Kann man den Google Crawler mit Breadcrumbs verwirren?

SEO-FrageFrage: Ich nutze eine schöne Breadcrumb Navigation. Jedoch habe ich verschiedene Kategorien (Party, Wohnen, Leben etc.), die jeweils mit Städten verknüpft sind. Daraus ergibt sich z. B. folgende Navigation: 

        Party –> Berlin

Party verlinkt auf eine allgemeine Übersichtsseite, und Berlin wird hier dann auf /party/berlin verlinkt.

In der Kategorie „Wohnen“ ergibt sich das gleiche Bild:

     Wohnen –> Berlin

Da Berlin diesmal auf /wohnen/berlin verlinkt, habe ich Angst den Crawler zu verwirren. Der Anktertext Berlin führt schließlich zu verschiedenen Zielen. Der Text „Wohnen -> Wohnen Berlin“ wäre aber sehr unschön… (Andreas)


Antwort: Habe ich dich richtig verstanden, du befürchtest, dass Google davon verwirrt ist, dass der Linktext „Berlin“ mal in die eine Richtung und mal in die andere Richtung zeigt? Ich musste ja erst leise grinsen, als ich die Frage so verstanden habe. Denn, hey, warum soll Google davon verblüfft sein? Deine Links machen absolut Sinn und die Breadcrumb sollte ja nun wirklich nicht „Wohnen -> Wohnen Berlin“ lauten. Außerdem ist Google ein Crawler, der wird nicht so schnell verwirrt.

ABER!!!

Doch: Deine Frage ist völlig berechtigt! Vermutlich kommst du drauf, weil du sehr aufmerksam die Blogs liest und sogar Onpage-Tools nutzt, die dir diese Frage geradezu aufdrängen. Warum? Weil die Targeting-II-Regel lautet:

  • Wenn du eine Seite auf „Berlin“ optimierst, dann sollten deine interne Linktexte „Berlin“ lauten UND
  • immer wenn das Wort „Berlin“ verlinkt wird, muss dieser Link auf diese Seite gehen.

Genau diese Regel durchbrichst du mit deiner Breadcrumb – und genau das machen alle anderen sinnvollen Breadcrumbs dieser Welt. Deshalb wird dir zwar ein ordentlich gebautes Onpage-Tool wie Onpage.org oder Searchmetrics das als Fehler oder zumindest als Hinweise ausgeben und anmahnen. Denn du verlinkst mit einem Anchor-Text verschiedene Seiten. Und technisch gesehen haben die Tools auch recht. Doch inhaltlich gesehen ist das natürlich Quatsch, denn so funktionieren Breadcrumbs nun mal.

Ich gehe davon aus, dass der Google-Crawler es sogar versteht, wenn du deine Breadcrumb ordentlich mit Rich Snippets gebastelt hast. Und wenn er es nicht versteht, gilt immer noch, dass man auch seine interne Verlinkung immer besser für die User als für einen Crawler gestaltet. Technokratische Hinweise hin oder her…

Kurz gesagt: Du hast alles richtig gemacht!

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (6)

  1. FalkoMoeller

    Hi Eric,
    gilt der legitime Durchbruch Deiner Ansicht nach auch im größeren Rahmen, bspw. in der Navigation?

  2. eric108

    FalkoMoeller Puh, das ist eine echt gemeine Nachfrage. Aber ich muss da wohl eher kleinlich reagieren. Ich würde wirklich überall, wo es sich rechtfertigen lässt, den Anchor-Text nach SEO-Richtlinien machen (also möglichst „Party Berlin“) schreiben. Nur, wenn es dann so komische Darstellungen gibt wie „Party > Party Berlin“ würde ich auf das zweite Party verzichten. 
    In der Navigation kann das – je nach Layout – auch so ein Fall sein. Auch da würde ich dann lieber für den User als für den Crawler entscheiden. Aber mit dem unguten Gefühl im Bauch, dass das Targeting nicht optimal ist….

  3. ainrecords

    Hey Eric,
    wirklich spannend ist das Thema dann in der Praxis aber erst, wenn man URL-Struktur, den hierarchischen Aufbau der Ebenen UND die Breadcrumbs unter einen Hut bekommen will /  muss!
    Passenderweise sitze ich gerade an einem solchen Projekt…

  4. RicoMelzer

    Hi Eric,
    wie wäre es, wenn man den gleich lautenden Ankertexten wenigstens verschiedene und zur Zielseite passende Link-Title mitgeben würde?
    VG,
    Rico

  5. TobiasSasse

    Es geht ja eigentlich um das Thema Keyword Cannibalization. Und ich finde, das Thema ist völlig überbewertet. Es wurde in 2007 von Rand Fishkin in die Welt gesetzt. Er ist eingefleischter Marketer und liebt es, sich als Trendsetter zur Authority seiner eigenen Wortschöpfungen zu machen.
    Was meiner Meinung nach viele SEOs vergessen ist, dass Rand überhaupt keine Belege für diesen Effekt gebracht hat. Er wurde trotzdem immer weiter zitiert und seine Theorie hat sich dabei selbständig gemacht. Trotzdem ist sie überhaupt keine feste Tatsache, sondern nur eine Theorie, die im Prinzip sogar gegen die klassische Dokument Retrieval (und die moderne Variante à la Kratz) gerichtet ist, bei der viele Begriffe innerhalb einer Site immer wieder benutzt werden müssen, damit Relevanz entsteht.
    Eric, langer Rede kurzer Sinn: Du liegst völlig richtig, Google wird schon damit umgehen, weil es einfach das Normalste der Welt ist. 🙂

  6. vanSEO

    TobiasSasse …hehe, geiler Kommentar. Und du hast natürlich Recht. Aber das ist bei uns SEOs leider häufig so. Irgendeiner erzählt etwas und weil er ja schon viel richtiges erzählt hat, übernimmt man das einfach mal und trägt es in die Welt hinaus. Da gibt es leider einige Storys… aber gut. Darum geht es hier ja nicht.

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