Text sollte angemessen (!) lang sein. Niemand braucht überall 400-Worte-Bretter. Hier sollte man sich an der Konkurrenz in den SERPs orientieren.
  • Beitrags-Struktur: Ist der Beitrag so, dass ein Besucher von Google, diesen auch gerne lesen möchte?
  • Meta-Angaben: Title-Tag, Meta-Description und (in Maßen) auch die Meta-Keywords müssen korrekt sein. Ist das im CMS nicht zu erledigen, muss das ermöglicht werden.
  • Sharability / Sharing: Zunächst eimal muss der Autor sicher stellen, dass sein Beitrag es wert ist, auf Facebook, Twitter und Google+ geteilt zu werden. Und dann sollte er genau das auch tun.

Das ist eine ganze Menge. Übrigens sollte genau das auch den Auftraggebern klar sein. YGWYPF (You Get What You Pay For). Wer Textinhalte für 4 € bestellt, wird halt Grauwert-Futter für den Robot bekommen. Das kann in manchen Fällen Sinn machen, auch wenn sich mir diese Fälle noch nicht erschlossen haben 😉

Nun zu einigen der o.g. Themen. Eine vollständige Texter-Schulung kann ich in einem Beitrag hier nicht ersetzen. Aber einige Impulse will ich geben:

Die einfache Keyword-Recherche

In meinem Beitrag über die Keyword-Recherche stelle ich einige Möglichkeiten vor, wie man diese schnell und effizient erledigen kann. Doch selbst dies ist vielen Textern zu viel Arbeit. Deshalb kommt jetzt der Ultra-Kurz-Tipp. Stelle dir folgende zwei Fragen:

  1. Auf welche Frage gibt mein Beitrag die beste Antwort, die im Web zu finden ist?
  2. Wie wird ein Großteil der Google-Nutzer diese Frage formulieren?

Die erste Antwort kannst du dir nur selbst geben. Für die zweite Antwort wirst du wohl Google benötigen. Schaue dort zumindest nach Google Suggest (die Vorschläge bei der Suchbegriff-Eingabe) und nach den „Verwandten Suchanfragen“ unter den Suchergebnissen.

Möglichst genaues Keyword-Targeting

„Targeting“ heißt in diesem Zusammenhang: Wie kann mein Artikel dem Google-Robot klar machen, dass er auf die oben gefundene Suchanfrage die beste Antwort ist? Hierfür gibt es eine Menge Konzepte. Das sicherlich umfangreichste und ausgeklügelste ist die WDF*PIDF-Optimierung. Manche halten es einfacher und berechnen eine Keyword-Density (was allerdings auch mit Risiken verbunden ist) und wieder andere schauen halt, dass das Keyword der häufigste, sinntragende Begriff im Artikel ist und ordentlich im Text verteilt wird.

Egal, welcher Fraktion du da anhängst: „Targeting“ hört nicht beim Text auf. Hier noch einige Seitenelemente, die eine Rolle spielen:

  • Dachzeile: Diese wird häufig für eine sachliche Keyword-Headline verwendet.
  • Headline: Wenn das Keyword in der Dachzeile steht, ist es hier nicht unbedingt notwendig. Wenn nicht, dann schon.
  • Vorspann: Verwende das Keyword möglichst früh.
  • Fazit: Verwende das Keyword auch mögiichst spät.
  • Zwischenüberschriften: Hier ist ein guter Ort, um Nebenkeywords zu verwenden.
  • Bild: Da das Bild sicherlich einen Aspekt des Keywords zeigt, darf Dateinamen (wenn möglich) und sollte ALT-Tag natürlich das Keyword enthalten.
  • Bildunterschrift: Klar, oder?

Ach so: Natürlich gehört auch noch eine zweite Art des Keyword-Targeting dazu. Und zwar wäre es gut, wenn dieses Thema mit diesen Keywords nur exakt einmal auf der ganzen Website optimiert wird, nämlich auf diesem einen Beitrag. Und es wäre gut, wenn die Links auf diese Seite hier auch das Keyword enthalten. DANN ist das Targeting perfekt.

Beitrags-Struktur

Mit den Seiten-Elementen habe ich die „äußere“ Struktur des Beitrags ja schon vorgegeben. Nun kümmere dich auch um die innere Struktur. Ganz kurz:

  • Die Headline bildet mit dem Bild eine Einheit und beschreibt, worum es geht.
  • Der Vorspann faßt den Inhalt des Beitrags zusammen.
  • Die Zwischenüberschriften zeigen, welcher Aspekt an welcher Stelle besprochen wird.
  • Im Fazit fassen wir noch einmal alles zusammen – sozusagen als „die Moral von der Geschicht'“.

Ach, das kennst du schon von vielen Schreibratgebern? Nun, dann wird dir langsam klar, dass „SEO-Texten“ immer mehr zum „Texten für das Internet“ wird. Dann sind wir schon einen großen Schritt weiter…

Meta-Angaben

Natürlich sollten Title-Tag und Meta-Descripton das Keyword enthalten. Aber das ist noch lange nicht alles. Denn die beiden Elemente sind auf der Google Suchergebnis-Seite dein „Teaser“. Also behandle sie auch so:

Der Title-Tag soll die Google-Nutzer dazu bringen, deine Seite unter den anderen auszwählen. Dafür braucht man mehr als nur das Keyword!

Ebenso ist es mit der Description: Sie sollte den Leser darauf vorbereiten, was ihn auf der Deiner Seite erwartet. Natürlich so attraktiv wie möglich – aber auch möglichsst ehrlich.

Es gibt viel zu tun. Schreib‘ los

So, das ist alles. Natürlich freut sich der SEO-Verantwortliche und das ganze SEO-Team, wenn auch der Texter mit weiteren Ideen und möglicherweise auch mit Bedenken die Suchmaschinenoptimierung begleitet. Aber zunächst sollte er sich auf das konzentrieren, was er am besten kann: spannende Inhalte so attraktiv aufzubereiten, dass sie dem Leser gefallen – und der Robot das auch nachvollziehen kann.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (4)

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  3. Karsten Paech

    Sehr guter Beitrag. Den sollte jeder, der mit Texten für das Internet zu tun hat beherzigen.

    Ich sehe Title/Description immer als Einheit, die ich versuche nach dem guten, alten AIDA-Prinzip zu gestalten.
    Natürlich unter Berücksichtigung des Keywords und seiner möglichst vorteilhaften Positionierung.
    Ist oft nicht einfach, bei der Kürze von Title und Description. Belohnt aber m.E. die Mühe.

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