Link-Sculpting mit "nofollow"

SEO ist auch immer ein bisschen Bullshit-Bingo. Aber wie bei anderen Fachsprachen ist der Hintergrund der „Fachbegriffe“ durchaus sinnstifend. So auch beim Link-Sculpting…

Hierzulande hat wohl mal wieder Sistrix den Startschuss dafür gegeben. Dahinter steckt der Versuch, die Link-Kraft der eigenen Unterseiten nicht einfach so zu verschleudern sondern dorthin zu lenken, wo sie die meiste Wirkung zeigt.

Wir kennen ja das Problem, dass bei vielen Seiten das Impressum nach der Homepage als die wichtigste Seite überhaupt wahrgenommen wird. Jedenfalls von Google. Warum? Weil das Impressum von jeder Seite direkt verlinkt sein MUSS. Das ist ja Telemedienvorschrift. Und wenn das so ist, kann man eigentlich nur so darauf reagieren, indem man gerade von dort wiederum wichtige Unterseiten verlinkt. Auf diese Weise kann man Schwerpunkte setzen.

So weit so gut – aber das ist eigentlich auch nur die zweitbeste Möglichkeit. Denn besser ist es natürlich, wenn die Unterseiten, mit denen am meisten Umsatz gemacht wird, direkt nach oben bringt – und nicht mit dem Impressum stützen muss. Oder?

Und hier kommt Link-Sculpting ins Spiel: Man „entwertet“ die Standardlinks oder einfache Navigationslinks, die „halt so da sind“ mit dem Link-Attribut „nofollow“ und hat für den Robot somit weniger interne Links, die er aber umso konzentrierter verfolgen kann.

Hierbei spielen natürlich noch einigen andere Faktoren eine Rolle. Denn wie es scheint, sieht der Robot jeweils immer nur den ersten Link zu einem Linkziel und merkt sich dessen Verhalten. Wenn das tatsächlich so ist, dann macht es z.B. wenig Sinn in der Navigation den Link zum Impressum ohne nofollow zu lassen – ihn aber im Footer damit zu entwerten. Mit anderen Worten: Wenn man damit anfängt, lohnt sich die Sache nur, wenn man konsequent „sculpt“. Am besten geht das wohl über eine „Positivliste“ auf der alle Seiten stehen, die ohne nofollow auskommen. Und wenn dann alle Listenseiten (Channelseiten, Taglisten u.s.w.) die nicht im Index stehen sollen mit einem „noindex, follow“ in den Meta-Tags versehen werden, ist die eigene Linkpower wohl optimal genutzt…

Der Vollständigkeit halber noch die deutsche Übersetzung für „sculpting“: „formend“. Na, das passt ja. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Link-Sculpting.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (7)

  1. Xzcnqguj

    Thanks!,

  2. Stuart
  3. RSDM

    Wie aktuelle ist den jetzt diese aussage?
    Link-Sculping mit nofollow?

  4. Eric

    Hey, vielen Dank für die Frage! Das ist natürlich veraltet. Korrekt ist heute: Keine internen Links mehr mit „nofollow“.

  5. Sven

    Das ist völlig veraltet. Google gab vor wenigen Monaten selbst ein Interview, dass eine interne Nofollow-Besetzung völlig sinnlos ist. Damit wird nur wertvolle Popularität verschenkt.

  6. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Völlig richtig Sven. Deshalb steht oben das Datum des Artikels…

    🙂

  7. Karsten

    “ Hey, vielen Dank für die Frage! Das ist natürlich veraltet. Korrekt ist heute: Keine internen Links mehr mit “nofollow”.“ <— Stimmt genau 🙂

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