Kann ich 404-Seiten hinter „nofollow“-Links verstecken? (Und andere Antworten)

Frage: Auf meiner Webseite habe ich mehrere Bildergalerien eingebaut. Allerdings mit Links, die für den Google Robot offenbar nach 404-Seiten aussehen. Wäre es sinnvoll, diese Links mit dem Attribut „nofollow“ zu verstecken, damit der Trust der Seite nicht verloren geht? Stichwort Pagerank Sculpting. (Wolfgang)

Antwort: Das ist eine vertrackte Frage, weil da eine ganze Menge unterschiedlicher Themen drin stecken. Im Grunde geht es aber wohl um die Frage, was das „nofollow“-Attribut bei Links eigentlich genau macht. Denn je nachdem, könnte man es ja tatsächlich zum Maskieren von kaputten Links verwenden…

Also: Wofür ist das „nofollow“ gut?

Mit dem „nofollow“-Attribut zeigt man Google, dass der Robot diesem Link nicht folgen muss, weil…

  1. ...der Link nicht vertrauenswürdig ist. Wenn man also davon ausgeht dass sich dahinter zum Beispiel ein ein mieser Spammer befindet. Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum viele Blogs ihre Kommentare auf „nofollow“ stellen – um Spammer abzuhalten.
  2. …der Link bezahlt ist. Das war wohl der eigentliche Grund für die Einführung des nofollow-Attributs vor vielen Jahren. So lange es dieses nicht gab, haben völlig normale, wenn auch gekaufte Werbelinks, den Richtlinien von Google widersprochen. Aber die Suchmaschine konnte doch den Webmaster nicht verbieten, Links zu verkaufen. Und nun müssen alle kommerziellen Links halt hinter das „nofollow“-Häubchen. Das mach ja Sinn..
  3. …man das Crawling damit steuern möchte. Wenn man also ein Login oder einen Warenkorb auf jeder Seite eingebunden hat, und dem Robot die Arbeit sparen möchte, sich diese wirklich für den Index unnötigen Seiten immer und immer wieder anzuschauen. Das spart Google Rechenkraft, die der Robot dann in andere Seiten stecken kann.

Wer also mit „nofollow“ arbeitet, steht nicht im Verdacht, irgend einen Schmuddelkram zu machen – sondern kümmert sich um die  „Durchblutung“ seiner Seite. Doch, halten wir fest: Nur SEOs kümmern sich um die Durchblutung ihrer Seite. Es ist nicht „böse“, SEO zu sein. Aber wer Google zeigt, dass er damit umgeht, sollte es richtig machen…

Was ist „Pagerank Sculpting“?

Gleich vorab: DAS ist seit dem Jahr 2009 Geschichte! Doch leider gibt es immer noch Fetzen davon, die sich in den SEO-Foren hartnäckig halten. Die Idee dahinter ist grundsätzlich clever: Da auch die interne Verlinkung wichtig ist, könnte man die Links auf unnötige Seiten mit einem „nofollow“ entwerten und hätte dann mehr „Linktrust“ für wichtige Money-Seiten übrig.

Das Problem aber ist: Der so „gesparte“ Linktrust verschwindet ins Nirvana und wird NICHT den anderen Links auf der Seite zugute kommen. Bitte, bitte glaubt mir das und wenn ihr zweifelt, lest euch das Posting von Matt Cutts dazu durch. (Bei Google gibt es übrigens noch ein paar Infos mehr über das „nofollow“-Attribut.)

Wo und wie verwende ich das „nofollow“-Attribut nun wirklich?

Also: „nofollow“ ist KEIN Anwendungsfall für eine Seite mit 200 ausgehenden Links, von denen aber nur 10 den Linktrust erben sollen! Gute Anwendungsfälle sind:

  • Beim Linkverkauf aus Traffic-Gründen: Also immer dann, wenn ich einen bezahlten Link setze, sollte ich dieses Attribut verwenden. Das gilt zum Beispiel auch für Affiliate-Links.  Bei diesen geht es ja darum, Kunden weiter zu leiten – und nicht Pagerank oder so was.
  • Wenn ein Link nach Linkverkauf aussieht: Es gibt ja auch redaktionell gesetzte Links, die aber nach Linkverkauf aussehen. Auch da ist zu überlegen, mit dem „nofollow“ zu arbeiten.
  • Zum Schutz vor Spammern: Leider ist es ja immer noch üblich, Blog-Kommentare und Foren mit Spam zu füllen – wenn man dafür einen Link abgreifen kann. Das spricht zwar gegen alle Regeln des modernen SEOs – ist aber offenbar nicht ausrottbar. Deshalb stellen wir bei uns alle Blog-Kommentare auf „nofollow“ – dann sind die interessierten Leser an der Diskussion und nicht an den Links interessiert. Aber bitte NICHT gleich mal alle ausgehenden Links standardmäßig auf „nofollow“ setzen. Denn eine ordentliche Verlinkung schätzt auch Google. Übervorsichtige Link-Entwerter mag die Suchmaschine folglich nicht.
  • Dem Robot (etwas) Arbeit) sparen: Das Login oder der Warenkorb (und es gibt noch wenige andere Fälle) können in der Tat mit „nofollow“ verlinkt werden. Dann kann sich der Robot den Weg sparen. ABER: Dadurch steht NICHT mehr Linktrust für die anderen Links der Seite zur Verfügung! Deshalb: Intern sollte das „nofollow“ extrem vorsichtig eingesetzt werden. Es macht zum Beispiel keinen Sinn, die Links auf das Impressum damit zu entwerten. Besser ist es, auf dem Impressum eine Link-Box auf wichtige Unterseiten einzubauen…
  • Im Linkaufbau: Es hat sich gezeigt, dass Seiten, auf die vollständig ohne „nofollow“ verlinkt wird, eher von Google eine auf die Nuss bekommen. Das liegt wohl daran, dass das unnatürlich aussieht. Deshalb empfehlen viele Linkbuilder, auch „nofollow“-Links aufzubauen. Was ich persönlich davon halte, schreibe ich jetzt mal nicht auf…

 Wie baut man das „nofollow“-Attribut ein?

Es gibt zwei Möglichkeiten, einem Link das „nofollow“ mitzugeben: Erstens indem man es als Attribut in den Link hinein schreibt:

<a href="http://www.[dein Link].de" rel="nofollow">Text</a>

Man kann aber auch alle Links einer Seite auf „nofollow“ stecken, indem man in den Header der Seite schreibt:

<meta name="robots" content="nofollow" />

Das führt dann dazu, dass allen Links der Seite nicht gefolgt wird. Wann das Sinn machen soll, weiß ich nicht. Aber dieses „nofollow“ kommt häufig zusammen mit dem „noindex“ – durch das der Robot erfährt, dass er die Seite nicht indizieren soll. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte. Falls es jemanden interessiert, kann er ja eine Frage dazu stellen 😉

Vorsichtiger Einsatz ist geboten

Also: Intern verwenden wir das „nofollow“-Attribut (fast) nie. Und externe Links bekommen diesen Entwerter nur dann mit, wenn es einen guten Grund dafür gibt. Für alle anderen Anwendungsfälle sollte es immer einen Plan A geben. Zum Beispiel der gefragte Fall oben: Wolfgang, wenn der Robot hinter dem Link eine 404-Seite erkennt, würde ich das technisch lösen und mit einer sauberen Lösung arbeiten. Denn der Linkjuice fließt ohnehin weg und eine 404-Seite kann man fast immer vermeiden. Kaputte Links, die unter einen „nofollow“-Teppich gekehrt werden, können aber an anderer Stelle Schmerzen verursachen…

GD Star Rating
loading...
Kann ich 404-Seiten hinter "nofollow"-Links verstecken? (Und andere Antworten), 4.9 out of 5 based on 10 ratings

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentar (1)

  1. Pingback: siding estimates

Kommentare sind geschlossen.