Linkaufbau-Manual für Einsteiger. (Teil 2: Wie viele Links braucht man?)

Im zweiten Teil der Serie „Linkaufbau für Einsteiger“ gehen wir mal die Frage an, wie viele Links man eigentlich braucht.

Hierauf habe ich gleich mal mehrere Antworten parat:

  • Die etwas unpräzise Antwort lautet: „Mehr!“
  • Die korrekte Antwort heißt: „Mehr als deine Konkurrenz“
  • Und ein guter SEO würde antworten: „Das kommt auf die Qualität der Links an.“

Bitte jetzt nicht beleidigt weiter klicken weil das arg allgemein ist. Ich möchte an dieser Stelle betonen: Linkaufbau ist irre komplex und dynamisch. Und einfache, präzise Antworten sind was für einfache, langweilige Themen…

Am besten schauen wir uns die Thematik aus einer anderen Perspektive an: Grundsätzlich kann man nämlich sagen, dass nicht die absolute Zahl der verlinkenden Webseiten eine Rolle spielt, sondern mehrere Faktoren:

  • Zahl der verschiedenen Domains, die auf mich linken. Das nennt man „Domainpopularität“. Man kann auch nach verschiedenen IP-Adressen und Class-C-Netzen fahnden – aber für den Anfang und im Whitehat-SEO-Bereich ist die Domain-Popularity ein prima Wert.
  • Qualität, Trust und inhaltliche Nähe der Domain bzw. der Unterseite von der verlinkt wird. (dazu dann mehr im nächsten Kaptitel unter „Woher man diese Links gerne haben möchte“).
  • Technische und inhaltliche Ausgestaltung des Links. (dazu mehr im fünften Kapitel „Wie sieht ein korrekter Link aus?“)

Mit anderen Worten: Ein Link ist nicht einfach ein Link sondern der Wert eines Links muss mit seiner Herkunft, Qualität und seiner Ausgestaltung gewichtet werden. Ganz banal gesagt: Wer Heizdecken verkaufen will, freut sich über einen Textlink in einem passenden Beitrag bei Spiegel Online mit dem Anchor-Text „Heizdecken“ mehr als über 200 verbogene Bilderlinks aus einem russischen Linknetzwerk.

Und trotzdem ist die pure Zahl der Links im Umfeld ein guter Wert. Zumindest in einem natürlich gewachsenen Themengebiet (also nicht bei „Poker“, „Viagra“ und „Kredite ohne Schufa“). Denn es ist auch davon auszugehen, dass sich „natürliche“ Seiten „natürlich“ entwickelt haben. Und deshalb ist der korrekte wenn auch vereinfachte Ansatz:

Du brauchst mehr Links als deine Konkurrenz.

Stellt sich nur noch die Frage, wer eigentlich mein Konkurrent ist, gell? Ich stelle deshalb die ganz praktischen Wege dar, zu dieser Information zu kommen.

Konkurrenz-Analyse mit der Searchmetrics-Suite:

Dazu kann man eigentlich gar nicht so viel schreiben. Denn das ist einfach ein Navigationspunkt unter „Marktanalyse“. Wenn man die Suite klug mit passenden Keywords gefüllt hat, erscheint hier eine sehr aussagekräftige Tabelle (zum Vergrößern anklicken).

Zunächst streicht man jeweils Wikipedia und Amazon und hat dann die Seiten vor sich, die mit den ausgewählten Keywords schon Rankings erzielen. Dies ist sogar sehr detailliert. Meist können wir aus den vielen Seiten dann auch schnell die heraus filtern, die ein ähnliches Geschäft betreiben wie wir und die wir uns deshalb genauer anschauen sollten – nicht nur wegen der Zahl ihrer Links…

In jedem Fall exportiere ich mir die Tabelle als Excel und suche mir für die passendsten Domains entweder die Zahl der unterschiedlichen Hostnamen bzw. die Linkstärke aus der Backlink-Analyse der Searchmetrics Suite. Daraus kann man dann einen Durchschnitt bilden und hat eine vernünftige Zielgröße.

Konkurrenz-Analyse mit Sistrix-Tools:

Auch hier muss ich eigentlich nur ein wenig in der Navigation suchen (kleiner Tipp: oben rechts) und bekomme so eine Tabelle (anklicken für volle Größe).

Obacht: Der Wert hier ist ein wenig ein anderer. Und zwar werden hier nicht unsere Wunsch-Keywords (die ja bei Searchmetrics hinterlegt werden) analysiert – sondern die Keywords für die ich schon zu finden bin. Das klappt bei ganz neuen Domains meist nicht so gut – oder wenn ich nur eine bestimmte Kategorie der Seite betrachte. Aber die eigentliche Intelligenz sitzt ja ohnehin zwischen den Ohren VOR dem Bildschirm, deshalb kann man die Konkrrenten ja etwas selektieren.

Na ja, auch bei Sistrix sucht man sich dann für jeden Konkurrenten die Zahl der Domain-Links raus und bildet den Durchschnitt.

Weitere Tools

SEO-Tools von Cemper: Die Tools von Christoph Cemper sollen für Linkbuilder superklasse sein. Ich gehe davon aus, dass eine solche Analyse darin deshalb per Knopfdruck funktioniert. Ich muss nur leider zugeben, dass ich die Cemper-Tools leider noch nicht von innen kenne….

Open Site Explorer: Dieses Tool von SEOmoz hilft zwar nicht beim Finden der Konkurrenz, aber es zählt Links. Es ist allerdings ein US-Tool, deshalb haben es kleine deutsche Seiten dort etwas schwer…

blekko.com: Es ist zwar etwas merkwürdig, wenn man eine neue Suchmaschine (die auch noch im Beta-Stadium ist) als Backlink-Tool empfielt. Aber ich bitte, die Grafik anzuschauen und dann zu urteilen. Die Blekko-Jungs werden möglicherweise nicht Google von Thron stoßen – aber wir SEOs werden sie lieben.

Eine Liste der vielen kostenlosen Linkzähl-Tools spare ich mir hier zum jetzigen Zeitpunkt. Denn diese Tools fragen in der Regel Yahoo nach den Backlinks ab. Und durch die derzeit laufende Umstellung der Suche von Yahoo auf die Bing-Suche wird ihnen wohl bald der Saft ausgehen…

Kostenlose Tools zum Finden von Konkurrenz sind mir leider nicht bekannt. Aber wer sich die Suchergebnisse in Ruhe anschaut, wird auch diese finden. Jedenfalls nach einer gewissen Zeit 😉

Wichtig: Das sind relative und keine absoluten Ziele!

Nicht vergessen: Wir haben hier mit einer Faustregel gearbeitet, die recht grob ist. Und es sollte eigentlich nur das Minimum der Recherche sein, sich die Zahl der Backlinks im Marktumfeld anzuschauen. Natürlich macht es dann auch viel Sinn, deutlich tiefer zu graben –  aber das ist auch ein Teil des nächsten Kapitels.

In diesem Kapitel haben wir eine Zielgröße definiert. Und das muss für heute reichen.

  1. Einführung
  2. Wie viele Links man braucht
  3. Woher man diese Links gerne haben möchte
  4. Wie man beim Linkbuilding vorgehen kann
  5. So sieht ein korrekter Link aus
  6. Tools zum besseren Durchblick
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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (2)

  1. Xovi

    Interessanter Beitrag. Es ist tatsächlich so das Seos ihren Kunden jedes Mal die Frage beantworten sollen, wie viele Links eigentlich benötigt werden. Genau so viele Links wie die Mitbewerber wäre auch hier nicht ganz richtig, da es eben einfach auf den Mix (Qualität und Quantität) ankommt.
    Auch wir helfen hier mit unserem Xovi Tool und zeigen zum einen die Mitbewerber die analysiert werden sollten, deren Backlinks, sämtliche Backlinkdetails wie OVI der verlinkenden Seiten, Ankertexte, Domainpop der verlinkenden Seite, PR, Alexa-Rank, IP-Adresse usw.
    So kann man eben die tatsächlich notwendigen Maßnahmen einfach besser einschätzen und auch umsetzen, um eben die gewünschten Top Rankings zu erzielen, indem man die wertvollsten Backlinks der Mitbewerber rausfindet und für die eigene Kampagne nutzt.

  2. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Ja. Willkommen 🙂

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