Verborgene Schätze, Teil 1: Backlink-Analyse vor Linkaufbau!

Wenn deine Seite nicht nagelneu oder extrem künstlich verlinkt ist, dann lohnt sich die Suche nach verlorenen Schätzen. Versprochen! Es geht im weitesten Sinne darum, gute alte Links zu aktivieren und das Maximale aus ihnen raus zu holen. Und weil hierbei zwei Schritte sinnvoll sind, erkläre ich das mal mit einer kleinen Mini-Serie: Heute schauen wir uns an, wie man solche Links und Seiten findet, und einem späteren zweiten Teil überlegen wir uns, was man damit anfangen.

Heute also: Wie finde ich wertvolle Links auf meine Unterseiten und wie bewerte ich diese?

Der Gedanke hinter der Link-Schatzsuche ist einfach…

Welche Backlinks besonders toll und super sind, muss ich nicht erklären: freiwillig gesetzte, redaktionelle Links, thematisch passend von hoch getrusteten Seiten. Dafür zahlen die einen große Geldbeträge – andere gehen weiter, und bauen dafür interessante Webseiten mit nützlichen Inhalten. Ich hoffe, geneigter Leser, du gehörst zu der zweiten Gruppe.

Wer sich also seine Links nicht nur strategisch kauft sondern durch guten Content einsammelt, hat allerdings das Ziel der Links und deren Anchor-Texte nicht wirklich unter Kontrolle. Denn da draußen linkt schließlich jeder wie er will – und viele sagen uns nicht einmal Bescheid. Häufig merkt man das erst, wenn man in den Google Webmaster Tools einen vermeintlich dämlichen Sitelink findet und sich darüber wundert, woher der kommt. Die Antwort ist: Weil diese Seite so super von außen häufig verlinkt wurde, denkt Google, die sei wichtig. Mit einem solchen Sitelink haben also schon die erste super verlinkte Seite gefunden. ABER: Auf das Entstehen von komischen Sitelinks zu warten, kann ja hier kein wirklich ernst zu nehmender Tipp sein….

Doch das Ziel der Schatzsuche ist definiert: Wir hätten gerne die unsere Unterseiten, auf die besonders wirkungsvolle Links gesetzt wurden. Und wir möchten gerne mindestens drei Informationen über diese Links:

  • Auf welche URLs zeigen die Links?
  • Woher kommen diese Links? Darüber möchten wir möglichst viel wissen, z.B. die Domain-Popularität, das Alter, den Pagerank u.s.w..
  • Wie lautet der Anchor-Text?

Wie gesagt, was wir dann damit machen, werden wir sehen.

Übrigens: Wem das alles, wie ein bisschen arg viel Arbeit für ein paar alte, gammlige Links vorkommt, der möge sich bitte irgendwie bei mir melden. Ich vereinbare dann gerne einen Beratungs-Termin 😉

Und das sind die Tools dafür:

Also, Links finden. Nichts einfacher als das. Oder? Nicht ganz, denn es gibt nun mal sehr viele Tools, die versprechen, dies zu tun. Einige davon kosten Geld, andere sind halt nicht so nützlich… Aber hier eine kleine Übersicht der Tools, die ich empfehlen kann.

Searchmetrics Suite: Mmmmh, wer einen Zugang zur Suite hat, kann sich ein wenig entspannen. Denn mit dem neuen Backlinking-Modul können alle beliebigen Domains nach Backlininks untersucht werden. Und unter dem Reiter „verlinkte Seiten“ stoßen wir auch gleich auf alles, was wir brauchen:

Und ein kleiner Klick auf die Seiten-URL analysiert mir gleich die Links nach Text, Stärke der Seite, PR und Alter. Also: Alles da. Fertig. Schön wäre jetzt noch ein Excel-Export mit eben diesen Infos – aber das werden die Leute von Searchmetrics sicher schon auf dem Plan haben.

Google Webmaster Tools: Sehr nett ist für mich als Fan der Google Webmaster Tools auch die Tabelle dort unter „Links zu Ihrer Webseite“. Doch leider erfahre ich hier zwar sehr viele Links – aber wenig qualiatives über Linktext und Seitenstärke. Aber die Top-Seiten sollte man sich schon mal anschauen.

Sistrix Toolbox: Mir gefällt eigentlich die extrem einfache Bestpage-Analyse gut. Allerdings ist das schon sehr einfach… Aber mit einem Excel-Export aus dem Backlink-Modul hat man für die folgende Arbeit auch viele sinnvolle Daten zusammen.

Opensiteexplorer: Der Opensiteexplorer von SEOmoz ist auch super. Die US-Kollegen arbeiten mit einer großen, eigenen Linkbasis – und auf der Basis von selbst errechneten Indices  für die Page-und Domain-Authority. Das kann passen oder auch nicht, ich rechne mir mein Zeug auch gerne mal selber aus. Aber ein großer Vorteil ist natürlich der Preis…

PageRank Recovery Tool: Na ja, das ist eigentlich ein bisschen ein Exot weil extremer Spezialist und funktioniert auch nur für echt kleine Seiten kostenlos. Das Tool arbeitet auf Basis der SEOmoz-Linkdatenbank, findet schnell die wichtigsten Seiten und hilft auch bei der Umleitung (das besprechen wir im zweiten Teil der Serie). Für Leut‘ mit ganz kleinen Seiten: nett!

Das sind nur fünf Tools, die in Frage kommen. Man kann auch die Linkdomain-Suche auf Yahoo anwerfen oder eines der Millionen Backlink-Tools da draußen. Und irgendwie arbeitet jeder mit einer eigenen Linkdatenbank – deshalb ist es vermutlich intelligent, gleich mehrere zu nutzen. Wichtig ist, dass wir möglichst viele Unterseiten bei uns finden, die möglichst viele und tolle Links von außen haben.

Und alle die schreiben wir in eine Tabelle. Hier ein Vorschlag für die Überschriften der Tabellen-Spalten, für jeden Link eine Zeile, sortiert wird mit dem AutoFilter:

  • Nummer
  • eigene URL
  • Backlink Page
  • Linktext
  • nofollow/dofollow
  • Pagerank bzw. andere Authority-Werte
  • eingehende Links (der verlinkenden Seite)
  • ausgehende Links (der verlinkenden Seite)
  • Title der verlinkenden Seite
  • Datum

Man kann das beliebig verlängern und man kann auch beliebig viel Zeit hinein investieren, um diese Tabelle zu füllen. Aber man muss nicht. Macht einfach, was ihr könnt – ein bisschen Intuition darf auch immer dabei sein.

So, die Hausaufgaben sind definiert: Bastelt eure Tabelle. Demnächst überlegen wir uns dann, was wir damit anfangen.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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