„Mobilmachung“ ab April Ranking-Faktor. Aber nur für mobile Geräte…

Post von GoogleViele Webmaster bekommen gerade Post von Google. Diese lauten sinngemäß so: „Die Systeme von Google haben 3 Seiten Ihrer Website getestet und bei 100 % dieser Seiten kritische Fehler in Bezug auf die Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten erkannt.“ Das ist nichts Neues und wir sind es ja gewohnt, dass Google das Netz – auch das mobile Netz – besser machen will.

Es handelt sich hierbei übrigens nicht immer wirklich um böse „Fehler“ sondern um teilweise etwas sehr pingelige Darstellungs-Schwierigkeiten von Webseiten auf mobilen Geräten. Buttons zu klein, Abstände zu groß – oder so. Aber, trotzdem: Die Darstellung von Webseiten auf einem iPhone hat besondere Herausforderungen und denen sollte man sich stellen. Inwieweit Google solche Herausforderungen definiert und auch algorithmisch entdecken kann, sei natürlich dahin gestellt.

Bald also ein Ranking-Faktor

Neu ist allerdings die Aussage, dass diese „Fehler“ nun auch zu Ranking-Faktoren werden. Das ist u.a. im Google Webmaster Blog zu lesen. Das war zwar erwarten – und macht auch Sinn, aber mit einem Datum versehen klingt das wie eine Drohung:

„Ab dem 21. April gilt die Optimierung für Mobilgeräte auch als Rankingsignal. Diese Änderung wirkt sich auf mobile Suchanfragen in allen Sprachen weltweit aus. Daher werden Nutzer bei Suchanfragen eher hochwertige Ergebnisse erhalten, die sowohl für ihre Anfragen relevant als auch für ihre Geräte optimiert sind.“

Hier ein paar englische Worte von John Müller zum Thema:

Halt! Jetzt lasst nicht gleich alle anderen Projekte fallen und startet mit der Mobilmachung eurer Webseiten. Wenn ihr das bisher nicht gemacht habt, dann solltet ihr aber mit der Planung beginnen. Denn, und das ist die Erkenntnis vieler entsprechender Projekte, die wir begleitet haben: Ein „Mobile-Projekt“ führt am Ende meist zu einem ganzen Relaunch der Seite. Jedenfalls, wenn man es richtig machen will.

Und,  nicht vergessen: Diese mobilen „Fehler“ sind ein Rankingfaktor in der mobilen Suche. Ihr bekommt dafür in der Desktop-Suche KEINEN Abzug!

Sofortige Mobilmachung also?

Nehmt das also zum Anlass, spätestens jetzt über die Mobilmachung nachzudenken. Unter zwei Voraussetzungen:

  1. Eure mobile Seite muss tatsächlich überarbeitet werden. Wenn ihr ein paar zu kleine Buttons habt, dürfte der Rankingverlust nicht wirklich groß sein… Google geht es sicherliche eher um die echten „Hämmer“.
  2. Ihr habt relevanten mobilen Traffic. Schaut erst einmal in Google Analytics rein. Es gibt ja trotz allem noch Webseiten mit vergleichsmäßig wenig mobilem Traffic. Dann könnt ihr entspannter planen. Übrigens: Meiner Meinung nach zählen Tablets nur bedingt zum mobilen Traffic. Diese können häufig die Webseiten auch in Originalgröße meist prima darstellen. Aber am besten wird’s ja eh „Full Responsive“.
GD Star Rating
loading...
"Mobilmachung" ab April Ranking-Faktor. Aber nur für mobile Geräte..., 3.2 out of 5 based on 6 ratings

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentare (8)

  1. SEOdreas

    Nun stellt sich nur noch die Frage, für welche Variante entscheidet
    man sich. Responsive Webdesign oder eine mobile-Version der Seite. 
    Ich
    persönlich denke Google hat bezüglich der zwei Varianten keinerlei
    Präferenzen. Könnte aber auch gut sein, dass Google mobile-Versionen
    zukünftig auf Grund des größeren Aufwands von Seiten der Betreiber in
    der Wertigkeit höher einstuft. Das wäre also nur menschlich 🙂 
    Sollte
    das der Fall sein, steht eine Menge Arbeit vor der Tür…

  2. MaxBloch

    Google empfiehlt klar Responsive Design einzusetzen. Allerdings vergrößert sich dadurch die Seite etwas, worunter die Performance etwas leidet. 
    Das ganze über eine Subdomain zu lösen, ist meiner Meinung nach im Nachgang meist mit einem hohen Pflegeaufwand verbunden. Der „Alternate-Tag“ sollte hier nicht vergessen werden.
    Dynamic Serve ist performant, allerdings – aufgrund der Ausrichtung anhand des User Agents – meist auch etwas Fehleranfälliger. Es sollte auf jeden Fall ein HTTP-Vary-Header gesetzt werden. Dieser wird häufig vergessen…

  3. SEOdreas

    MaxBloch Bedeutet Du würdest ganz klar auch auf „responsive“ gehen?

  4. M_Schwertfeger

    SEOdreas  Schwer vorzustellen, dass Google zusätzliche Seiten belohnt, nur weil dies höheren Arbeitsaufwand bzw. Pflegeaufwand bedeutet. 
    Wie
    Max schon sagt, ist die offizielle Aussage von Google, dass sie Seiten
    auf einer URL (also Responsive oder Dynamic) bevorzugen, wobei Google
    hier zumeist Responsive als Best Practice nennt. 
    Inhalte auf
    einer einzigen URL zu bevorzugen macht ja auch daher schon Sinn, das
    sämtliche Nutzersignale, Backlinks etc. auf dieser einen URL gebündelt
    sind und sich nicht auf zwei unterschiedliche URLs aufsplitten.
    Favorit sollte also entweder Responsive oder Dynamic Serving sein.
    Interessant
    ist an dieser Stelle übrigens, dass Google auf der einen Seite
    offiziell Responsive Design bevorzugt und auf der anderen Seite aber
    betont, dass schnelle Seiten zu bevorzugen sind. Responsive gilt hier ja
    allgemein als langsamer als Dynamic Serving.
    Bei der
    Entscheidung zwischen Responsive und Dynamic sollte man sich m.E. aber
    weniger von den Präferenzen Googles leiten lassen. 
    Eher sollte
    man prüfen, welche Inhalte man auf der eigenen Seite anbietet und auch
    mobile hinsichtlich User-Experience (auch User-Signale sind ja ein
    Ranking-Signal) anbieten möchte. Sollen genau die gleichen Inhalte wie
    auf der Desktop-Version angeboten werden? Dann ist Rresponsive oftmals
    die beste Lösung. Möchte man mobile aber modifizierte Inhalte der
    Desktop-Variante anbieten, dann kann die Lösung nur Dynamic Serving
    lauten. Und Mobile andere Inhalte anzubieten als auf der
    Desktop-Variante macht oftmals aus User-Experience schon Sinn. Wie man
    responsive Inhalte erstellt, sollte man sich bei Karl Kratz mal ansehen.
    :-)Der Nachteil von Dynamic Serving vs. Responsive wurde
    von Max ja oben schon aufgeführt: fehleranfälliger und die Erkennung
    der wichtigsten User-Agents sollte immer auf dem aktuellen Stand
    gehalten werden.

  5. MaxBloch

    M_Schwertfeger SEOdreas
    Sehe ich genauso. Außerdem hat man bei Dynamic Serving mehr Gestaltungsfreiheiten auf das einzelne mobile Endgerät bezogen als beim Responsive. Meistens sind diese Seiten einfach schöner mobil anzusehen. 
    Unterschiedliche Inhalte anzubieten macht manchmal sehr viel Sinn und diese gleich entsprechend auszuliefern ist definitiv schöner als im Nachgang irgendwas für die andere Version zu verstecken.
    Auch wenn Google Responsive vorschlägt, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass man durch Dynamic Serving irgendwelche Dämpfer oder Vorteile auferlegt bekommt. Ich denke eher, dass Google damit den Webmastern den scheinbar einfachsten Weg mit an die Hand geben wollte. Ist auch irgendwo verständlich, da Google sicherlich seltener beim Responsive Design auf Probleme stößt als beim Dynamic Serving. Wie Mario schon geschrieben hat, ist es sehr wichtig dabei immer auf den aktuellen Stand zu sein. Aber ich kann mir eben auch vorstellen, dass das ganz viele Websites nicht sind. 🙂
    Von dem her gehe ich davon aus, dass Google das Responsive Design schon irgendwo in eigennütziger Absicht empfohlen hat.
    Eine Belohnung oder einen Dämpfer kann ich mir aber zumindest bei den beiden Versionen nicht vorstellen. Eher wird man indirekt beim Dynamic Serving für die bessere Perfomance belohnt.

  6. SEOdreas

    MaxBloch M_Schwertfeger SEOdreas Die Quintessenz ist somit: „User first“ wie ich das hier sehe. Danke Euch für Euer feedback!

  7. webdesignlabor

    Google empfielhlt und belohnt schon seit geräumer Zeit eine Webseite die responsive ist. Eine separate Seite für mobile Endgeräte wird nicht empfohlen.

    Das ist auch keine neue Erscheinung. Ich erstelle bereits seit mehrere Jahren nur Seiten die Responsive sind. Wichtig ist dass man die „Mobile First“ methode wählt und nicht die „Desktop First“.

    Somit legt man erst die Stilvorgaben (also auch Hintergrundbilder oder andere grafische Designelemente) für Smartphones fest und nimmt dort kleinere Dateien und man arbeitet sich dann suksessive bis Laptops/Desktop PCs „hoch“.

    Somit findet der mobile Browser in dem CSS Datei mit den Media Queries als Erstes „seine“ Stilvorgaben und ignoriert die Restlichen.

    Bei der „Desktop First“ Methodik muss der Browser sich erst durch die Stilvorgaben der große Bildschirme arbeiten bis er die Stile findet, die für ihm gedacht sind. Dies hat zur Folge, dass er die Stile, die nicht für ihm gedacht sind, auch runterlädt. Bad performance.

    Die Seite muss sich nicht wirklich vergrößern, weil lediglich die CSS Datei mit den Media Queries dazukommt. Durch zusammenfügen der CSS- und Skriptdateien, die man dann minimiert und ggf. GZIPT optimiert man die Perfromance. 

    Ausserdem sollte man die seite cachen damit die dynamische Seiten als statisches HTML am User geliefert wird.

    Content Management Systeme wie Joomla und WordPress bieten für diesen Zweck viele Erweiterungen die einem Dabei helfen. Man kann in WordPress sogar unterschiedliche Versionen eines Betrags erstellen. Für „normale“ Bildschirme den vollen text mit alle Bilder in hoher Auflösung, Videos und andere „Bells and Whhistles“ und für mobile Browser eine abgespeckte Version mit kleinere Bilder und prägnantere kürzzere Texte.

    Mobile User sind ja bekanntlich wie der Hase in Alice im Wonderland: „Ich habe keine Zeit!“ 🙂

    Mit diese Herangenesweise kann man gute Resultate bezüglich die Ladezeiten einer Webseite erzielen. Webseiten die lange brauchen um sich aufzubauen, werden von Google bestraft.

    Den Screenshot von Google Insights zeigt dass die Mühe sich lohnt.

    Übrigens sorry für meine böse Grammatik, aber ich bin Niederländer.

  8. Pingback: likri.com

Kommentare sind geschlossen.