Was ist eigentlich ein guter Link?

Ein Hinweis von Marcus Tandler mit einem Verweis auf SEO by the Sea macht mir das Leben leichter: Da wir in den vergangenen Wochen immer wieder gefragt wurden, was eigentlich ein guter Link ist, wollte ich die meiner Meinung nach potentiell (!) wichtigen Faktoren eines guten Backlinks zusammen fassen. Ich betone „potentiell“ – denn ihr werdet gleich merken, dass Google dies alles gar nicht in den Logarithmus aufnehmen kann. Man darf ja nicht vergessen, dass die Zahl der Links um ein mehrfaches größer als die Zahl der Webseiten ist. Doch es besteht kein Zweifel darüber, dass Google solche Faktoren in den Linkgraph mit einbeziehen will. Es ist als eigentlich nur die Frage, was sie schon können – und was sie in Zukunft können.

Zunächst wissen wir, dass ein Link beeinflusst wird von dem, was eigentlich der Pagerank aussagen sollte bzw. könnte also der „Wichtigkeit“ der verlinkenden Webseite – gemessen an den Links die auf diese Seite zeigen. Das beinhaltet auch das „Trust“-Konzept, bei dem diese Wichtigkeit über manuell als vertrauenswürdige Seiten gekennzeichnete Seiten vererbt wird. Da Linkkauf, Linkgeiz und die Haltung vieler SEOs im Sinne von „SEO=Linkbuilding“ diese Konzepte gewissermaßen zersetzen, braucht die Suchmaschine noch weitere Signale dafür, ob ein Backlink ein guter Link ist. Und da gibt es verschiedene Bereiche, die der SEO by the Sea aufzählt bzw. dies aus einer Patentschrift übernommen hat:

Beispiele von Signalen, die den Link direkt betreffen:

  • Schriftgröße des Links,
  • die Position (z.B. in der Navigation, im sichtbaren Bereich einer Seite, im Footer u.s.w.),
  • die Position in einer Liste, wenn er einer Liste steht,
  • Schriftfarbe und andere Attribute (kursiv, fett und nicht zu vergessen „nofollow“ u.s.w.),
  • Zahl der Wörter im Anchor-Text,
  • die „Kommerzialisierung“ des Textes (z.B. mit „kaufen“),
  • Textlink, Bildlink,
  • die Größe des Bildes, wenn es ein Bildlink ist,
  • die Wörter vor und hinter dem Link,
  • ob es ein interner oder externer (auch hinsichtlich IP-Adresse) Link ist,
  • welche Umleitungen damit verbunden sind.

Das ist alles nicht besonders überraschend. Viel Arbeit für den Crawler – aber vernünfigtige Werte.

Was man aber auch über das Dokument, auf dem der Link steht, wissen möchte:

  • Die URL,
  • und auf welcher Webseite dieses ist (PR, Trust u.s.w.),
  • wie viele ausgehende Links gibt es darauf,
  • wie viel nicht-verlinkten Text gibt es,
  • was steht im Heading (h1, h2 u.s.w.),
  • in welchem thematischen Cluster steckt das Dokument,
  • wie gut passt die verlinkte Seite in das thematische Cluster?

Mit anderen Worten: Alle Bewertungskriterien für eine Webseite könnten auch für alle Links darauf gelten. Viel Arbeit..

Schauen wir auf das verlinkte Dokument:

  • Wie ist dessen URL,
  • wie ist die dazu gehörige Webseite,
  • gehört die URL zum Host der linkgebenden Seite,
  • ist es die gleiche Domain,
  • wie viel Text befindet sich auf der Seite
  • und wie lang ist die URL der verlinkten Seite?

Da fallen mir eigentlich noch ein paar weitere Dinge ein…

Richtig schwierig wird es dann mit dem Verhalten der Benutzer.

Stellt sich die Frage, woher Google denn wissen soll, wie viele Menschan auf Seite A einen Link zur Seite B anklicken. Stellt sich die Frage wirklich in Zeiten der Google Toolbar, bei AdSense-Einbindungen, Google Analytics? Nein, oder?

  • Wie gehen Menschen mit Webseiten allgemein um (z.B. welche Links werden geklickt, welche Formulare ausgefüllt u.s.w.) und was machen sie auf der verlinkenden Seite,
  • welche Sprache haben sie,
  • welche Interessen (Ihr denkt, das weiß Google nicht? Schaut auf den AdPlanner),
  • welche Fragen wurden dort in die Suche eingegeben (das weiß Google meist auch ganz gut),
  • wie häufig wird ein (und dieser) Link angeklickt,
  • wie häufig wird kein Link auf der Seite geklickt (ähnlich wie eine lokale Bounce-Rate)
  • u.s.w..

Wie gesagt: Man kann wohl nicht davon ausgehen, dass Google all dies messen kann. Aber wollen wollen sie schon. Und überhaupt: Ist ein Link ohnehin nicht am besten auf einer Seite platziert, wenn er auch geklickt wird und zwar von Menschen die zu der Seite passen, auf die verlinkt wird?

Eben.

GD Star Rating
loading...

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentare (7)

  1. Stephan

    danke für die Auflistung, ist wirklich gut gemacht…

  2. Peter

    Schriftfarbe? Schriftgröße?
    Wtf?
    Ist das euer ernst?

  3. Eugen

    Hey Eric,
    wieder mal ein guter Beitrag. Danke dafür. 🙂

  4. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Hallo Peter,
    na ja, MEIN Ernst ist das nicht 😉
    Aber tatsächlich muss man wohl davon ausgehen, dass ein dicker, roter Link im sichtbaren Bereich irgendwie „wichtiger“ ist als ein kleiner, schwarzer unten im Footer. Oder?
    Und das möchte Google halt auch mit einbeziehen.
    …. möchte….
    eric

  5. spiegel_bild

    @Peter: weißer link auf weißem Hintergrund, ein Schelm, wer böses dabei denkt 🙂

    Ich würde schon gerne die Liste mit den Variablen und deren Gewichtung in die Finger bekommen, genau wie all die anderen da draußen 😉

  6. Linkaufbau-Sasa
  7. Pingback: Was ist eigentlich ein guter Link? | SEO Netzwerk Schweiz

Kommentare sind geschlossen.