Landing Pages schreiben: lokalisierte Städte-Texte in 7 Schritten

Ihr SEOs da draußen kennt das alle: Google will uniquen und relevanten Inhalt – und zwar gnadenlos auf jeder Seite, die ranken soll. Wenn ihr ein Business habt, das ihr in vielen deutschen Städten vermarkten wollt, dann braucht ihr fast immer eine Landing Page für jede einzelne Stadt. Und somit einen uniquen Text für jede einzelne Stadt. Es gibt meist leider keine Alternative dazu. Aber wie schaffe ich es denn nun, 50 Mal einen lesenswerten, einzigartigen Text zu schreiben? Hier unsere Anleitung.Ortsschilder der Landeshauptstdte in Deutschland

1.Der Mastertext

Schreibt einen Mastertext zu eurem Produkt oder eurer Dienstleistung. Dieser Text kostet richtig viel Arbeit, denn er sollte das Thema holistisch, also wirklich aus jedem erdenklichen Blickwinkel beleuchten. Verfasst dabei mehrere thematisch in sich geschlossene Absätze und macht dafür Zwischenüberschriften. Damit baut ihr euch einen Fundus auf, aus dem ihr euch für alle anderen Landing Pages bedienen könnt. Der Mastertext darf ruhig 1000 Wörter haben.

2.Die Komposition

Jetzt könnt ihr die Texte aus den Komponenten zusammenstellen. Lasst mal für „Stuttgart“ den einen oder anderen Absatz weg, fügt vielleicht für „Berlin“ einen hinzu. Variiert auch die Reihenfolge, so bekommt ihr immer einen neuen Dreh. Leider müsst ihr dabei trotzdem jeden Satz umschreiben, die Zwischen-Headlines sowieso. Ihr vermeidet so aber zumindest near duplicate content, wenn nicht alle Texte die gleichen Inhalte in der gleichen Reihenfolge haben, sondern ihr aus einem Pool an Inhalten schöpfen und immer andere Kombinationen zusammenstellen könnt.

3.Das Umschreiben

Die deutsche Sprache hat unendliche Variationsmöglichkeiten. Jetzt seid ihr in der Situation, dass ihr sie nutzen müsst. Sucht euch Synonyme, stellt die Sätze um, fangt mit einem anderen Aspekt an, findet immer einen anderen Spin. Das geht, glaubt mir! Synonym-Webseiten helfen euch dabei. Aber Vorsicht, nicht jeder Begriff passt. Auch wenn zum Beispiel „Visage“ ein Synonym für „Gesicht“ ist, passt das Wort vermutlich nicht in den Kontext. Gut, das ist wirklich ein überspitztes Beispiel. Wo Synonyme ganz wunderbar funktionieren ist zum Beispiel bei diesem Wort: Für Webseite gibt es den Online-Auftritt, die Internetpräsenz, der Internetauftritt, die Homepage, die Website, die Webpage, der Web-Auftritt und sicher noch einige mehr.

Übrigens lohnt es sich auch, bei Adjektiven und Adverben zu variieren. Diese geben dem Inhalt dann vielleicht sogar eine etwas andere Tonalität. Eine „schnelle“ Lieferung ist toll, aber eine „umgehende“ Lieferung wirkt vielleicht noch druckvoller.

4.Der regionale Aspekt

Sehenswürdigkeiten einer deutschen Stadt in den Text einzubringen, wird immer wieder gemacht, klingt aber meistens ganz schön seltsam. Wer einen Wirtschaftsprüfer in München sucht, will sich schließlich nicht mit der Schönheit des Englischen Gartens oder des Tierparks Hellabrunn auseinandersetzen.

Dennoch ist der Gedanke, Google den regionalen Bezug zu signalisieren, nicht falsch. Besser ist es dann noch, so etwas zu schreiben wie: „Egal ob Sie in Haidhausen oder in Sendling wohnen, die beste Beratung in ganz München bekommen Sie bei uns!“

5.Unterschiede herausarbeiten

Das funktioniert nicht bei jedem Thema. Aber wenn wir gerade über München und einen Wirtschaftsberater schreiben, wäre es ganz gut zu wissen, dass sich hier das Europäische Patentamt befindet und ein Wirtschaftsprüfer deshalb sicherlich einige besondere Qualitäten haben sollte.

Ich weiß, das macht es nicht gerade einfach. Denn ihr braucht dafür gutes Fachwissen und habt trotz allem viel Arbeit mit den loakalisierten Städte-Seiten. Aber ihr dürft auch nicht vergessen, dass die anvisierten Besucher der Seiten vermutlich auch über ein gewisses Fachwissen verfügen – und abgeholt werden wollen.

6.Fragen beantworten

W-Fragen-Tools liefern uns zu (fast) jedem Thema eine prima Themenauswahl. Und das Schönste: Sie liefern uns gleich mehrere Variationen der Fragen. Übernehmt diese und beantwortet sie jeweils im entsprechenden Sprach-Duktus. Vielleicht in „Düsseldorf“ mal die Frage „Wie arbeiten Wirtschaftsprüfer?“, „Wer braucht einen Wirtschaftsprüfer?“

7.Feinschliff mit WDF*IDF

Wenn ihr es richtig magisch machen wollt, fragt doch auch mal ein WDF*IDF-Tool nach „Wirtschaftsprüfer München“ und nach „Wirtschaftsprüfer Hamburg“. Ihr werdet sehen, dass die genannten Nebenkeywords andere sind – oder zumindest eine andere Gewichtung haben. Vielleicht fallen euch darin ja sogar lokale Wortschätze in die Hände, mit denen ihr die Lokalisierung flott ergänzen könnt.

Ich weiß schon, was ihr denkt: Das ist ganz schön viel Arbeit. Aber wenn ihr euch an diese Anleitung haltet (Mastertext > Komposition > Umschreiben > Lokalisieren > Verfeinern) dann spart ihr eine Menge Zeit und Nerven. UND: Ihr könnt euch sicher sein, dass ihr wirklich 50 tolle Texte in minimal notwendiger Zeit erstellt habt.

 

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Elisabeth

Elisabeth ist der andere Chef der CONTENTmanufaktur GmbH. Sie verantwortet den redaktionellen Teil der Agentur.

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Kommentare (9)

  1. Severin

    Hilfreicher Beitrag! Schön strukturiert und verständlich, danke!

  2. Felix

    Hey Elisabeth, was hältst du von Hypersuggest.com für wfragen?

    Viele Grüße aus Bamberg

  3. Elisabeth (Beitrag Autor)

    Hi Felix,
    um ehrlich zu sein kannte ich das Tool bislang noch nicht. Aber ich habe es mir angesehen und es sieht richtig gut aus. Die Ergebnisse, die ich gesehen habe, schienen mir in Ordnung zu sein. Ich werde das mal in meiner Arbeit weiter testen:-)
    Viele Grüße zurück aus dem Lehel

  4. Konrad

    Vielen Dank, dass ist ein Thema was mich schon länger beschäftigt. Würde mich über weitere Blogposts zu diesem Thema freuen, gibt es vielleicht sogar ein Beispiel, wo diese oder eine Ähnliche Methodik angewandt wurde aka ein Best Practice Beispiel?

  5. Hannah

    Das müssen wir auch hier nochmal loswerden:

    Diese Tipps lassen sich im Grunde ausweiten auf alle Textjobs, die ein wenig auf Stapelverarbeitung hinauslaufen. Bis hin zu Print. Wer schonmal einen kompletten Bücherkatalog betexten musste, weiß, dass es das wichtigste ist, dann einen Grundgerüst-Text zu haben, von dem aus man alle Texte ableitet.

    Ein entsprechendes Muster / Textbriefing sieht dann zuweilen so aus:

    [Buchtitel + bis zu 5 Begriffe; 1 Begriff für das Buchthema zentral]
    [3 Zeilen / ca. 265 Zeichen; „Diesmal entführt uns in die Welt des/der ; eine spannende Reise, die man nicht so schnell vergessen wird.“]
    [6 Zeilen / ca. 600 Zeichen; “ hat ein Problem: . Er/Sie muss…“]

    Und so weiter – wenn man schnell viele ähnliche Texte produzieren können muss, braucht man schablonenartige Vorlagen und Versatzstücke, die man immer wieder mit einem Syntagma von Begriffen abwandeln und rekombinieren kann. Aber selten hat man das so strukturiert vorliegen wie in eurem Blogpost. Das ist sehr inspirierend und wird uns auf jeden Fall dabei helfen, interne Briefings weiter zu optimieren. Danke schön 😉

    LG Hannah

  6. Elisabeth (Beitrag Autor)

    Hallo Hannah,
    vielen Dank für dein tolles Feedback. Das freut uns sehr!
    Liebe Grüße
    Elisabeth

  7. Anne Benz

    Hallo Elisabeth,
    dein Artikel sagt, wie es ist: Ein Keyword für mehrere Städte zu optimieren ist viel Arbeit, aber es lohnt sich.
    Die Idee, erst einmal einen sehr ausführlichen Text zum Thema zu schreiben und sich aus diesem dann zu bedienen, finde ich sehr gut.

  8. Henning

    Hallo!

    Sehr guter Artikel mit nützlichen Tipps! Wenn ich Texte für etliche Städte erstellt habe, wie mache ich die Seiten dann bekannt? Alle in die Hauptnavigation bringen wird nicht funktionieren. In die Sitemap allein wird nicht reichen. Also im Footer verlinken oder welche Möglichkeiten bestehen fur eine ausreichende interne Verlinkungen?

    Beste Grüße
    Henning

  9. Björn von Digital MashUp

    Ist das nicht eine Blackhat Methode?
    Habe neulich einen Wortspinner programmiert und mit OpenStreetMap Daten verfeinert 🙂

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