Direct Answers: Google wird (und tötet) W-Fragen-Tool(s)

Die W-Fragen zum Thema ganz unten...Großartig aber ärgerlich: Google will immer mehr Fragen direkt in den Suchergebnissen beantworten. Wer in Amerika danach fragt, was Alkohol am Steuer verursacht („Drinking an Driving“) bekommt (manchmal) nicht nur eine Warnung, dass das ganz schön schlimm ist und viele Unfälle verursacht – sondern auch die Fragen und Antworten zum Thema. Das jedenfalls hat TheSEMPost gepostet. Daher auch das Bild rechts. Ich konnte trotz Spracheinstellung diese W-Fragen nicht sehen, ich denke, das waren Test-Integrationen.

Google will ja schon lange nicht mehr nur Zum-Suchergebnis-Weiterleitungs-Apparat sondern Antwort-Maschine sein. „Direct Answers“ sind in den USA schon zahlreich. Aber auch in Deutschland weiß Google die Antwort auf „Ist Angela Merkel verheiratet“ und nennt auch gleich den Gatten. Die Tendenz ist also ganz deutlich. Und macht auch Sinn – für Google.

Was mich daran aber ärgert: Mitte August schaltet Google die Autovervollständigungs-API ab und nimmt damit vermutlich (fast) allen W-Fragen-Tools die Arbeitsgrundlage. Das sind die Tools, die uns einen Einblick in das Suchverhalten der Menschen zeigen. Zumindest einen ganz guten Einblick…

Ist da ein Zusammenhang zwischen dem Abschalten der API und dem vermehrten Auftreten solcher Snippets? Naja, wer würde das bestreiten?

Wie gehen wir Content-SEOs damit um?

Wie auch immer: Wie gehen wir damit um? Deutlich zu erkennen ist, dass die Antworten (und auch die Direct Answers) nicht nur aus der Wikipedia oder gar Google-eigenen Webseiten kommen. Es sind häufig Webseiten mit hohem Trust und klaren – ja, genau – Antworten. Also, wenn Google die Antworten auf alle Fragen schon in seinen Suchergebnissen (SERPs) abfeiern will, wollen wir doch zumindest die Seite sein, die die Antwort liefert. Nur dann bekommen wir vielleicht noch einen Klick ab. Richtig? Also, was ist zu tun?

  • Voraussetzungen sind natürlich hoher Trust im jeweiligen Themengebiet. Irgendwelche „Wir-machen-alles“-Portale werden es dafür schwer haben. Ebenso neue oder verspammte Seiten.
  • Eine gute Struktur lohnt sich vermutlich.

    Eine gute Struktur lohnt sich vermutlich.

    Eine klare Struktur der Seite in Ratgeber-Themen erscheint mir ein Vorteil. Die Beispiele, die ich mir angeschaut habe, verfügen über eine ordentliche URL-Struktur (siehe rechts).

  • Die Inhalte der jeweiligen Seite sind eindeutig klar sortiert. Es gibt Kapitel mit ordentlichen Zwischenüberschriften (die bei webmd.com sogar in einer kleinen Navigation oben als Inhaltsverzeichnis verwendet werden) und klare, semantische Auszeichnungen (dort sind die Headlines „H3“).
  • Die Sprache ist verdammt klar, der Aufbau erfolgt oft mit Aufzählungen (die ja dann auch angezeigt werden).
  • Die interne Verlinkung der Seiten ist top.

Was noch? Nun, wer sich schon einmal mit dem Knowledge Vault beschäftigt hat (siehe auch die aktuelle Website Boosting), der wird wissen, dass es Inhalte mit Inhalt (also Aussagen) und welche ohne gibt. Und dass Aussagen aus Sicht einer Suchmaschine wahrscheinlicher und unwahrscheinlicher sein können. Und ich gehe davon aus, dass ein Inhalt, der von Google für die eigenen Suchergebnisse „erwählt“ wird, voll von sehr wahrscheinlichen Aussagen ist.

Mit anderen Worten:

  1. Baue eine technisch ordentliche Seite.
  2. Strukturiere diese logisch.
  3. Schreibe inhaltsreichen (und möglichst wahren) Inhalt.
  4. Orientiere dich dabei an dem, was die User wissen wollen.

Falls jemand das Gefühl hat, so etwas schon vor fünf Jahren gelesen zu haben, hat er recht. Das ist das Mantra eines jeden Qualitäts-Content-SEO. Und wer das schon lange genug macht, wird jetzt nur entspannt nicken. Alle andere haben jetzt viel zu tun – unter anderem, weil Google halt wieder ein bisschen klüger geworden ist und immer weniger „Tricks“ funktionieren.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (3)

  1. OnpageDoc

    Irgendwie haben es noch gar nicht alle mitbekommen. Die Autovervollständigungs-API wurde von Google nicht abgeschalten und somit funktionieren unter anderem auch sämtliche W-Fragen-Tools immer noch einwandfrei.

  2. eric

    Das finde ich auch. Toller Beitrag.

  3. Pingback: likri.com

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