News vs. Haltbare Inhalte in der Google-Optimierung

Heute wurde ich in der F.A.Z. so zitiert: „Viele Verlage bemühen sich, haltbare Inhalte wie Testberichte ins Netz zu stellen, die auch in einem halben Jahr noch interessant sind. Ein Beispiel dafür ist auch Spiegel Wissen. Wenn diese Artikel viele Links bekommen haben, tauchen sie unter den ersten zehn Suchtreffern auf und bringen dauerhaft Leser.“ Es geht hierbei um das Verhältnis zwischen News und haltbaren Inhalten. Das will ich hier kurz etwas ausführlicher erklären.

Zur Illustration zwei Grafiken aus unseren Seminaren und Vorträgen:

news-haltbare-inhalte

Wenn ich eine gute Nachricht veröffentliche, erhalten ich einen schnellen aber (wenn alles gut geht) hohen Aufmerksamkeits-Peak. Dieser bringt mir Traffic – so lange die News aktuell ist. Idealerweise stehe ich damit auf Google News weit vorne… Logisch aber auch, dass ich diesen Beitrag in einigen Monaten – wenn überhaupt – nur noch in zweiter Reihe veröffentlicht haben möchte. Denn wen interessiert das noch? Und wer weiß, ob der Inhalt überhaupt noch wahr ist.

Das ist bei einer haltbaren Information anders: Hier habe ich keinen Peak, sondern ein sanftes Ansteigen der Aufmerksamkeit auf ein relativ geringes Niveau. Das ist auch der Grund, warum viele Journalisten lieber News als Lexika oder Portraits schreiben…

Aber schauen wir uns an, wie sich das entwickelt, wenn wir kontinuierlich weiter arbeiten:

news-haltbare-inhalte-1

Wir stapeln mit den haltbaren Inhalten sozusagen die kleinen Treppen aufeinander, während die News selbst bei hoher Anstrengung lediglich ein gleichbleibendes Niveau halten können.

Na gut, aber das ist nur die halbe Wahrheit…

Selbstverständlich werden von einer großen Verlagsseite auch News verlangt, deshalb würden wir auch niemals empfehlen, darauf zu verzichten. Aber man sollte jeweils genau wissen, WAS man da gerade macht. Bin ich gerade im „News-Modus“, dann achte ich genau auf die Vorgaben und die Optimierungsmöglichkeiten von Google News. Und ich bleibe hinsichtlich anderer SEO-Themen recht locker. Denn ich mache mir sonst selber Konkurrenz bei den haltbaren Inhalten.

Alles was nicht notwendigerweise eine News ist (also, was nicht schnell vergänglich ist) werde ich ganz anders behandeln. Hier hat sich z.B. auch gezeigt, dass diese Beiträge eben NICHT mit dem Pfad „/news/“ in der URL veröffentlicht werden. Hier spielt Duplicate Content eine andere Rolle und auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Und natürlich die Links, die auf einen Beitrag zeigen. Das sind häufig Links von außen die sich nach und nach ansammeln – aber auch meine eigenen Links auf meine Beiträge spielen hier eine wichtige Rolle. Bei haltbaren Inhalten sollte ich immer ihre Relevanz im Blick halten und sie dementsprechend behandeln.

Also, mit anderen Worten:

Verlagsseiten (und nicht nur die) sollten eine klare Trennung zwischen News und anderen Inhalten machen. Alle Beitragsarten sind sinnvoll und wichtig – benötigen aber jeweils unterschiedliche Aufmerksamkeit und Optimierung.

Ansonsten kann ich euch nur empfehlen, den Artikel vom Netzökonom zu lesen. Kluger Mann, schöne Überschrift!

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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