Der Umgang mit Title-Tag und Description in der mobilen Suche

SEO-FrageFrage: Auf Mobilgeräten werden ja leider nicht der komplette Title & Meta Description angezeigt.

Wie soll man nun heutzutage Title & Description optimieren? Direkt mit dem „mobile first“ Gedanken und dann eben reduziert (Title: ca. 40 Zeichen, wobei es teilweise mobil auch zwei Zeilen anzeigt / Meta Description mit ca. Zeichen)?

Was ist eure Einschätzung und Erfahrung hierzu? (Stefan)


Antwort: Diese Frage habe ich mir ein paar mal durchgelesen – und war verblüfft. Denn, warum in aller Götter Namen, haben wir darüber nicht schon längst diskutiert? Da werden alle möglichen Inhalte für mobile Webseiten angepasst, ja sogar umgeschrieben – aber über den Title und die Description in der mobilen Suche macht sich kaum einer Gedanken. Danke, Stefan! Das werden wir jetzt ändern!

Titles und Descriptions für "Damenschuhe".

Titles und Descriptions für „Damenschuhe“. Eine deutlich kürzere Description.

Zunächst muss ich dir in einem Punkt widersprechen: Es ist NICHT so, dass in der mobile Search nicht der komplette Title angezeigt wird. Der Title auf Smartphones ist manchmal sogar länger als auf dem Desktop. Denn er kann zweizeilig werden. Wenn du nach „Damenschuhe“ suchst, findest du (siehe Beispiel) auf dem Handy noch „Zalando“ – auf dem Desktop nicht mehr. Die Description ist mobile jedoch immer kürzer bzw. ebenso lang wie auf dem Desktop.

Doch es geht natürlich nicht nur um die Länge: Wenn wir davon ausgehen, dass die mobile Suche häufig anders motiviert und mit anderem Ziel erfolgt, dann sollte natürlich der Inhalt variieren. Das wirft zwei Fragen auf: Wie soll der Inhalt mobil sein? Und wie kann man es schaffen, dass mobil und auf dem Desktop unterschiedliche Meta-Angaben ausgespielt werden?

1. Wie sehen Title-Tag und Description für „mobile“ ideal aus?

Natürlich: Das kommt wieder darauf an, um welche Seite es sich handelt. Aber einige Gedanken dazu:

Und schau: Hier fehlt "Zalando". Der Title ist am Desktop manchmal sogar kürzer,

Und schau: Hier fehlt „Zalando“. Der Title ist am Desktop manchmal sogar kürzer,

  • Die Description muss schneller auf den Punkt kommen (ich würde es mit 120 Zeichen versuchen) während der Title-Tag wohl weiterhin 55 Zeichen (oder etwas länger) sein darf. Und ich denke, 55/120 ist für Desktop und Mobile ein guter Kompromiss.
  • Alle Webseiten mit „Visit in Querie“ (also z.B. Restaurants, die sich von der mobilen Suche nach „Pizzaria“ Laufkundschaft versprechen) sollten sich sehr deutlich machen, was ein potentieller Gast, der in der Nähe steht, benötigt. Ist es vielleicht schon die Adresse? Öffnungszeiten? Möglicherweise aber auch einen guten Grund, warum es sich lohnt, persönlich vorbei zu kommen? Wie auch immer: Überlegt euch, was der Typ mit dem Handy in der Hand auf der Straße auf insgesammt 180 Zeichen (Title + Description) von euch wissen will.
  • Auch Webseiten ohne lokalen Bezug können/sollten sich in der mobilen Suche auch anders darstellen. Wie sieht der Anwendungfall aus, wenn jemand auf dem Handy „Standmixer“ eingibt? Oder gar einen Modellnamen eingibt? Möglicherweise steht er dann gerade bei Kaufhof und überlegt sich, so ein Teil zu kaufen – will aber eben noch mal recherchieren. Jetzt kommst du: Wie schaffst du es, diesen Offline-Shopper von der Ladentheke in deinen Warenkorb zu dirigieren? Er will das Teil offenbar haben, und zwar sofort – aber er möchte vielleicht auch Geld sparen oder zusätzlichen Service bekommen. Denke, wenn du für die Buying Modalities schreibst, also eher an den spontanen Surfer…

2. Wie lassen sich unterschiedliche Meta-Angaben technisch realisieren?

Offen gestanden ist das ein düsteres Kapitel. Denn wenn du mit einer Responsive Seite arbeitest, hast du einfach keine Chance. Dann nimm die 55/120 als Längen-Kompromiss und versuche textlich einen Inhalts-Kompromiss.

Beim Dynamic Surfing (du spielst einem mobile Clienst unter der selben URL anderen Inhalt aus) kannst du es versuchen. Ich kann dir aber nicht versprechen, dass das funktioniert. Vielleicht gibt es aber SEO-Book-Leser mit viel Erfahrung dazu? Dann bitte ich um Kommentare!

Wer eine mobile Seite etwa unter einer Subdomain wie „m.domain.de“ hat, hat es natürlich leicht. Dann hast du zwei HTML-Header, in denen du unterschiedliche Meta-Angaben eintragen kannst.

Diese technische Ratlosigkeit ärgert mich, ehrlich gesagt. Da scheint „Mobile“ für Google seit Jahren das Wichtigste überhaupt zu sein und sie empfehlen „Responsive“ – aber sie schaffen es nicht einmal, einen mobile Meta-Tag (mein Vorschlag <m:title> und <m:description>) einzuführen. Oder über die Sitemap – oder beides. Das wäre für die Freunde in Mountain View durchaus möglich. Aber: nein! Hört mich jemand?

3. Was ist nun zu tun?

Erstens sollte man sich die mobilen Title-Tags und Descriptions überhaupt mal anschauen. Etwa hier. Und dann gehört – wegen der technischen Situation – für viele Seitenbetreiber ein echtes Konzept dazu. Hier einige möglichen Regeln:

  1. Wer die mobile Suche für sein Geschäft für relevant hält, sollte sich bei der Description vielleicht allgemein auf 120 Zeichen beschränken. Die Länge der Title-Tags muss nicht angepasst werden und bleibt bei 55 Zeichen.
  2. Mit ein bisschen Stöbern in Google Analytics und durch angestrengtes Nachdenken, sollte man die Seitenarten identifizieren, die für die mobile Suche (siehe Beispiele oben) besonders wichtig sind. Bei diesen sollte man mindestens versuchen, einen guten inhaltlichen Mittelweg zu gehen und versuchen, den Desktop-User genauso anzusprechen wie den mobil Suchenden. Die Buying Modalities sind dafür eh ein guter Ansatz. Ich habe darüber etwas im Onpage.org-Magazin geschrieben – werde das hier auch noch einmal diskutieren. Einen allgemein gültigen „Mobile First“-Ansatz sehe ich übrigens nicht. Denn ich bin immer noch der Meinung, dass mobiles Internet ANDERS ist aber die Texte nicht zwingend KÜRZER sein müssen. Gerne erkläre ich auch, wie wir die Meta-Angaben-Optimierung bei uns angehen.
  3. Wer eine mobile Webseite hat, sollte deren Meta-Angaben nicht nur kopieren sondern anpassen.

Ansonsten setzen wir darauf, dass Google hinsichtlich einer technischen Möglichkeit für mobile Title-Tags und Descriptions etwas unternimmt…

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (5)

  1. Maximilian

    Wundert mich auch das dieses Thema bisher kaum jemand auf dem Radar hat(te).

    Die haben hier ein Tool gebaut wo man sowohl Mobile als auch Desktop Snippets testen kann. Ganz brauchbar wie ich finde: http://seorch.de/html/snippet-optimization-tool.html

  2. Pingback: Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 6 | SEO-Trainee.de

  3. Stefan Gutmann

    Hallo Eric,

    danke für die Aufnahme unserer Frage 🙂

    Scheint wirklich überraschenderweise noch kein großes Thema unter uns SEOs zu sein.
    Hoffe wir können dies hierdurch anstoßen!

    Welches Tool wir klasse finden zum Testen der mobile Suchergebnisse: Das Chrome Addon „Responsive Web Design Tester“.
    Bei den Developer Tools in Chrome wird komischerweise bei Google nicht die mobile Version angezeigt.

    Kennt ihr sonst noch gute Addons & Tools?

    Danke & Gruß
    Stefan

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