hreflang & Co: Signale für internationale Seiten

hreflang internationale WebseitenSo, in Deutschland klappt das mit dem SEO ganz gut – wie aber internationalisieren? Shops und Portale haben häufig auch ausländische Märkte im Blick. Doch Vorsicht beim digitalen Zuzug – etwa in die Schweiz.

Mal davon abgesehen, dass die Mehrheit der Schweizer offenbar am liebsten nur Geschäfte mit Schweizern machen: Das SEO-Problem bei einer Internationalisierung in den kleinen, reichen Staat ist vor allem ein Sprachenproblem. Denn die Schweizer bedienen sich gleich dreier fremder Sprachen – und das könnte auf Duplicate Content hinaus laufen. Wie soll man der Suchmaschine erklären, dass die eine, ansonsten gleiche, Produktdetailseite in Deutschland und die andere in der Schweiz ein super Ranking haben sollte. Und dann gibt es noch eine für den österreichischen Markt?

Signale für den SEO-Seperatismus

Eines vorab: Google versucht eh sein Bestes beim Sortieren nach Ländern zu geben. Und wir haben eine ganze Menge von Möglichkeiten, die Suchmaschine dabei zu unterstützen. Wenn evtl. das CMS eines der Signale nicht abdecken kann, dann kümmere dich halt um die anderen…

1. Die richtige TLD

Wenn die richtigen Top Level Domains verfügbar sind, ist  das der beste Fall: Dann bekommt die deutsche Seite ein „.de“, die französische ein „.fr“ und die Schweizer ein „.ch“. Wenn dies nicht möglich ist, kann man mit Subdomains und Länderkürzeln arbeiten (z.B. de.domain.com, ch.domain.com u.s.w.) oder mit Verzeichnissen (z.B. www.domain.com/de/, www.domain.com/ch/ u.s.w.). Ideal ist, wenn man die gängigen Länderkürzel verwendet. Die finden sich hier.

Wer gut aufgepasst hat, wird nun einwenden, dass damit die Schweizer Herausforderung nicht bewältigt ist. Denn die sprechen ja drei Sprachen – wie geht man damit um? Diese werden dann per Verzeichnis dazu kombiniert:

  • TLD: www.domain.ch/de/, www.domain.ch/it/ u.s.w.
  • Subdomain: ch.domain.com/de/, ch.domain.com/it/
  • Verzeichnis: www.domain.com/ch-de/, www.domain.com/ch-it/ oder www.domain.com/ch/it/ u.s.w.

2. Die Google Webmaster Tools

Für jede der Länderseiten werden einmal die Google Webmaster Tools eingerichtet. Unter Einstellungen/Webseiten-Einstellungen kann man dort das „geographische Ziel“ ausrichten. Das funktioniert allerdings nur bei nicht-länderspezifischen TLDs wie .com, .net, .org. Eine .de-Seite ist immer auf Deutschland ausgerichtet. Gibt es dort also eine Subdomain oder ein Verzeichnis für „ch“, kann dies dort nicht entsprechend ausgerichtet werden. Aber so ein Verzeichnis auf einer .de-Domain für Schweizer wäre ohnehin schwer vermittelbar…

3. hreflang-tag

Das ist so ziemlich das wichtigste Signal, wenn auch etwas komplex. Ganz grundsätzlich ist das aber so zu erklären: Auf deiner deutschen Seite vermeldest du in den Meta-Angaben, dass es diese Seite auch für andere Länder gibt und zeigst diese auch gleich per Link. Hier ein paar Hinweise dazu:

    • Einbindung als HTML-Link-Element im HEAD der Seite („<link rel=“alternate“ hreflang=„es“ href=„http://es.domain.com/“ />“ in die deutsche Seite, „hreflang=„de“ href=„http://de.domain.com/““ in die französische Seite.
    • Wird nach Sprach-Länder-Kombinationen sortiert, gelten diese Abkürzungen: „de-CH“, „en-AU“ u.s.w. (<link rel=“alternate“ hreflang=„de-CH“ href=„http://au.domain.com/en/“ /> )
    • Idealerweise sind alle Versionen einer Seite auf allen entsprechenden Seiten eingebunden. Also Unterseite xy verlinkt per hreflang auf xy in allen anderen Länderseiten.
    • Gibt es eine Übersichtsseite über alle Länderversionen (zu empfehlen, z.B. „www.domain.com/„) wird diese Seite mit hreflang=„x-default“ bei den anderen Seiten verlinkt.

Also gibt es eine englische, eine schweizer und eine australische Seite, sehen die hreflang-Tags in den Meta-Angaben der englischen und der schweizer Seite so aus:

Englische Seite:
<link rel=“alternate“ hreflang=„es“ href=„http://es.domain.com/“ />
<link rel=“alternate“ hreflang=„de-CH“ href=„http://ch.domain.com/de/“ />
<link rel=“alternate“ hreflang=„de“ href=„http://de.domain.com/“ />
<link rel=“alternate“ hreflang=„en-AU“ href=„http://au.domain.com/en/“ />
<link rel=“alternate“ hreflang=„x-default“ href=„http://www.domain.com/“ />

Schweizer Seite mit Deutsch:
<link rel=“alternate“ hreflang=„es“ href=„http://es.domain.com/“ />
<link rel=“alternate“ hreflang=„en-GB“ href=„http://gb.domain.com/en/“ />
<link rel=“alternate“ hreflang=„de“ href=„http://de.domain.com/“ />
<link rel=“alternate“ hreflang=„en-AU“ href=„http://au.domain.com/en/“ />
<link rel=“alternate“ hreflang=„x-default“ href=„http://www.domain.com/“ />

Diese Information kann auch per HTTP-Kopfzeile veröffentlicht werden. Das gilt natürlich vor allem für Dateien, die keine Meta-Angaben haben wie z.B. ein PDF-Download.

UND: Das alles geht auch via Sitemap. Dann können alle Länder- und Sprachversionen dort eingebaut werden. Im Beispiel  werden für eine englische Seite die Entsprechungen in der Schweiz und in Deutschland angegeben.

<?xml version=“1.0″ encoding=“UTF-8″?>
<urlset xmlns=“http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9″ xmlns:xhtml=“http://www.w3.org/1999/xhtml“>
<url>
<loc>http://www.domain.com/en/</loc>
<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“de“ href=“http://www.domain.com/de/“/>
<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“de-ch href=“http://www.domain.com/de-ch/“/>
<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“en“ href=“http://www.domain.com/en/“ />
</url>
</urlset>

Obacht, eines ist nämlich nicht ganz logisch: Für jede Unterseite (also jede URL) muss ein eigenes url-Element in der Sitemap erstellt werden. Jedes url-Element muss dann ein loc-Tag aufweisen, mit dem die Seiten-URLs angegeben werden, UND ein xhtml:link rel="alternate" hreflang="XX"-Unterelement für jede alternative Version der Seite. UND: unter diesen alternativen Versionen muss sich auch das URL-Element selbst befinden. Warum, das weiß nur Google.

 4. Die Sprache

Man könnte auf die Idee kommen, etwa eine englische Version der eigenen Seite gleich in mehreren Ländern zu verbreiten. Denn auch die Schweden oder die Dänen kämen damit sehr gut zurecht. Warum dann nicht einfach ein .dk oder .se dran knallen – und fertig. So einfach ist das aber nicht: Google ist trotzdem der Meinung, dass schwedisch sprechende Seiten  für Schweden besser als englische Seiten sind. Und auch die Österreicher und Schweizer sprechen ihr Deutsch ein bisschen anders, als wir Deutschen. Auch das sollte man berücksichtigen.

5. Serverstandort

Zumindest bei großen Seiten lohnt es sich, den Serverstandort in das jeweilige Land zu verlegen. Ich bezweifle allerdings, dass dies dann als Rankingfaktor wirklich (noch) eine Relevanz hat.

6. Natürlich: Backlinks

Logisch: Eine deutsche Seite wird natürlich Backlinks aus Deutschland haben. Und die Schweizer werden ihre Seite auch entsprechend versorgen.

Kümmere dich also darum, dass du nicht nur deine Waren in die Alpen-Kantone schickst, sondern dort auch vernünftig auftrittst. Dann klappt es vermutlich auch mit dem digitalen Zuzug. Die schweizer Volksabstimmung hin oder her…

Mehr dazu..

Google Webmaster Help zu hreflang und zur Sitemap.

Bild: © Denys Rudyi – Fotolia.com

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (9)

  1. FrenchSeoCat

    Hallo Eric, 

    der Server-Standort hat keinen Einfluss auf das Ranking. Hat John Mueller auch bereits in einem Google-Forum bestätigt. Lediglich auf die Performance hat es eine Auswirkung: http://www.online-solutions-group.de/blog/suchmaschinenoptimierung-seo/internationales-seo-server-standort-spielt-laut-google-keine-rolle/.

  2. eric108

    FrenchSeoCat Jepp, dachte ich mir. Wobei dann die Performance auch schon eine Auswirkung auf das Ranking hat. Aber das ist jetzt auch ein bisschen SEO-Esoterisch 😉

  3. 1MioImInternet

    Eine Frage die mich in dem Zusammenhang schon länger interessiert ist folgende:

    Wie sieht das aus, wenn ich in Deutschland also auf einem deutschen Server eine englischsprachige Seite unter einer .us oder .com Domain veröffentliche.

    Wird diese dann automatisch dem englischsprachigen Raum und den englischsprachigen Suchmaschinen zugerechnet oder wäre es ratsam die Seite gleich in den USA zu hosten?

    Grüße Danosch

  4. eric108

    1MioImInternet Wie gesagt: Das Hosting ist relativ egal. Du musst dich um die anderen Punkte kümmern wie die Anmeldung in den Google Webmaster Tools (vor allem bei .com) und die hreflangs…

  5. Torben

    Das hast du ja schön zusammengeschrieben, nur leider falsch:

    „Falls mehrere Sprachversionen einer URL existieren, müssen bei jeder
    dieser Seiten alle Sprachversionen identifiziert werden, auch die eigene
    Sprachversion“
    Quelle: https://support.google.com/webmasters/answer/189077?hl=de
    In deinen beiden Beispielen fehlt also jeweils die Zeile für die eigene Sprache.

  6. Pingback: Top 10 der Woche 07/14 - SEO-united.de Blog

  7. vanSEO

    eric108 1MioImInternetUnd die Backlinks… ein nicht zu verachtender Punkt. Eine .us-Domain mit englischem Content, die nur von deutschen Seiten verlinkt wird… das hat einen komischen Beigeschmack. 😉

  8. Tobias

    Das Problem ist dabei nur, wenn man Subdomains auf Regionen oder Städte Ebene hat. Wirklich Sinn macht es nur wenn man sich auf eine Domain pro Land/Sprache beschränkt. Aber ob was nützt ist fraglich…bei einer sauberen Seitenstruktur kapiert es Google auch alleine. Und: nur weil an die href lang Flags anbietet, hat man damit noch keine Garantie, dass Google es auch genau so sieht.

  9. Pingback: hreflang Tag - Die richtige Implementierung - SEO Book

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