Megamenü zu voll? Zwei Lösungen, wie das klappen kann

SEO-FrageFrage: Ich bin mir unsicher, wie ich das Menü (oben) aufbauen soll. Ich würde bei einem Shop gerne in das Megamenü die Produktkategorie z.B. Fahrrad unter darunter die Hersteller auflisten. Man sollte aber auch schauen, dass man interne Links auf der Seite spart. So könnte man einfach einen Link zum Shop setzen und sich anschließend über die Seitennavigation durchhängeln (1. Produkt, 2.Klick Marke). Oder erst das komplette Menü ab der Onlineshop Ebene ausfahren. Somit würden nicht immer so viele interne Links geladen werden. Nachteil ist jedoch, dass man dan von der Startseite keinen Überblick über die Marken hat, was auch nicht usability-freundlich ist.

Vielleicht hast du ja einen Ratschlag, wie du die Sache bewerten und umsetzen würdest. Ich denke es ist schon wichtig, dass die USER eine Übersicht auf der Startseite erhalten.

Antwort: Super Frage, weil das auch Nicht-Shop-Betreiber betriff. Es geht also darum, wie viele Navigationspunkte im Mega-Flyout angezeigt werden dürfen/sollten. Hier treffen in der Tat Usability und SEO gegeneinander an. Wollen wir mal schauen, wer gewinnt…

Zunächst einmal ein kleiner, theoretischer Ausflug

Wir sollten bei den Seiten einer Webseite zwischen drei Arten unterscheiden. Da gibt es zum einen die Homepage. Diese rankt für das eine oder andere "große" aber vermutlich nicht sehr conversionstarke Keyword ("nicht conversionstark", weil ein allgemeines Keyword meist schlechter konvertiert als ein sehr exaktes) – und hat die Aufgabe, den Link-Juice über die Unterseiten auszuschütten. Darunter kommen die Kategorie-Seiten. Diese sind schon spezieller, sollen für Midtail-Keywords ranken und müssen die Produktdetail-Seiten mit Linkjuice versorgen. Und dann gibt es die Detail-Seiten, auf denen bitte gekauft werden soll. o.k.? Also:

  • Homepage
  • Kategorie-Seiten
  • Produkt-Detailseiten

Aufgrund ihrer Funktion würde ich sagen, dass die Homepage die meisten intern ausgehenden Links haben darf und die Produkt-Detail-Seiten möglichst deutlich weniger.

So, und nun zur Praxis: Oben mehr als unten

Wenn du auf der Homepage (und nur dort) bei einem halbwegs starken Shop 200 ausgehende Links hast, kannst du eigentlich locker bleiben. In der Regel sollte das ausreichen, die Kategorien und die Hersteller im Mega-Flyout darzustellen. Wenn nicht, kommt hier noch als kleiner Einschub:

<TIPP2>:
Es ist der Usability nicht zuträglich, wenn bei jeder Kategorie jeder Hersteller steht. Das ist doch eh nur Text-Grütze in der Navigation. Suche dir die wichtigsten Hersteller raus und mache das in der Kategorie so:

Produkt-Kategorie

  • Hersteller 1
  • Hersteller 2
  • Hersteller 3
  • weitere Hersteller

</TIPP2>

Also: Auf die Homepage packst du im Menü möglichst viele sinnvolle (!) Deep-Links. In den Kategorien wendest du am besten das gute, alte Siloing an: In der "Kategorie XY" stecken im Hauptmenü alle anderen Kategorie-Links und alle Hersteller-Verlinkungen DIESER Kategorie plus evtl. eine weitere Navigationsebene in DIESER Kategorie z.B. mit den wichtigsten Produkten. Du sparst dir also die Deep-Links in die anderen Kategorien. Das kann man lässig machen, denn die Navigation von einem Hersteller der Kategorie XY zu einem Hersteller in der Kategorie YZ ist ein seltener Anwendungs-Fall. Darauf kann der User im Zweifel verzichten. Wenn du alles super machen willst und die Navigation überall identisch aussehen soll, kannst du die Deep-Verlinkung der anderen Kategorien ja auch per Javascript nachladen. Dann hat der User evtl. eine kleine Verzögerung- aber das ist ja eh nur in wenigen Anwendungsfällen wichtig.

Auf diese Weise hast du viele Links auf der Home, was sinnvoll und gut ist, und du sparst Links in den Kategorien. Außerdem sind die verbleibenden Links auch noch themenrelevanter. Tic?

Ich weiß: Das Problem ist mehr Arbeit und verschiedene Navigationen

Klar, so hast du dann für jede Produkt-Kategorie und für die Home jeweils ein eigenes Menü und muss mit dem Shop-System darum kämpfen, dass dieses auch wirklich funktioniert. Aber, nun, ich habe schon mal erwähnt, dass gutes SEO nicht immer wirklich einfach ist…

Wenn es gar nicht so funktioniert, weil du keinen Bock auf die viele Arbeit hast oder dein Shop-System keine unterschiedlichen Menüs zulässt, dann konzentriere dich ganz auf <TIPP2>: Suche dir halt die wichtigsten Hersteller pro Kategorie raus und packe diese hinzu. Das geht eigentlich immer. Und für die User ist das o.k.. Glaube mir 😉

 

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (3)

  1. stefan k

    Super Vielen Dank für diesen super Artikel.
    Dieser hat mir sehr weitergeholfen und ist wirklich gut erklärt. Danke – weiter so 🙂

  2. robotrock123

    Hi, könntet ihr für die folgende Textpasssage mal ein grobes Beispiel machen? Das leuchtet mir noch nicht ganz ein. Danke 🙂 
    In der „Kategorie XY“ stecken im Hauptmenü alle anderen Kategorie-Links und alle Hersteller-Verlinkungen DIESER Kategorie plus evtl. eine weitere Navigationsebene in DIESER Kategorie z.B. mit den wichtigsten Produkten. Du sparst dir also die Deep-Links in die anderen Kategorien. Das kann man lässig machen, denn die Navigation von einem Hersteller der Kategorie XY zu einem Hersteller in der Kategorie YZ ist ein seltener Anwendungs-Fall.

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