Ist ein verlustfreier Umzug von einem Subdomain-Blog zu einer TLD möglich?

seo frageSEO-Frage: Um (relativ) verlustfrei einen Domain-Umzug zu vollziehen gibt es meines Wissens zwei Möglichkeiten: Redirect und Canonical. Beides ist auf gängigen Blogging-Plattformen (bspw. WordPress.com, Blogger, etc.) nicht anwendbar. Gibt es überhaupt eine Möglichkeit aus SEO Sicht verlustfrei von einer dieser Plattformen auf eine eigene Domain (samt Webspace) umzuziehen? (Falko Möller)

Antwort: Eine tolle Frage! Danke! Denn das ist kein kleines Nischenthema sondern spannend – für alle, die sich überlegen, auf wordpress.com oder blogger.com mit einem Blog zu starten.

Also: Zunächst einmal ist ein Domain-Umzug tatsächlich (fast) ohne Rankingverluste machbar – wenn man sich an die Anleitung von Kai Spriestersbach hält. Da sind wir einig. Ein Umzug von einer Plattform wie WordPress.com oder blogger.com wird so nicht funktionieren. Das vor allem drei Gründe:

  • Dort gibt es keinen Zugriff auf die .htaccess, mit der üblicherweise die 301-Umleitungen erledigt werden.
  • Du kannst dort keine WP-Plugins installieren, die ggf. bei einer Umleitung helfen (z.B. Redirection). Du kommst somit auch nicht an die Meta-Informationen der Seiten ran und kannst also keinen Canonical-Tag einbauen.
  • Es ist nicht möglich, Blogs solcher Plattformen in die Google Webmaster Tools anzumelden. Und diese sind wichtig, um Google die Adressänderung mitzuteilen.

Du wirst also auf jeden Fall Rankings (und vor allem deinen Link-Power) verlieren, wenn du von meinblog.wordpress.com auf www.meinblog.de umziehst. Damit das nicht so sehr weh tut, kann ich dir leider nur das empfehlen:

  • Behalte den wordpress.com-Blog,
  • verlinke die Startseite des neuen Blogs prominent aus der Randspalte des alten Blogs heraus (ink.. Hinweis für User, dass jetzt woanders geschrieben wird) und
  • gehe auf die gut gerankten und gut von außen verlinkten Seiten und setze von diesen einen fetten Link auf eine neue, passende Unterseite. Ich würde dazu sogar einen Teil des Contents der alten Seite nehmen (wenn der noch gut ist) und nur einen Teil des Inhalts dort belassen. Achte darauf, dass du damit keinen Duplicate Content produzierst und trotzdem noch etwas Content auf der alten Seite bleibt (sonst verliert sie zu schnell die Rankings). Stell sicher, dass die Verlinkungen vom alten Blog auf den neuen jeweils im sichtbaren Bereich und mit den betroffenen Keywords erfolgt.

Ja, das ist nur so etwas wie eine Notversorgung mit begrenzten Mitteln – aber besser als gar nichts. Vielleicht euch Lesern hier noch mehr ein?

Und die Moral von der Geschicht‘?

Bevor du ernsthaft mit dem Bloggen oder sonsteinem Content-Aufbau anfängst, besorge dir eine eigene Domain und eine eigene CMS-Installation. Die WordPress Installation dauert etwa eine Stunde und ein Hosting-Vertrag kostet ab 10 €/Monat. Das sollte dir dein Webpräsenz schon von Anfang an wert sein.

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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