JavaScript und CSS nicht mehr vor Google sperren?

javascript css googleGoogle möchte alles sehen. Alles, also auch JavaScript und die CSS-Dateien. Bisher waren das Dateien, die man gerne mal per robots.txt vor dem Zugriff des Crawlers gesperrt hat.

Hier nun die neuen Richtlinien von Google zum Thema. Das müsste uns nicht weiter interessieren. Aber Pierre Far von Google droht mit Rankingverlust beim Sperren von JavaScript und CSS. Also die ganz große Keule.

Der Hintergrund: SEO-Tricks mit JavaScript und CSS

Was dahinter steckt ist relativ klar: Manchen Webmastern finden die Anforderungen, die Google an Webseiten stellt, nicht gut. Zum Beispiel, dass man Text auch lesen können soll. Oder dass Links nicht da sind. Viele meinen ja, dass man für das Ranking unbedingt *irgendeinen* Text auf der Seite haben sollte – aber wollen die Leser damit nicht belästigen. Also wird der technisch versteckt. Dann sieht Google den Text – der User aber nicht. Ich will das hier gar nicht diskutieren, aber es gibt solche Fälle.

Bisher war also die Lösung, dies so zu basteln und die JavaScript-Datei oder die CSS dann in ein Verzeichnis zu legen, das per robots.txt für den Crawler verboten ist. Dann hatte Google gar keine Möglichkeit zu erkennen, ob der Text für User zu sehen ist oder nicht. Im Code steht er ja drin.

Das mag Google natürlich gar nicht. Denn die  Suchmaschine möchte wirklich nur Inhalte bewerten, die auch für den User zu sehen sind. Wozu ein 300-Wörter-Text, wenn der nur für den Crawler ist? Diese Praktiken will Google mit den geänderten Richtlinien ausmerzen.

Ach, übrigens: Das sind keine Tricks, die nur irgendwelche SEOs anwenden. Im Gegenteil. Die Agentur Bloofusion hat 625 zufällig ausgewählte (aber vor allem große) Domains gecrawlt und nachgeschaut, ob JavaScript und CSS gesperrt sind. Nun, bei 16 Prozent war das der Fall (zum Beitrag).

Was ist nun zu tun?

Zunächst eimal: Don’t Panic! Google wird euch nicht sofort den Sichtbarkeits-Tod sterben lassen, wenn eure Verzeichnisse für JavaScript und CSS gesperrt sind. Das wäre unsinnig. Wenn ihr das standardmäßig so gelöst habt, geht die gesperrten Dateien mal durch und überlegt, ob es möglicherweise zu Problem kommen kann.

Wenn ihr allerdings gute Gründe habt, die Dateien vor dem Zugriff des Crawlers zu sperren, ist es an der Zeit, das zu überdenken. Stellt euch die Frage, welche Tricks ihr anwendet und ob die wirklich noch sinnvoll bzw. notwendig sind. Mein Beispiel oben (also langer Text für den Crawler und kein Text für den User) zeigt, dass manche Tricks früher noch ganz gut funktioniert haben – aber heute obsolet sind. Schmeißt doch einfach den unsichtbaren Text raus – oder ersetzt ihn durch kurzen, aber guten Inhalt im sichtbaren Bereich. Die User werden es euch danken.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (2)

  1. Roland Wiegmann

    Wurde die angebliche ‚Unlust‘ Googles, z.B. JavaScript-Menüs zu verstehen (und zu folgen) sonst nicht damit begründet, daß evtl. Malware Tür und Tor geöffnet würde? Habe neulich noch eine Website gesehen, deren 2. Menü-Ebene (und damit der größte Teil des Content) dem Google-Index völlig unbekannt war (wg. per JavaScript zusammengesetzter Menü-Links vermutete ich).
     
    Zum (grenzwertigen) Einsatz von CSS – hieß es hier nicht sogar schon, daß durch die automatische Verwendung von <h1> / <h2> in vielen Blogsystemen <h3> von den SuMas in der Wertigkeit ansteige? Die Folge war, daß <h2> zwar benutzt wird um die Dokumentstruktur konsistent zu halten, aber per CSS aus dem viewport herausgeschoben wird. Das wird von Google jetzt auch ‚interpretiert‘?

  2. Pingback: topratedflooring.com

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