10 11 leicht zu vermeidende Onpage-Fehler

seo fehlerWie versprochen: Nach dem ersten Teil Onpage-Fehler in der vergangenen Woche hier die fünf fehlenden Fehler, die man eigentlich leicht vermeiden kann. Na gut, es kommt darauf an, was man unter „leicht“ versteht. Wer im Jahr 2013 SEO betreibt wird aber wissen, dass es auch im Web nur wenig kostenlos gibt und das hier Arbeit ist. Doch diese Hürden sind, meine ich, schnell aus dem Weg zu räumen. 

Während ich mich im ersten Teil fast ausschließlich der Technik gewidmet habe, kommen hier fünf Onpage-Fehler, die sich – zumindest teilweise – auch mit dem Inhalt beschäftigen:

1. Mieses Keyword-Targeting I (die Seite)

Mit „Keyword-Targeting bezeichnen wir all das, was Google zu verstehen hilft, dass eine Seite gut zu einem Keyword passt. Das kann man beliebig komplex gestalten – bei vielen Seiten, auf die wir in der Praxis stoßen, freuen wir uns aber schon, wenn das Keyword halbwegs sinnvoll überhaupt auf der Seite steht – oder es der Kunde auch nicht gleich damit übertrieben hat. Ich will hier nicht mit Keyword-Density, WDF*P*IDF und weitere Landingpage-Konzepte anfangen. Ich möchte eigentlich nur eines vorschlagen:

Stelle sicher, dass jedes Keyword auf deiner Seite unique optimiert wird!

Sehr schön: onpage.org zeigt, wie "einzigartig" die Seiten sind.

Sehr schön: onpage.org zeigt, wie „einzigartig“ die Seiten sind.

Wenn es die Seite „Keyword xy“ gibt, sollte das die einzige Seite sein, die auf dieses Keyword optimiert wird. Alle anderen Seiten sollten auf andere Keywords (oder gar nicht) optimiert werden. Es ist etwa ein schlimmer Konzeptions-Fehler, wenn es auf der Seite gleichnamige Tags und Kategorien gibt.

Mit „optimieren“ ist übrigens der ganze Content einer Seite gemeint, inklusive:

  • URL
  • Title-Tag
  • Headline(s)
  • Text
  • Image / ALT-Tag des Bildes

Ach ja, übrigens: Natürlich sollte auch jede Unterseite nur auf ein Keyword optimiert werden, also nicht zehn Begriffe als Keyword für eine Unterseite vorsehen. Die Hompepage ist meist eine Ausnahme von dieser Regel.

Wie kann man das am besten erkennen, welche Seite(n) zu welchem Keyword passen? Frag Google: Wenn deine Domain „domain.de“ heißt und das Keyword „xy“ suche im Google-Schlitz nach „site:domain.de xy“ – und du findest alle deine Seiten für das Keyword.

2. Mieses Keyword-Targeting II (die Verlinkung)

„Targeting“ bedeutet aber auch die interne Verlinkung: Eine Unterseite ist erst dann vernünftig optimiert, wenn sie entsprechende Links bekommt. Ich will damit nicht (!) sagen, dass man die Seite für das Keyword „XY“ immer nur mit „XY“ verlinkt – das wäre zu stur. Aber es sollte keine andere Seite geben, auf die interne Links mit „XY“ im Text zeigen.

Die Searchmetrics und die "Linkeinzigartigkeit": Verschiedene Seite mit dem gleichen Linktext...

Die Searchmetrics Suite und die „Linkeinzigartigkeit“: Verschiedene Seiten mit dem gleichen Linktext…

Das führt übrigens zu einem extrem unangenehmen Problem des manuellen Verlinkens: Wird aus einem Beitrag heraus auf einen Test mit „iPhone“ verlinkt und Apple launcht ein neues Modell, müssten all diese Links wieder von Hand verändert werden. Denn die Besucher (und die Optimierung) hat ja nun ein aktuelleres Ziel auf der Seite. Deshalb stellt ein ordentliches CMS eine automatische Verlinkungs-Möglichkeit zur Verfügung. Zumindest „Related Content“-Links sind dafür wichtig.

Damit das Targeting wirklich klappt, empfehlen wir das Schweizer Messer des SEOs: Excel! Bau dir deine Seitenstruktur zumindest bei der Konzeption einmal als Tabelle. Daraus kann gleich ein kleines Projektmanagement entstehen – aber darum soll es hier nicht gehen.

Die Searchmetrics und die "Linkeinzigartigkeit": Verschiedene Seite mit dem gleichen Linktext...

So kann das aussehen: Excel als Targeting-Übersicht.

3. Mieser HTML-Aufbau der Seiten

Wie eine HTML-Seite perfekt aufgebaut ist, darüber kann man sich unter SEOs aber auch mit Webgrafikern trefflich streiten. Das will ich hier nicht. Aber es gibt einige Punkte, die halt klar sein sollten:

  • Die wichtigste Überschrift der Seite steht in <h1>-Tags, die zweitwichtigste in <h2>-Tags u.s.w.. Wir empfehlen außerdem: die h1 und die h2 sollte jeweils nur einmal auf der Seite sein und weiter „runter“ als h4 macht wenig Sinn. Man sollte daraus keine Wissenschaft machen – soooo wichtig ist dieser Faktor ohnehin nicht mehr. Aber eine saubere Heading-Struktur ist in jedem Fall gut.
  • Bitte, endlich überall: <div> statt <table>. Alles andere ist echt alter Käse.
  • Für (fast) jede Formatierung gibt es einen HTML-Ausdruck: <ul>, <ol>, <strong>, <s> (für Strike – Durchgestrichen) u.s.w. Wie die Fettung dann wirklich aussieht, kannst du im Stylesheet definieren.
  • Links sind Links und Text ist Text: Der Inhalt einer Seite wird als Text dargestellt, Teaser auf andere Seiten werden am besten verlinkt.
  • Wir verstecken nichts vor Google.
  • Wir verstecken nichts vor Google.
  • Wir verstecken nichts vor Google.
  • W3C-Konformität ist eine gute Idee – aber auch kein Gesetz. Wenn du ein paar fehlende Slashes (z.B. beim <br>) hast, ist das dem Google-Robot völlig egal.

Einverstanden?

4. Zu viele (interne) ausgehende Links

Es gibt ja SEO-Memes, die als Zahlen durch die Blogosphäre rauschen. So sagt „man“, dass eine Seite nur maximal 100 ausgehende Links (intern + extern) haben sollte. Dann gab es mal die Zahl von 60. Und in der Realität haben viele erfolgreiche Seiten 200 und viel mehr ausgehende Links. Ist’s also egal? NEIN! Aber man muss ein wenig nachdenken, wenn man die maximale Linkzahl für seine Seite wissen möchte. Grundsätzlich gilt:

  • Starke Seiten (also Seiten mit einer hohen Domain-Populariät) können sich mehr interne Verlinkung gönnen.
  • Starke Unterseiten (also die Seiten mit den meisten internen und externen Links) können sich mehr ausgehende Links leisten.
  • Ansonsten gut optimierte Seiten mit viel gutem Inhalt werden trotz (!) vielen ausgehenden Links noch ordentlich ranken.
  • Nicht jede Seite muss überhaupt ranken. Index-Seiten dürfen natürlich auch mehr als 100 ausgehende Links haben – wenn sie selbst gut genug verlinkt sind. Denn sie müssen den Link-Juice ja nur weiter geben.

Was heißt das? Wenn man einen Richtwert von 100 Links/Seite annimmt, darf etwa die Homepage (auf die in der Regel die meisten Links zeigen) auch 200 Links enthalten. Eine Unterseite aber, die für ein schwieriges Keyword ranken sollte, ist aber möglicherweise auch mit 40 Links überfordert. Und der Kollege von bild.de darf auch ein paar Links mehr auf seine Seiten packen. Klar?

Der beste Linkzähler ist meiner Meinung nach strucr.com – in dem Tool findet man sogar den internen Pagerank jeder Unterseite. Sehr schick.  Oder man crawlt seine Seite mit dem Screaming Frog SEO Spider. Aber das ist ja schon fast zu umständlich 😉

5. Miese Meta-Angaben

Darüber, wie man die Google-Nutzer mit einem tollen Snippet auf die eigene Seite lockt, kann man viel schreiben. Das hier ist aber kein Marketing-Ratgeber sondern es geht um zu vermeidende Onpage-Fehler. Das ist eine andere Liga, es geht nicht um das Wellnessprogramm der User sondern um knallharte Fakten:

  • Fehlende Title-Tags und Descriptions
  • Nicht-dynamische Title-Tags und Descriptions
  • Doppelte Titles und Descriptions (was auf ein Struktproblem der Seite hinweisen würde).

Also, hier können wir es ganz kurz halten: Ihr wisst dann schon, was zu tun ist. Wenn nicht, sagt Bescheid, dann gibt das einen eigenen Beitrag.

Es gibt kein Onpage-Tool, dass diese Metriken nicht „drauf“ hat. Deshalb ist das ein guter Ort, um alle Tools einmal zu verlinken: Onpage.org, Searchmetrics, Sistrixstrucr.com und der Screaming Frog SEO Spider. Was ich von diesen Tools halte, lest ihr (fast aktuell) hier.

6. Keine Pflege der Seite

Ooops! 5+6=11 also ein Tipp zuviel. Aber der musste einfach sein: Pflege deine Seite. Check deine Seite nach:

  • toten Links (auch extern)
  • 404-Fehlerseiten
  • ordentliche 301-Umleitungen (und nur im begründeten Fall 302-Umleitungen)
  • doppelte Title-Tags und Description-Tags
  • verwaiste Seiten oder Seiten auf Level 22
  • u.s.w.

Und achte auf aktuellen Inhalt, auf ein hübsches Layout und… äh, ihr wisst schon.

Und nun: Was gar nicht so einfach ist…

War es das nun? Reicht das, um eine Webseite in den SEO-Himmel zu fliegen? Nun, die Antwort ist: klar! Wenn man böse Unfälle mit der robots.txt oder dem Canonical-Tag vermeidet und immer schönen, tollen Content bereithält, kann man damit schon ganz schön gut ranken.

Allerdings gibt es auch ein paar SEO-Punkte, die nicht so einfach zu bewältigen sind. Sie betreffen vor allem große Seiten, aber schaut selbst mal:

  • Performance: Was für eine kleine Affiliate-Seite fast problemlos ist, bringt Publisher manchmal zur Weißglut und/oder an den Rand des Ruins.
  • Flache Seitenstruktur: Vor allem gewachsene Systeme sind nach einigen Jahren sehr schwer wieder in den Griff zu bekommen. Und dann dösen in weiter Entfernung von der Homepage die tollsten Seiten herum.
  • Keyword Auswahl: Wer schaut schon in SEO-Tools um zu definieren, wie ein Beitrag lauten soll? Eben: nur SEOs. Alle anderen tuen sich damit ziemlich schwer.
  • Technische AddOns: RichSnippets, Author-Tag, HTML5 und was es sonst noch so gibt. Solche Themen wollen gut überlegt und dann mit ruhiger Hand eingebaut werden.
  • Universal Search Optimierungen: Was gerade bei Google Places wirklich funktioniert und wie das mit der Image-Serach ist, kann einer alleine gar nicht wissen – schon, weil es sich so schnell ändert. Na gut, in diesen beiden Fällen halten uns Sebastian Socha (local) und Martin Mißfeldt auf dem Laufenden. Aber was ist mit Google News, Shopping, Videos u.s.w.?

Wie ißt man einen Elefanten?

Zugegeben, SEO ist komplex. Und man kommt überhaupt nicht drumrum, Fehler zu machen. Das heißt aber nicht, dass man sich nur noch darum kümmern sollte. Am besten ist für weniger engagierte SEOs  der Umgang damit wie ißt mit einem Elefanten. Den kann man auch nur Biss für Biss essen. Das hier waren die 11 leicht verdaulichsten Teile von Jumbo 😉

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (5)

  1. Indexlift

    Hey Eric, gefällt mir richtig gut deine kurze Zusammenfassung.
     
    Da du dich damit besonders an Seitenbetreiber und SEO Einsteiger richtest, fände ich es hilfreich, wenn Du Möglichkeiten zu Deinen Empfehlungen anbringst, z. B. Tote Links kann man z. B. mit Xenu Link Sleuth herausfinden und beheben (6. Keine Pflege der Seite).
     
    Ansonsten wieder spitze, danke.
    Jens

  2. Pingback: Onpage-Fehler vermeiden – SEO.at

  3. sallythegirl

    Schöne „verdauliche“ Zusammenfassung! Vielen Dank dafür!

  4. Pingback: Top 10 der Woche 04/13 « Wochenrückblicke

  5. Pingback: likri.com

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