Text-Briefing: 10 Fragen, die Zeit und Geld sparen

Wer einen SEO-Text braucht, der steht vor der Aufgabe, dem Texter einen ordentlichen Auftrag zu erteilen. Leider sieht das Briefing meist so aus: „Hauptkeyword, 400 Wörter, Density 3%, und jetzt schreib mal.“ Nicht eimal die Nebenkeywords werden angegeben. Und das geht oft schief. Hier erfahrt ihr, was ein gutes Briefing ausmacht.


Gestern hat uns ein Teilnehmer unseres Online-Kurses ein Problem aus seinem Texter-Alltag geschildert: Sein Auftraggeber – wohl ein SEO – hat bei ihm einen Text bestellt zum Thema „Singlebörsen“. Das war die einzige Info, die dem Kunden zu entlocken war. Der Texter hat recherchiert und jede Menge spannende Statistiken zutage gefördert. Entsprechend zahlenlastig geriet auch der Text. Nach Abgabe kam retour, dass sich der Kunde etwas völlig anderes vorgestellt hatte. Leider ging ihm erst im Nachhinein auf, dass er lieber so etwas wie „Tipps fürs erste Date“ gelesen hätte. Eine ärgerliche Situation für beide, den Autor und den Kunden.

Was tut man da? Und wer bezahlt es, wenn der Autor den Text völlig neu schreiben muss?  Im Grunde ist der Auftraggeber Schuld, denn er hätte seinem Texter ein besseres Briefing geben sollen. Allerdings: Der Kunde hat immer Recht…

Was ist denn aber nun ein gutes Briefing? Wir setzen bei fast allen Aufträgen auf ein persönliches Gespräch, in dem die wichtigsten Punkte geklärt werden können. Allerdings ist – gerade beim Briefing – auch eine schriftliche Rückversicherung eine gute Idee. Und folgende Punkte sollten hierbei geklärt werden:

Was ein Autor alles wissen sollte

Um Missverständnisse zu vermeiden, enthält ein gutes Briefing Antworten auf folgende Fragen:

Stil

  • Für welche Zielgruppe soll der Text geschrieben werden?
  • Wie ist die Tonalität – förmlich oder locker?
  • Soll der Leser mit „Sie“ direkt angesprochen werden oder lieber keine direkte Anrede?
  • Gibt es besondere Schreibweisen (z.B. des Markennamens) die verwendet werden sollen?

Inhalt

  • Was ist das genaue Thema? Ein Begriff reicht hier nicht aus. Es geht um die „Story“, die erzählt werden soll oder die Information, die der Text transportieren soll.

Wenn der Autor sich selbst ein Thema aussuchen soll, dann muss er zumindest wissen, mit welchen Bedürfnissen und Fragen die User auf die Webseite kommen. Empathie ist das Zauberwort.

  • Wofür interessiert sich der User wirklich?

Das kann oft nur der Betreiber der Webseite, der mitten im Thema steckt, beantworten. Mit welchen Fragen wenden sich User zum Beispiel an den Betreiber? Was bewegt die User? Daraus lassen sich garantiert interessante Themen stricken.

Struktur

  • Wie soll der Text gegliedert werden?

Wir alle wissen, dass strukturierte Texte vom User besser angenommen werden als Bleiwüsten. Das heißt, auch unser Autor braucht eine Vorgabe, wie er seinen Text strukturieren soll: Dachzeile, Headline, Vorspann, Zwischenüberschriften, Absätze, evt. Aufzählungen.

Form

  • In welchem Layout wird der Text erscheinen?

Sehr wesentlich für den Autor ist auch das Layout. Handelt es sich etwa um sehr schmale Seiten, sollten die Zwischenüberschriften kürzer sein – damit sie nicht immer umbrechen. Und man kann auch eher mit Wortwiederholungen arbeiten, wenn die Begriffe nicht so nah beieinander stehen.

  • In welcher Form soll der Inhalt abgegeben werden?

Gerade wenn es um größere Mengen geht, ist das Übergabeformat wichtig. Denn zwischen PC und Mac gehen ja manchmal die Formatierungen und sogar die Umlaute verloren. Hierüber sollte man vorher Vereinbarungen treffen.

  • Gibt es zusätzliche Arbeiten zu tun?

Gemeint damit ist etwa der Einbau der Inhalte ins CMS oder die interne Verlinkung von Texten. Wenn dies gewünscht wird, sollte das vorher besprochen werden. Denn das bedeutet mehr Arbeit – was entwender mit mehr Geld oder weniger Qualität bezahlt werden muss.

Wie das Briefing so der Text

All das kostet im Vorfeld etwas mehr Mühe, aber nur so könnt ihr vermeiden, dass Texte für den Papierkorb geschrieben werden. Mit diesen Vorgaben bekommt ihr genau den Text, den ihr euch vorgestellt habt. Innerhalb dieser Richtlinien wird jeder gute Texter einen ordentlichen und web-affinen Text verfassen können. Und wenn ihr diejenigen seid, die zu schreiben haben, kümmert euch darum, dass ihr zur Auftragserteilung diese Angaben vorliegen habt. Sonst ist Nacharbeit angesagt.

Habt ihr dazu schon Erfahrungen gemacht? Wie seht ihr das?

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Elisabeth

Elisabeth ist der andere Chef der CONTENTmanufaktur GmbH. Sie verantwortet den redaktionellen Teil der Agentur.

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Kommentar (1)

  1. hsv-vb

    Hallo, guter Grundsatzartikel, wenn auch eigentlich selbstverständlich. Aber ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht. Oft wirft einem der Kunde nur einen „Brocken“ hin und erwartet einen perfekten Text. Das Briefing ist echt wichtig damit nicht zu viel nachgearbeitet werden muss.

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