Linkaufbau-Manual für Einsteiger. (Teil 4: Wie gehe ich vor?)

Im vierten Teil unserer Serie „Linkaufbau für Einsteiger“ kümmern wir uns darum, wie die Domain-Popularität am besten gesteigert wird. Hierbei geht es um die Geschwindigkeit und um ein paar – nicht ganz unwichtige – Rahmenbedingungen.

  • Die einfache Antwort ist: „Einfach anfangen
  • Die korrekte Antwort ist: „Anfangen, durchhalten, aber nicht übertreiben
  • Der gute SEO sagt: „Denk nach, mach dir einen Plan und lass es natürlich aussehen

Das klingt verwirrend. Aber wer nicht gerade den ganzen Tag Zeit zum Linkbuilding hat, kann ja einfach mal anfangen. Und sollte das auch tun. Denn diese Arbeit ist sehr zeitraubend und wer voran kommen will, hat viel zu tun.

Für eine genauere Beurteilung müssen wir uns kurz zwei Prämissen anschauen, die in der Vergangenheit immer eine gute Faustregel waren:

  1. Zu der ersten Prämisse kommen wir über einen für Linkbuilder geradezu revolutionären Ansatz: Wir stellen uns die Frage, warum man überhaupt Webseiten macht. Der Grund ist nämlich – in einer perfekten Welt – nicht, dass wir bei Google mit tollen Keywords eine super Position erringen möchten, sondern dass wir etwas zu sagen haben. Und das ist – in einer perfekten Welt, zugegeben – auch der Grund, warum andere Seiten auf uns Links setzen: Sie finden unsere Inhalte interessant und möchten ihre Besucher daran teilhaben lassen. Kurz: Wir sollten das, was wir zu sagen haben auch sagen und Content produzieren.
  2. Die zweite Prämisse kommt aus dem Rechenzentrum: Google mag zwar mehr über uns wissen als wir selber – aber dieses Wissen liegt auf Computern in Datenbanktabellen. Und bei der Zusammenstellung der womöglich relevantesten Seiten für das Keyword „Wälzfräsmaschine“ bleibt der Suchmaschine verdammt wenig Zeit, um diese Informationen zusammen zu kratzen. So gesehen, wird Google nur die Informationen in die Berechnungen einfließen lassen, die als Zahl vorliegen oder die in einem Index verdichtet sind. Wir müssen uns also nur mit Daten beschäftigen, die eine (Spam-)Bewertung tatsächlich heran gezogen werden können. Das sind also Statuszahlen (z.B. 324 Links), kummulierte Werte (z.B. von Seiten, die im Schnitt einen Pagerank 2,345 haben) oder ein Delta (z.B. das sind 12 mehr als neulich). Machen wir uns also über Details nicht allzu viele Gedanken sondern fangen wir an.

Die Folgerungen

Wer der ersten Prämisse folgen mag, braucht eigentlich nur darauf zu achten, dass seine Seite wächst. Wer 20 Seiten im Index hat und daran monatelang nichts ändert, braucht sich nicht zu wundern, wenn er immer mehr Links drauf ballern muss, um noch überhaupt einen Effekt zu verspüren.

Wir müssen also für neuen Content sorgen. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass wir damit die Chance auf Besucher über Longtailkeywords erhöhen (doch davon irgendwann später…). Wie viel? Das kommt ein wenig auf die Art der Seite an (Newsseiten mit navigational Keywords sollten wohl schneller wachsen als Shops mit transactional Keywords) wer aber der Faustregel folgt, dass er seinen Content im gleichen Maße erweitert, wie die Zahl der Keywords, liegt damit sicherlich nicht falsch.

Die zweite Prämisse gebietet uns, nur in die eine Richtung zu schauen: nach oben. Wir können lange über ein natürliches Linkbuilding (z.B. auch mit nofollow-Links, von winzigen und von großen Seiten und auf die Home und auf Unterseiten) philosophieren. Wer aber z.B. nach einer Phase massivem Linkaufbaus plötzlich damit aufhört, wird nach und nach an Domainpopularität verlieren (ja, Links verschwinden auch wieder). Und schon zeigt der o.g. Delta-Wert in der Google-Datebank einen negativen Wert. Das ist sicher nicht schlimm, wenn man mal ein paar Tage im Urlaub ist – aber erst viel Linkaufbau und dann keiner mehr, ist sicher ein Fehler. Ein schauriges Beispiel dafür hatte ich erst neulich bei einem Neukunden, der verzweifelt wegen eines massiven Sichtbarkeitsverlust anrief und der Linkbuilding wohl mal unüberlegt „ausprobiert“ hatte…

Also auch hier eine Faustregel: Linkaufbau sollte nur so massiv betrieben werden, wie er auch auf Sicht auch beibehalten werden kann!

Jetzt mal ganz praktisch.

Wie gesagt: Wer Linkbuilding nicht hauptberuflich macht, wird kaum zu viele Links generieren können. Denn wir sprechen ja von Domain-Links (also Menge der unterschiedlichen Domains die auf mich linken). Allerdings sollte man auf die Mischung achten, denn wir wissen ja nicht welche Indizes Google bildet oder irgendwann bilden wird. Wenn ich also einen Monat lang nur in Foren Beiträge schreibe und im nächsten Monat viele Blogs kommentiere, ist das eine schlechte Idee. Eher am Montag mal einen guten Blogbeitrag kommentieren, am Dienstag eine Anzeige auf einem Magazin buchen, Mittwochs dann mal ein Zug durch die Foren u.s.w..

Und da jede Webseite irgendwie anders funktioniert, brauchen wir uns eigentlich auch nicht darüber Gedanken machen, ob der Link aus einem Text heraus (das ist immer prima, aber selten machbar) oder über einen Benutzernamen (bitte nicht „Bernd Sonnensegel“) liegt. Klar, auch hiebei sind Variationen angesagt, ebenso bei der Verlinkung der Domain oder von Unterseiten (Neu gebaute Seiten verlinken! Aber das liegt ja auf der Hand…). Und warum auch nicht mal ein Link mit dem Text „mehr Infos“ oder mit „nofollow“? Aber, wie gesagt: Wer das nicht hauptberuflich macht, kann eigentlich kaum Fehler machen.

Ach, noch etwas…

Ein weiterer Aspekt ist die Legalität und die Legitimität. Wer ein halbwegs ernsthaftes, seriöses Geschäft betreibt, sollte keinen Spam verbreiten. Und ein Blog-Kommentar wie „Toller Beitrag, würde ich auch so sagen“ um den Link über den Namen (evtl. als „Bernd Sonnensegel“) anzubringen IST Spam. Rein rechtlich betrachtet könnte das sogar zu juristischen Problemen führen. Deshalb empfehlen wir auch aus anderem Grund, grundsätzlich mit offenem Visier zu schreiben: Jeder halbwegs vernünftige Webmaster erkennt Spammer ohnehin mit einem Blick… Vermeiden wir also die Peinlichkeit einer peinlichen Enttarnung und sind wir ehrlich – und tragen wir sinnvolle Kommentare und Informationen bei statt nur rasch zu spammen. Denn dann sind wir gern gesehene Gäste in den Foren und Blogs und unsere Links bleiben uns für immer. Quality rules!

Hier eine Übersicht über alle Teile der Serie:

  1. Einführung
  2. Wie viele Links man braucht
  3. Woher man diese Links gerne haben möchte
  4. Wie man beim Linkbuilding vorgehen kann
  5. So sieht ein korrekter Link aus
  6. Tools zum besseren Durchblick
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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (5)

  1. Labtech

    Toller Beitrag, würde ich auch so sagen 🙂 – Nein das war natürlich Spaß.

    Es wird sehr viel über Linkaufbau geschrieben. Ich bin aber immer der Meinung das man die Suchmaschinen überschätzt. Google kann nicht so leicht (will auch nicht bzw können auch nicht) rausfinden, ob du jetzt 1 Woche Links aus dem Forum dir besorgst und die nächste Woche aus Blogs. Wenn man das Prinzip von Google mal betrachtet, wird man man feststellen, dass im Mittelpunkt immer die Links stehen. Die vielen Mythen setzen die, die andere Leute abschrecken wollen.

    Im Prinzip hast du in einem Satz die Wahrheit über den Linkaufbau gesagt: „Die korrekte Antwort ist: “Anfangen, durchhalten, aber nicht übertreiben““

  2. Weinhandel

    So, dann setzen wir mal die Tipps um, haha. Im Ernst: Was machen dann die Shopbetreiber/Linkbuilder richtig, die massenhaft eigene Blogs in die Welt setzen und sich selbst damit beschießen und damit auch noch erfolgreich sind oder jede mögliche echt dusselige Meldung, z.B. neues Produkt xy, in die online PR Maschine schmeißt? Das hat doch nichts mit ethischem Linkbuilding zu tun. Ich denke eher, das g o o g l e zählt: Ein Link ist ein Link ist ein Link. Dabei ist es fast egal, woher der kommt, Hauptsache er ist da.

  3. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Mmmmh, mein lieber Weinhandel. Ich wäre mir an deiner Stelle nicht so sicher, ob ich wirklich einen Link von einem SEO-Blog haben möchte.

    Aber um euch hier alle ein wenig zu schützen, habe ich eh „nofollow“ dran geschrieben 😉

  4. Lars Heinemann

    Linkaufbau mit Google News schon einmal probiert?

  5. Pingback: Linkbuilding mit Social Bookmarks | Universal Dilettant

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