Linkaufbau-Manual für Einsteiger. (Teil 3: Woher man diese Links haben möchte)

Im dritten Teil der Serie „Linkaufbau für Einsteiger“ suchen wir nach guten Link-Quellen und stellen uns die Frage „Woher holen wir uns denn nur die vielen Links?“

  • Die korrekte Antwort ist: „Von guten, spamfreien Seiten mit möglichst hohen Trust und Nähe zum Thema.“
  • Die clevere Antwort ist: „Von mindestens den Seiten, die auf meine Konkurrenz linken.“
  • Und ein guter SEO ergänzt: „Lass es natürlich aussehen!“

Die banale Wahrheit: Wenn ich für den Begriff „Kaffeefahrt“ eine gute Position haben möchte, dann kommen die besten Links von den Seiten, die dafür schon auf den ersten Plätzen bei Google stehen. Das ist natürlich schwer zu erreichen, aber wenn die Richtung mal klar ist, dann kann man dem Ziel ja auf mehreren Wegen näher kommen. Es müssen ja nicht gleich die Top-10-Seiten sein, die auf mich linken. Einige Links aus den Suchergebnissen für „Kaffeefahrt“ sind ein guter Anfang. Oder auch von Seiten, die auf mehrere von denen verlinken, die schon da oben sind. Aber dazu weiter unten mehr.

Zunächst Signale, auf die Google achtet und die man beherzigen sollten:

  1. Wir wollen keine Links von Seiten, die es nur gibt, weil es Linkaufbau gibt. Das Problem solcher Adress- oder Artikelverzeichnisse: Zwar können die Links von solchen Seiten kurzfristig super funktionieren – aber ziemlich sicher nicht lange. Denn die SEO-Trends ändern sich, Spamseiten werden von Google erkannt oder der Webmaster wird unvorsichtig – und schon ist der Link nichts mehr wert oder ich komme gar in üblen Verdacht. Woran man solche Seiten erkennt? Meist daran, dass sie auch so aussehen wie sinnbefreite Seite…
  2. Wir möchten Seiten, die schon (irgend) eine gute Position bei Google haben (ideal, wenn diese Keywords den unseren ähnlich sind). Das erkennt man ohne professionelle Tools, indem man z.B. den Teil einer Überschrift in Google eingibt und schaut, ob die Seite auftaucht. Dann auch noch kurz checken, ob zum Suchergebnis ein „Cache“ vorhanden ist. Wenn „ja“, ist das recht günstig.
  3. Social Media Seiten (Blogs, Verzeichnisse und auch Foren) sind o.k. (wenn 2. gilt nicht aber 1. zutrifft) helfen aber nur noch selten beim Linkaufbau weil sie meist keine direkten Links mehr zulassen. Aber: Wenn sie gut sind bringen sie Besucher auf die Seite. Und das ist ja auch schon was…
  4. Der Pagerank spielt eine Rolle – doch Obacht! Grundsätzlich ist der Pagerank einer Seite zwar ein Signal dafür, dass sie Seite in Ordnung ist und Linktrust vererben kann. Allerdings können einerseits Seiten ohne Pagerank sehr gut fürs eigene Ranking sein und andererseits können Seiten mit hohem Pagerank diesen schon seit Monaten verloren haben – man sieht es nur nicht. Deshalb werfen wir einen Blick auf den Pagerank – aber nur einen kurzen.

Wir wissen jetzt also, nach was wir suchen: Ordentlich rankende Webseiten mit möglichst hoher eigener Qualität und Nutzen für die User.

Es gibt es drei bis vier Töpfe, in denen wir solche Seiten finden:

  1. Google-Suchergebnis unserer Keywords: Wir schauen z.B. mit eingeschaltetem SERPS-Overlay (siehe Tools unten) die Suchergebnisse der Keywords an und suchen dort Seiten nach den Kriterien Pagerank, Cache, Alter, Yahoo LD und nach der Chance aus, von dort einen Link zu erhalten.
  2. Backlinks der Konkurrenz: Wir besorgen uns eine Liste der Links, die auf die Konkurrenz zeigen. Die Logik dahinter: Wer z.B. in einem Beitrag auf eine oder mehrere Konkurrenz-Seiten verlinkt, wird möglicherweise auch gerne auf meine Seite einen Link setzen. Außerdem mag Google solche „Hubs“, die thematisch passende Seiten zusammen fassen. Listen mit den Backlinks der Konkurrenz gibt es am besten bei professionellen Tools (z.B. Searchmetrics oder Sistrix) aber auch bei manchen kostenlosen Tools.
  3. Mehr oder weniger gute Linkaufbauseiten:
    Auch mal „offline“ denken: Jedes Unternehmen hat Partner (Lieferanten, Kunden, Verbände u.s.w.) die auf eine höfliche Anfrage hin vielleicht gerne einen Link setzen.
    Gute Themenseiten: Es gibt in den meisten Fachbereichen wirklich gute, sinnvolle Webkataloge (Achtung, siehe oben!) und/oder inhaltliche Magazine (evtl. auch Print-Magazine mit Webseite). Diese freuen sich über andere gute, inhaltsreiche Seiten und verlinken diese dann auch gerne. Manchmal kann es sinnvoll sein, z.B. eine Kleinanzeige zu schalten oder Leserbrief zu schreiben. Oder einfach  mal anrufen…
    Mehr oder weniger geheime Geheimtipps: Das sind tolle Stellenbörsen, großartige Uni-Bibiliotheken, spitze Shoppingclubs und andere Seiten mit hohem Trust und der Möglichkeit, einen Link zu setzen. Um zu solchen Links zu kommen, muss man bei SEO-Konferenzen nach Ende des offiziellen Teils mit den richtigen Leuten an der Theke – oder die Leute bezahlen, die eben dies tun 😉
  4. Links kaufen oder mieten: Das kann man machen, wenn man weiß, was man da macht. Das Problem für Laien ist, dass sie nicht beurteilen können, ob das viele Geld, das sie dafür ausgeben auch wirklich gut angelegt ist. Und leider kann man nicht sagen, dass alle Link-Verkäufer da draußen wirklich vertrauenswürdig sind…

Fazit

Diese Folge der Serie soll ein Fingerzeig zu den Töpfen sein, wo gute Links generiert werden können und eine Hilfe, diese zu bewerte. Die eigentliche Arbeit, um dort dann auch wirklich Ergebnisse zu erzielen, muss jeder selber machen. Und Vorsicht: Alle automatisierten, standardisierten oder sonstwie massenhafte Links versprechenden Methoden müssen letztendlich scheitern – spätestens dann, wenn sie einfach sind und für wenig Geld zu haben sind. Logisch oder? Wer sich als „Laie“ also selber ans Linkbuilding für seine Seite macht, sollte erst gar nicht davon träumen, einen solchen Weg zu finden.

Nicht vergessen: Linkaufbau ist Arbeit und kostet Geld und/oder personelle Ressourcen. Und was wir in dieser Folge auch gelernt haben: Wer ein Billig-Angebot für Linkbuilding über 137 €/Monat in den Händen hält, sollte dieses möglichst schnell in den Papierkorb entsorgen.

Tools:

Die Auswertung der Suchergebnisse und Backlinks-Listen der Konkurrenz findet man bei allen professionellen Tools. Hier mal eine Übersicht einer vergleichenden Backlink-Analyse bei Searchmetrics, die mir sehr gut gefällt:

Zum Auswerten der SERPS  durch ein Overlay gibt es mehrere Erweiterungen für den Firefox-Brwoser. Wir empfehlen „SEO Quake“ oder „SEO for Firefox„.

Wer gerne kostenlos zu den Backlinks der Konkurrenz kommen möchte, kann bei Yahoo derzeit noch nach „“linkdomain:domain.de“ suchen und findet dort eine erste Liste. Außerdem ist der Open Site Explorer von von SEOmoz zu empfehlen. Und wieder mal blekko – allerdings ist hier die Qualität der Backlinks für kleinere, deutsche Seiten ziemlich schlecht.

Hier die Übersicht der ganzen Serie:

  1. Einführung
  2. Wie viele Links man braucht
  3. Woher man diese Links gerne haben möchte
  4. Wie man beim Linkbuilding vorgehen kann
  5. So sieht ein korrekter Link aus
  6. Tools zum besseren Durchblick
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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (5)

  1. Francis

    Eine schöne Fortsetzung der Serie! Nicht wirklich etwas neues, aber für jeden der beginnt sich mit dem Thema Linkaufbau zu befassen eine gute Basis und lesenswert. Letztendlich gibt es aber (nicht nur) für Beginner noch einen Punkt: Try and Error (natürlich nur mit Test-Domains 🙂 um den Erfahrungsschatz auszubauen.

  2. Fragender

    „Allerdings können einerseits Seiten ohne Pagerank sehr gut fürs eigene Ranking sein“[…]

    Wie ist dies gemeint? Das habe ich nicht verstanden. Könnte mich jemand aufklären?

    Sonst ein guter Artikel und ich freue mich schon auf die weiteren 🙂

  3. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Oh, das ist vermutlich etwas doof formuliert: Ich meine damit, dass auch ein Link ohne Pagerank ein guter Link sein kann. Der Pagerank ist ja nur eine Momentaufnahme und zeigt auch nur die gewichtete Summe des Pageranks der Seiten, die auf mich verlinken. Ob das auch zum Keyword passt oder wie viel Trust die verlinkende Seite wirklich hat, kann man anhand des PR nur ahnen.
    eric

  4. Anatoli

    Hallo,

    eine echt gute und informative Serie hast du da geschrieben. Was mir jedoch noch fehl ist das nähere Eingehen auf gekaufte Links. Ich bin auf der Suche nach einer guten Plattform, auf der man Links zu vernünftigen Preisen bekommt und nicht sowas wie Teliad, wo man für einen Pagerank 5 Link ein Paar Hundert Euro verlangt. Könntest du vielleicht noch ein Artikel zu dem Thema „Links kaufen“ schreiben und wie man da sinnvollerweise vorgeht ?

  5. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Na Anatoli. Wichtige Regel: Auf Beiträgen über Linkbuilding KEIN Linkbuilding betreiben. Das wären ja Links, die du gar nicht willst 😉

    Damit du kein Problem damit hast, habe ich dirzuliebe den Link gekillt…

    Zum Thema „gekaufte“ Links gibt es sicher eine Menge kluger Leute, die etwas dazu sagen und schreiben. Ich habe da mit keine Erfahrung.

    Grüße
    eric

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