Die richtige White-Label-Lösung

Frage: Wie realisieren wir richtig eine White-Label-Lösung? Konkreter: Unsere Subdomain wird als White Label bei einer fremden Site in der Navigation eingebunden / verlinkt. Diese Subdomain wird fast 100% Duplicate Content zu unserer Hauptdomain sein. Welche Lösung würdest Du uns empfehlen um DC zu vermeiden? Die ganze Subdomain auf „noindex, follow“ zu setzen oder lieber mit Canonicals arbeiten? Gibt es eventuell noch irgendwelche Aspekte, die man dabei beachten muss? (Sergiy)

Antwort: Autsch! Interessante Frage. Danke, Sergiy. Dazu könnte man glatt ein ganzes Buch schreiben. Aber keine Sorge, ich werde mich kurz fassen, das hilft uns beiden, den restlichen Tag noch zu gestalten 😉

Also: Ihr habt z.B. einen Shop und bastelt diesen hinsichtlich des Layouts so um, dass ein anderer Webseiten-Betreiber seine User dorthin schicken kann – und diese sich in seinem Umfeld fühlen. Ich habe mal versucht, das als Mockup zu bauen:

White Label

Der Beispielshop bietet seine Produkte im Layout des Lizenznehmers an und veröffentlicht die Seiten unter einer Subdomain.

In diesem Fall hast du natürlich ein Duplicate-Content-Problemk, das es zu lösen gilt. Denn alle Seiten, die du unter www.beispielshop.de veröffentlichst sind ja – leicht durch das Layout verändert – auch unter subdomain.beispielshop.de zu finden. Du sprichst zwei mögliche Lösungen an:

  1. „noindex,follow“ für die gesamte subdomain.beispielshop.de: Das ist natürlich schon die erste vernünftige Lösung. Denn die DC-Seiten kommen nicht in den Index und du bist dein DC-Problem los.
  2. „canonical-Tag“ von jeder Seite auf subdomain.beispielshop.de auf die entsprechende Seite von www.beispielshop.de. Auch das knipst die DC-Seiten aus – denn genau dafür ist das Canonical-Tag ja auch gemacht. Hier hättest du noch einen kleinen Vorteil: Denn alle Links, die auf Seiten von subdomain.beispielshop.de zeigen, zählen dann (jedenfalls zu guten Teilen) für deine Hauptdomain.

Ich könte mir aber vorstellen, dass dein Lizenznehmer damit nicht sehr glücklich ist. Denn damit steht fest, dass sein White-Label-Shop sicher nicht in Google gefunden wird. Und ich könnte mir vorstellen, dass er sich das am Ende auch irgendwie wünscht.

Sprechen wir also noch zwei weitere Lösungen durch, die in solchen Fällen verwendet werden:

  • iFrame: Ihr stellt eure Seiten plain und ohne Layout zur Verfügung und der Lizenznehmer bindet sie per iFrame auf seine Seite ein. Mir gefällt diese Lösung meist gar nicht. Denn damit löst du ja dein CM-Problem nicht wirklich aber du befindest dich in einer ziemlich komplexen iFrame-Welt, die meist techisch knirscht. Zwar ist dann – je nach Umsetzung – über dem Shop die Domain des Lizenznehmers zu sehen – aber diese verändert sich nicht, die Kunden können sich also nicht einmal die Links zu Produkten merken. Unschön, finde ich. (Gibt es Gegenstimmen?)
  • XML / Webservice: Ihr liefert dem Shop eure Produkte (oder was auch immer) als XML-Feed und der Lizenznehmer baut daraus automatisierte Seiten. Nun, das ist großes Technik-Tennis – aber natürlich sehr zeitgemäß und elegant. Das DC-Problem habt ihr damit nicht gelöst. Doch der Lizenznehmer kann – in eigenem Interesse – die Seiten anders aufbereiten, z.B. auch weniger Informationen übernehmen, als ihr sie zu den Produkten habt und ihr seid dann auf einer recht sicheren Ebene. Außerdem kan er eigene Kategorie-Seiten oder Landinpages einbauen. Ist halt technisch aufwändig. UND: Funktionen wie z.B. der Warenkorb und das Payment können noch viel mehr Arbeit machen.

Kleine Lösung: Canonical-Tag
Große Lösung: XML / Webservice

Es kommt also auf den Deal und die Ambitionen des Lizenznehmers an: Möchte er eine kleine, schnelle Lösung, und ist er bereit auf die „eigene“ Domain zu verzichten, dann empfehle ich euch, mit Canonical-Tags zu arbeiten. Denn dafür sind die ja eigentlich gedacht. Wenn das Projekt richtig schick werden soll und es sich perspektivisch für beide Seiten lohnt, empfehle ich, dass ihr einen Webservice aufsetzt und der Lizenznehmer seine Seiten mit eurem XML-Feed bastelt.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (3)

  1. Sergiy Rn

    Hallo Eric,
    besten Dank
    für die ausführliche Antwort!
    Eine Frage
    habe ich noch.
    Im P.2 „canonical-Tag“
    schreibst Du „von JEDER Seite auf subdomain.beispielshop.de auf die entsprechende Seite von http://www.beispielshop.de.“  Wie wäre es mit z.B. paginierten Seiten der http://www.beispielshop.de, die „noindex, follow“
    sind? Sollen wir auf die auch mit Canonical zeigen?
    Herzlichen Dank
    und schöne Grüße,
    Sergiy

  2. eric108

    Sergiy Rn Nun, das ist nicht nötig. Ist vielleicht für das System einfacher, wenn einfach alle Seiten ein Canonical-Tag rüber haben. Aber da die eh auf noindex stehen, macht das vermutlich nix aus. Man könnte natürlich auch ein bisschen damit herum spielen… Aber das wären dann schon wieder SEO-Tricks, die irgendwie ungut enden können 😉

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