Ist eine Single- bzw. One-Page besser für SEO als mehrere Unterseiten?

Frage: Ich sehe vermehrt  Landingpages als so genannte Single Pages bzw. One Pages gebaut – also Seiten, bei denen aller Inhalt auf einer einzigen HTML-Seite steht. Ist das nun besser, schlechter oder egal für SEO?

Antwort: Volltreffer! Diese Frage habe ich mir in den vergangenen Wochen auch immer wieder gestellt. Denn – wie so vieles in der Suchmaschinenoptimierung – ist die Antwort nicht so einfach wie „Single Page ist besser als Mini-Site“. Also, es kommt darauf an…

Erstens: Was willst du mit der Seite?

Mich nerven diese One-Page-Dinger ja manchmal. Vor allem, wenn irgendeine Webagentur denkt, sie könne daraus einen komplizierten,geführten Rundgang durch ein Thema machen. Das ist im Internet meiner Meinung nach kompletter Blödsinn, denn der User ist frei und will selbst entscheiden, ob er jetzt konkrete Informationen zum Produkt haben will oder sich durch irgend ein Intro lesen möchte. Aber, na gut, das hat mit SEO nichts zu tun.

Jedenfalls: Wenn du aus Marketing- oder anderen Gründen entscheidest, dass eine Single Page mehr Sinn macht als eine kleine Site mit einigen Unterseiten – dann solltest du eine solche machen. Ihr wisst ja: SEO ordnet sich immer gerne den Business-Konzepten unter. (Höre ich da Widerspruch? Immer noch? Ach, komm…)

Zweitens: Spielwiese für WDF*IDF und andere schicke Sachen

Wer sich an das Thema WDF*IDF wagt, wird mit einer Landingpage im One-Page-Stil mehr bewegen, als mit einer einzelnen Unterseite in einem komplexeren Site-Konstrukt. Klar: Denn auf eine solche Seite kann ich viel mehr Text pumpen und auf Proof-Keywords und deren Ausprägung achten.

Und: So ein One-Pager bietet auch mehr Raum für den Einbau von Bildern, Videos, Tabellen und vielen anderen Elementen, die den Leser halten werden. Und das solltet ihr auch nutzen.

Man kann wohl davon ausgehen, dass eine Single-Page bei den Faktoren „WDF*IDF“ aber auch bei „Verweildauer“ und „User-Interaktion“ einen Vorteil einbringen kann. Wenn sie gut gemacht ist, natürlich.

Merke: Eine One-Page ist NICHT einfach viel Text, der halbwegs nach WDF*IDF optimiert wird, auf eine eigene Keyword-Domain zu packen. Es geht dabei um ein redaktionelles, multimediales Konzept – das sogar mehr Aufwand machen kann als mal eben ein WordPress mit ein paar Texten aufzusetzen.

Drittens: Begrenzte Keyword-Auswahl

Ihr kenn die zweitwichtigste SEO-Regel? Genau: 1 Keyword = 1 Seite. Das heißt, dass man im überwiegenden Teil aller Fälle mit einer HTML-Seite für ein Keyword ranken kann. Naja, jedenfalls für ein Keyword und ein paar sehr, sehr ähnliche. Das ändert auch ein One-Page-Konzept nicht: Du kannst damit auch für große Keywords ganz ordentlich ranken – aber wohl niemals für zwei sehr unterschiedliche Suchbegriffe. Schaut euch mal die bekannten Beispiele an… Das heißt:

Je breiter die Keyword-Auswahl für deine Seite ausfällt, umso mehr Seiten brauchst du. Wenn du für alle sinnvollen Kombinationen rund um „Risikolebensversicherung“ ranken möchtest, ist eine Single-Page eine echt gute Idee. Kommt „Kapitallebensversicherung“ oder auch nur ein allgemeines „Lebensversicherung“ hinzu, brauchst du mehr als nur eine einzelne Seite.

Fokussiert und mit viel Liebe gebaut: Dann wird die Single Page ein SEO-Brüller

Also, es ist wie immer im SEO: Die Antwort ist „Ja, aber nur in speziellen Fällen“. Mit einer One-Page kannst du wirklich tolle Suchmaschinenoptimierung betreiben – aber nur für einen sehr engen Keyword-Fokus. Und du musst mindestens ebensoviel Aufwand betreiben wie für eine kleine Website mit mehren Unterseiten!

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (13)

  1. Michael_Ertel

    Mensch Eric, hack doch nicht immer auf den Grafikern rum. Über die Form einer Website entscheiden (zumindest bei uns) ganz andere Leute als der Grafiker.

  2. FalkoMoeller

    Perfektes Timing!

  3. eric108

    Michael_Ertel Na gut, du hast recht. Dann schreibe ich mal lieber Web-Agentur. Da sitzen ja häufig diejenigen, die ein wenig umständlich arbeiten. Du hast recht.

  4. Andiministrator

    Wenn solche Single-Pages dann noch Inhalte via Ajax nachladen, hat man als SEO den größten Spaß – Stichwort Excaped Fragments 😉

  5. Andiministrator

    Wenn solche Single-Pages dann noch Inhalte via Ajax nachladen, hat man als SEO den größten Spaß – Stichwort Escaped Fragments 😉

  6. eric108

    Andiministrator Stimmt. Das macht dann echt Spaß…

  7. Henry Zeitler

    Es gibt da Lösungsansätze, die quasi einen One-Pager simulieren. Schaut mal hier: http://www.infinite-scroll.com/ So kann die KW-Grenze umgangen werden.
    Die Diskussion um Ajax und Escaped Fragments ist in so einem Fall auch eher kontrovers. Wenn ich im Fallback (Graceful Degradation) eine funktionierende Seite habe und die externen Inhalte korrekt im HTML verlinke, so what?

  8. Pingback: Aktionen und Scroll-Verhalten auf einer Single Page überwachen

  9. torbenleuschner

    Andiministrator „Escaped Fragments“ ist ein Technik, von der Google mittlerweile Abstand genommen hat und deren Verwendung alles andere als empfehlenswert ist. Man sollte hier eher auf die „HTML5 History API“ setzen.

  10. Pingback: Single-Page-SEO – Was sagt Google dazu? | SEO by Content

  11. MarkusAssbrock

    schöner artikel. vor allem das „sollte oder könnte“ ist immer gut bei seo :)
    LG, http://www.seomatik.de

  12. MalikDelitzious

    Danke für den interessanten Beitrag!
    Habe mich selber ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und in eine Case-Study ein paar Fakten zusammengefasst. 
    http://www.gruenklee.de/grkl/news/onepage-und-seo-in-der-praxis
    Viele Grüße Maik

  13. Pingback: Single-Page-SEO – Was sagt Google dazu? | SEO by Content

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