Linkaufbau-Manual für Einsteiger. (Teil 5: So sieht ein korrekter Link aus)

Jetzt wird es – und wir kommen einfach nicht drumrum – etwas technisch. „Einsteiger“ hin oder her: Damit die viele Arbeit etwas bringt, sollte man wissen, ob die Links einer Seite technisch-theoretisch überhaupt etwas bringen können.

Also: Wir brauchen einen Firefox-Browser und z.B. die Erweiterung „mozBar“ von SEOmoz . Diese bitte installieren, aktivieren und oben auf „Show Nofollows“ klicken.

ERSTENS: Ist die linkgebende Seite überhaupt im Index?

Zunächst muss man natürlich sagen, dass ein Link nur dann etwas bringt, wenn Google ihn sieht. Die Seite, auf der er steht, muss also im Index sein. Und es gibt viele Gründe, warum das nicht der Fall sein könnte: Angaben in der robots.txt, in dem robots-Metatag, Penalties oder schlicht die Tatsache, dass die Seite selber keine Links hat…

Um das zu prüfen, muss man also nach der Seite suchen. Das kann man entweder, indem ein Stück Text in Anführungszeichen oder die URL auf Google gesucht wird. Interessant ist aber auch, die URL mit „info“ zu suchen (also Eingabe bei Google z.B. „info:http://www.seo-book.de/offpage/backlinks/korrekter-link“). Hierüber kann man dann auch schön noch weitere Infos (z.B. ähnliche Seiten oder einige Backlinks) finden.

ZWEITENS: Nun sehen wir, ob Links durch ein „nofollow“ entwertet werden.

Diese werden beim Besuch der Seite mit der eingeschalteten mozBar rot hervor gehoben. Zum Test, das das funktioniert, einfach mal kurz auf Mister Wong gehen, dort sind (noch fast) alle ausgehenden Links mit einem „nofollow“ entwertet. Ich will mich jetzt nicht darüber streiten, ob „nofollow“ sinnvoll ist und wir vielleicht nicht doch ein paar entsprechend abgewertete Links für den Aufbau brauchen.

Wer denkt, von einer guten Seiten (dazu gehört vor allem Wikipedia…) einen Link möchte, auch wegen der User, sollte sich von einem „nofollow“ nicht abstoßen lassen. Aber das Attribut sagt dem Google-Robot „Hey, das hier ist KEIN redaktioneller Link, du brauchst den nicht in deine Datenbank aufzunehmen.“ Nun, meistens glaubt der Robot so etwas…

DRITTENS: Im Firefox (auch im IE) kann man Javascript deaktivieren.

Das sollte man hin und wieder machen, und schauen, ob es auf der Seite noch Links gibt. Denn manchmal werden diese via Javascript eingebaut – und man kann sich dann wirklich nicht sicher sein, ob Google diesen Links auch wirklich folgt. Das gleiche gilt übrigens auch für Flash, Silverlight, Ajax u.s.w.. Wer sich ganz sicher sein will, schaut sich mal an, was der Spider so sieht, etwa auf der Spiderview von Linkvendor. (http://www.linkvendor.com/seo-tools/se-spider.html)

VIERTENS: Ausloggen!

Hört sich blöd an, ist aber ein häufiger Fehler: Wer – vielleicht noch von einem älteren Besuch in einer Community – auf einer Seite eingeloggt ist, wird möglicherweise etwas anderes sehen als der Robot von Google. Denn der loggt sich nirgends ein, kann er ja gar nicht, der Kleine. Deshalb (und aus anderen Gründen) ist das Ausloggen beim Linkstöbern oberste Pflicht.

FÜNFTENS: Ein bisschen HTML lernen

Wir haben also eine Seite gefunden, auf der maschinenlesbare Links, nicht-nofollow-Links sind und wollen uns an die Arbeit machen. Halt! Erst markieren wir einen schon vorhandenen Link mit gedrückter linker Maustaste und wählen im Kontextmenü (also rechte Maustaste drücken) „Auswahl Quelltext anzeigen“ aus. Wir bekommen den Code des Links zu sehen. Und der sieht im Idealfall so aus:  <a href=“[http://www.meine-domain.de/]“>[LINKTEXT]</a>.

Das ist aber meist nicht ganz so einfach. Hier eine Liste von möglichen Dingen, auf die man im Code stößt:

  • Statt [www.meinedomain.de] steht z.B. [andere-domain.de/index.php?link-forward=“www.meine-domain.de“]. Dann vergesst den Link. Denn dieser Link wird seo-technisch niemals bei euch ankommen. Es ist zwingend notwendig, dass hinter dem „href=“ eure Domain steht. Alles andere ist Quatsch.
  • Viele weitere Attribute lassen uns kalt: „class“, „title“, „target“, „name“ u.s.w.. Die machen den Link netter. Wenn hinter „title“ Keywords stehen, freuen wir uns sogar darüber.
  • Wenn es das Attribut „rel“ gibt, und „nofollow“ dahinter steht, hat die mozBar nicht funktioniert 😉
  • Der [LINKTEXT] besteht idealerweise aus den Keywords, und wenn das kein Text sondern ein anderes HTML-Tag ist, etwa „<img …>“, ist das auch nicht so schlimm, vielleicht gibt es darin ja wieder ein alt-ag mit dem Keyword. Aber das führt für hier jetzt etwas zu weit.

Nun, das sind die Basics. Aber sie sichern die Arbeit beim Linkaufbau ab. Und sie öffnen die Augen für ganz neue Weg.

Übrigens, noch ein paar, unvollständige Qualitäts-Kriterien von Backlinks:

  1. Textlinks (mit dem Keywords der verlinkten Seite) sind wohl besser als Bilder-Links.
  2. Links im Footer sind im Footer und Google weiß das. Mit anderen Worten: vermutlich werden sie nicht so hoch gewertet.
  3. Die besten Links kommen direkt aus dem Content heraus, sind also Teil des redaktionellen Inhalts.
  4. Ein Link auf einer Seite mit insgesamt zehn ausgehenden Links ist natürlich wertvoller, als wenn auf dieser Seite 300 ausgehende Links wären. (das teste ich gerne mit einem Bookmarklet)
  5. Wenn der Link zwischen anderen Links wie z.B. „Kredite ohne Schufa“, „Online-Kasino“ und „Zubehör fürs iPhone“ dann ist es für den Robot nicht schwer nachzuvollziehen, dass dies gekaufte Links sind. Finger weg davon!

Und, hat’s weh getan, der technische Kram? Schon gell? Aber wir wollen ja hier nicht so tun, als ob SEO in ein/zwei Stunden zu lernen sei…

Hier die Übersicht der ganzen Serie „Linkaufbau für Einsteiger“:

  1. Einführung
  2. Wie viele Links man braucht
  3. Woher man diese Links gerne haben möchte
  4. Wie man beim Linkbuilding vorgehen kann
  5. So sieht ein korrekter Link aus
  6. Tools zum besseren Durchblick
GD Star Rating
loading...

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentare (2)

  1. Carsten

    Hi,
    scköner Artikel…wollte nur mal drauf hinweisen, dass ein Blick auf Mr-wong wohl nicht mehr sooo sinnvoll ist. Die haben ja gestern in deren Blog groß angekündigt, dass Sie auf follow umstellen…Redaktionelle Prüfung und so, mal abwarten was draus wird.
    Grüße

  2. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Hey Carsten,
    danke für den Hinweis. Hatte mir auch überlegt, ob ich das noch als Beispiel bringe. Aber wir müssen uns wohl keine Gedanken darüber machen, dass da zu viele Links dofollow werden. Na ja, ich werde wohl ein anderes Beispiel bringen. Hast recht…

    eric

Kommentare sind geschlossen.