6 Tipps für wirklich gute SEO-Texte

Gute SEO-Texte
Google wird semantisch! Deshalb habt ihr von Eric Kubitz in seinen Vorträgen schon erfahren, was Entitäten und Kookkurenzen sind und warum diese für SEO Texte wichtig sind. Das alles ist cool, aber für die tägliche Arbeit brauchen wir zusätzlich etwas Handfestes, oder?

Wir möchten am liebsten klare Hinweise darauf, wie wir suchmaschinenfreundliche Texte schreiben – ohne eine Doktorarbeit daraus zu machen.

Der Moz Blog-Beitrag More than Keywords: 7 Concepts of Advanced On-Page SEO hat mich sehr gefreut, denn darin findet sich alles: Die gut verständliche Erklärung von Term-Frequenzen, Entitäten und Kookkurenzen UND eine Liste von praktischen Tipps für die Onpage-Optimierung.

Und weil ich diese Tipps echt Klasse finde, will ich sie euch hier noch einmal auflisten, in meinen Worten und ergänzt durch meine praktische Erfahrung:

1. Die Keyword-Recherche

Auch wenn Keyword-Density und Co. schon lange Vergangenheit sind, brauchen wir eine konkrete Vorstellung davon, wofür wir eigentlich gefunden werden wollen. Deshalb kommen wir um die Recherche und Bewertung (Konkurrenz, Suchvolumen) der Keywords nicht herum.

Eine Bitte: Visualisiert euch die Fragen, die ihr euren Lesern beantworten könnt oder wollt – und überlegt euch, mit welchen Wörtern sie diese Fragen an Google stellen. Das ist allemal genauer als es eine datenverliebte Keyword-Analyse per Tool schaffen kann.

2. Die Nebenkeywords

Das Ergebnis einer Keyword-Recherche ist zum einen das Hauptkeyword, das das Thema am besten umschreibt. Aus unserer Sicht ist es immer noch wichtig, an Google eindeutig zu übermitteln, was euer Hauptthema ist. Aber das ist lange nicht genug.

Sucht nach Begriffen, die zum Umfeld des Themas zwingend dazu gehören – sucht nach den Nebenkeywords: Welche Begriffe braucht ihr, um das Thema zu umschreiben, welche Beispiele, Geschichten, Menschen, Aktivitäten gehören einfach dazu?

Denn eins ist klar: Google erkennt inzwischen anhand der Begriffs-Umgebung im Text, worum es hier wirklich geht. Orientieren könnt ihr euch zum Beispiel an einem WDF*IDF-Tool. Es spuckt euch jede Menge themenrelevanter Begriffe (und damit Aspekte für den Text!) aus.

Doch Vorsicht: Ihr wisst ja, hier werden Dokumente, die auf der ersten Suchergebnisseite ranken, angeschaut. Nicht alle ranken so gut, weil sie so tollen Content haben. Außerdem kommen hier oft seltsame Begriffe heraus, weil die halt auf einigen der analysierten Fundseiten stehen. Und vergesst die Balken mit den Häufigkeiten. Wer sich in einem 600-Wörter-Text danach richtet, braucht dafür Stunden, schreibt schlichtweg einen unlesbaren Text und müsste schon wieder in zwei Wochen nach-optimieren, weil sich die Suchergebnisse dann wieder geändert haben.

Also: Bitte verkünstelt euren Artikel nicht durch sklavische Befolgung der WDF*IDF-Begriffs-Vorschläge. Sondern schreibt intelligente und informative Texte. Manchmal reicht es sogar schon, auf die „verwandten Suchanfragen“ am Ende des Suchergebnisses bei Google zu schauen.

3. Synonyme und Umschreibungen sind super

Früher war die exakte Wiederholung des Hauptkeywords wichtig – heute dürfen Redakteure wieder normal schreiben, Gott sei Dank.

Benutzt gute Umschreibungen für euer Hauptkeyword, stellt es um (Laktoseunverträglichkeit, Menschen, die Laktose nicht vertragen, Milchzucker unverträglich, laktoseintolerant etc.), benutzt Einzahl, Mehrzahl, Begriffe aus der Wortfamilie (Frisur, frisieren, Friseur etc), schreibt so, wie die Leute da draußen über das Thema sprechen.

Aber passiert das nicht automatisch? Ja richtig, wer abwechslungsreich formuliert, gebraucht die meisten Begriffe ohnehin.

Doch Vorsicht: Sprachpapst Wolf Schneider schreibt in seinen Büchern „Das treffende Wort ist meist nicht ein Synonym“. Will sagen: Fordert vom Leser nicht allzuviel Phantasie dabei, die Umschreibungen des Hauptbegriffes als solche zu verstehen.

4. Wie packe ich den Artikel am besten an?

Empathie ist alles: Stellt euch vor, der User tippt den Suchbegriff in den Suchschlitz ein. Welche Fragen bewegen ihn in diesem Moment? Welche Antworten erhofft er sich? Benutzt genau diese Fragen, um euren Content inhaltlich zu strukturieren.

Ihr könnt tatsächlich einfach Fragen und Antworten liefern. Warum nicht? Wenn es zum Thema und der Seite passt? Ihr könnt aber die Fragen auch in verschiedene Themenkomplexe sortieren und diese dann Absatz für Absatz abarbeiten. Ihr werdet sehen: Mit dieser Methode erwischt ihr wirklich jede Menge relevanter Begriffe, die zu eurem Thema dazugehören.

Übrigens: Kai Spriestersbach bietet dafür sein praktisches W-Fragen-Tool. Damit erfahrt ihr, welche Fragen die Leute rund um ein Keyword bei Google eingeben.

5. Rückt euren tollen Artikel ins rechte Licht!

Das ist eine recht schwierige Angelegenheit, denn in der Praxis wird der Content oft aus dem sichtbaren Bereich verbannt. Und die, die das tun, haben ja auch ihre Gründe. Entweder haben sie inhaltslose Inhalte in irgendeiner Text-Fabrik bestellt oder sie glauben, der User werde vom Kauf abgehalten. (Conversion-Killer!)

Aber: Indem wir unseren guten Content in der Randspalte oder im Footer verstecken, ihn per CSS unsichtbar machen, ihn also nur für Google und nicht für die User schreiben, kann er für die Seite nicht viel bewirken. Die Gründe:

  • Google sieht, dass wir den Content verbergen und fragt sich, warum. Scheint ja nicht gerade für die User gedacht zu sein. Das riecht nach Manipulation.
  • Versteckter Content bringt uns rein gar nichts für die Verweildauer. Leute, die lesen, bleiben auch eine Weile. Und das tut unserer Seite gut.
  • „Aber auf einer Kategorieseite will doch keiner einen Text über Damenschuhe lesen!“ Das hören wir oft. Ja. Ich will wirklich nicht erklärt haben, was Damenschuhe sind. Aber dennoch gibt es in der analogen und digitalen Welt unzählige redaktionelle Artikel über Schuhe. Was schreiben die denn da alle in den Frauenzeitschriften? Es scheint doch einen Informationsbedarf zu geben. Was interessiert Frauen an diesem Thema? Und was animiert sie dann, bei euch die Schuhe zu kaufen? Das solltet ihr herausfinden. Dann lohnt es sich auch, den Text im sichtbaren Bereich anzuzeigen.

6. Macht euren Text gut lesbar!

Die User und auch Google werden es euch danken. Ihr wisst schon: Überschrift, Vorspann, Zwischenüberschriften, Absätze, Aufzählungen, Tabellen, Grafiken, thematische Strukturierung.

Wart ihr auf der Uni? Musstet ihr da nicht immer erst eine stimmige Struktur entwerfen? Aber bitte schreibt nicht so verkopft wie auf der Uni, sonst schlafen eure User ein:-). Ein frischer, gut verständlicher, kreativer und intelligenter Stil kombiniert mit guten Infos – das ist ein schöner Text.

Was bedeutet das in unserer Praxis?

Das Handwerk

Wir definieren immer noch ein Hauptkeyword und einige damit in enger Beziehung stehende Nebenkeywords. Das Hauptkeyword platzieren wir nach wie vor in die relevanten Positionen: im Title Tag, in den Headlines, im Text, im Alt-Tag des Bildes, im verlinkten Text der auf unseren Artikel verweisenden internen Links.

Die Kür

Aber dann vergessen wir Häufigkeiten und Positionen, sondern konzentrieren uns auf den Inhalt. Wir legen fest, welche Aspekte die User interessieren, recherchieren Fakten, versuchen Infos zu finden, die nicht überall stehen, wir suchen nach aktuellen Meldungen und Studien zum Thema, wir fragen Experten (wenn die Zeit und das Geld dazu ausreichen).

Danach checken wir mit Tools noch einmal nach, ob wir die wichtigsten Begriffe schon verwendet haben. Entdecken wir noch weitere Begriffe, die uns sinnvoll vorkommen, dann bauen wir diese noch ein.

Bei uns texten nur „echte“ Autoren, die das Schreiben gelernt haben. Der Unterschied ist gravierend: Ein professioneller Text hat einen roten Faden, einen guten Schreibfluss, abwechslungsreiche Formulierungen, solide Quellen etc. Und so einen Text darf man ruhig im sichtbaren Bereich zeigen.

Wenn ich als Webseitenbetreiber keine Marke bin, sondern eine etwas „hemdsärmelige“ Webseite, dann kann ein guter, redigierter Laientext authentisch wirken.

Aber als Marke MÜSSEN die Texte Professionalität ausstrahlen – deshalb kommt aus unserer Sicht keine Markenseite um professionell erstellte Texte herum.

Was meint ihr dazu und wie sind eure Erfahrungen?

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Elisabeth

Elisabeth ist der andere Chef der CONTENTmanufaktur GmbH. Sie verantwortet den redaktionellen Teil der Agentur.

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Kommentare (9)

  1. axbm

    Also meiner Meinung nach (ich bin nur Laie und irre mich ggf.) ist das alles ein Wiederkauen von völlig unwichtigen Banalitäten und Allgemeinsätzen. Also sowohl der Artikel hier, als auch der Artikel auf Moz.

    Viel besser und weitaus praxistauglicher finde ich die Postings vom Backlinko-Brian (bzw. den Quellen, die er auf Twitter regelmäßig postet).

  2. Michael Schade

    Naja, ist schon was dran, und ich vertrete die gleiche Ansicht.

    Aber, und das finde ich viel interessanter, warum ranken dann solche Seiten, wenn wir von „Semantik“, „Entitäten“ usw. sprechen: http://www.helpling.de

    Da ist meiner Meinung nach NULL Mehrwert drin…und wie denkt ihr?

  3. eric108

    Michael Schade Hey Michael, danke für den Hinweis. Aber natürlich gibt es bei Google eine Menge Faktoren – und der Inhalt ist natürlich weiterhin nur einer.

  4. Michael Schade

    eric108 Na klar, das stimmt. Aber lest euch mal nur drei Texte einer Verzeichnisebene durch. Ich hoffe, ihr stimmt mir zu, dass das mehr als grenzwertig ist. Nicht nur für den Nutzer zwecks Lesbarkeit, sondern gleichermaßen zwecks Integration von Keywords, die keinesfalls „semantisch“ sind. 

    Ich mache viel OnPage-SEO und das widerspricht all meinen Prinzipien und euren sicher auch. Da ist es meines Erachtens nicht weit her mit Entitäten – gleichen das etwa viele Backlinks aus? Das ist doch fadenscheinig…

  5. hildebaumgartner

    Punkt 6 ist wirklich sehr wichtig. Viele schreiben oft drauf los und wenn sie fertig sind drücken sie ENTER und schicken alles ab. Der Text ist oft in einer Wurst ohne jeglicher Struktur. Solche Seiten schließt man sofort wieder. Auch mit den restlichen <a href=“http://www.webconomy.com“>SEO</a> Tipps stimme ich überein. Ein toller Artikel, danke und liebe Grüße

  6. hzirl

    axbm Ich sehe das nicht als Banalitäten an. Ich schreibe selbst regelmäßig Texte und bin regelmäßig bemüht, genau die im Artikel erwähnten Dinge zu berücksichtigen … Just my two cents 😉

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