Open Graph, Twitter Cards: Geht’s noch? Und wie!

Open Graph, Twitter CardsEinigen Webseitenbetreibern bringen Facebook, Google+ und Twitter schon mehr Besucher als die Google Suche. Es könnte sich lohnen, diese bevorzugt zu behandeln. Doch gehören nicht mit Social Buttons – sondern auch die passende Ansprache pro Netzwerk: In Facebook ist man etwas lässiger als auf Google, bei Google+ etwas ausführlicher als auf Twitter.

Aber ist das nicht sau-aufwändig? Schon. Aber nicht so arg, wenn man mal die neuen Meta-Tags entdeckt hat, die seit einigen Monaten auf ordentlich betreuten Webseiten auftauchen.

Diese haben, ganz grob gesagt, die Funktion, jedem Netzwerk eigene Daten zur Verfügung zu stellen. Das sind einerseits eine andere Ansprache via Description bzw. Tweet, möglicherweise unterschiedliche Bilder (da ja auch die Verwendung von Stock-Photos auf Facebook zweifelhaft ist) aber auch zusätzliche Medien im Artikel wie Videos oder Musik, die von den Sozialen Netzwerken möglicherweise sonst übersehen würden.

Ach, vielleicht eine Frage vorab: Warum kann man das nicht mit einer technischen Lösung organisieren? Gegenfrage: Kannst du dir vorstellen, dass hochrangige Vertreter von Facebook, Twitter und Google sich auf ein Protokoll einigen können? Also: Deshalb!

Die Facebook-Lösung: Open Graph

Deine Facebook-Freunde freuen sich, wenn du dir mal das Open Graph Protocol anschaust. Dort finden sich teilweise schon aus dem HTML-Head bekannte Tags (z.B. Title, Description) und völlig neue Tags (Type, Lokale, Image, URL u.a.). Du kannst sogar Songs mit Länge, Album und Musiker definieren, oder Videos mit ähnlichen Angaben. Und das ist keine Datenschüffelei sondern dient der besseren Einordnung der Webseite bei Facebook. Klar: Wenn du die Lokation des Beitrags sichtbar machst, kann Facebook dich in diesem geographischen Bereich hervorheben – und überall sonst weg lassen. Das ist übrigens auch ein Hinweis darauf, dass man besser nicht immer alles ausfüllt. Zumal der Beweis noch aussteht, dass Facebook wirklich alle Daten auch wirklich auswertet.

Open GraphFest steht: Mit dem Title und der Description kannst du dir Gutes tun. Denn mit diesen sprichst du deine Freunde im Netzwerk an – und zwar anders als die Suchenden auf Google. Etwas länger kannst du auf Facebook sein – und, wie gesagt, etwas lässiger.

Hier mal ein Beispiel, wie so etwas in den Meta-Tags aussieht:

<meta content=“de_DE“ />
<meta content=“article“ />
<meta content=“Social Meta-Tags in WordPress – Allgemein -“ />
<meta content=“Das ist die Facebook-Beschreibung des Artikels über Social Meta-Tags.“ />
<meta content=“SEO Book“ />
<meta content=“https://www.contentmanufaktur.net/blog/wp-content/uploads/2013/07/twitter-cards-katalog-590×434.png“ />

Nun könnte man lange darüber philosophieren, wozu all diese Daten interessant sind und wie man die Facebook-User am besten auf die eigene Seite bringt. Hier möchte ich zunächst die technische Seite beleuchten.

Kürzer, prägnanter: Twitter Cards

Ähnlich läuft es mit den von Twitter eingeführten Twitter Cards. Diese haben vermutlich den größten Zweck für Twitter, wenn damit zusätzliche Elemente wie Bilder oder Videos eingetweetet werden. Es gibt dafür einen ganzen Katalog in dem sich auch Produkte und Apps befinden. Außerdem könnte ich auch Telefonnummer und Googleplay-Account angeben. Auch hier blenden wir mal ganz kurz die Frage nach der Sinnhaftigkeit umfassender Angaben aus. Eine Twitter-Card könnte so aussehen:

Beispiel-Code einer Twitter Card:

<meta name=“twitter:card“ content=“summary“ />
<meta name=“twitter:site“ content=“@eric108″ />
<meta name=“twitter:domain“ content=“SEO Book“ />
<meta name=“twitter:creator“ content=“@vanseo“ />
<meta name=“twitter:image:src“ content=“https://www.contentmanufaktur.net/blog/wp-content/uploads/2013/07/twitter-cards-katalog-590×434.png“ />

Hier ist hübsch zu erkennen, dass man auch den Site-Owner und den Content-Creator unterschiedlich benennen kann. Das dürfte eine Verbeugung von Twitter an die Journalisten sein, die den Nachrichten-Dienst ganz besonders gerne nutzen.

Und, na klar: Auch die Ansprache von der Twitter-User darf bzw. sollte anders sein als das, was per Title- und Description-Tag (meist) in den Google-Suchergebnissen steht. Schon die Begrenzung auf 140 Zeichen ist anders.

Und wie geht das jetzt konkret?

Selbstverständlich ist das Open-Graph- und das Twitter-Card-Konzept nichts für manuelle Feinarbeiten im Code. Das Ganze funktioniert nur, wenn das CMS die unterschiedlichen Info-Platzhalter unterstützt. Und da kann ich zumindest mal für WordPress zwei Tipps geben:

1. NextGEN Facebook Open Graph+: Ein wirklich, äh, krasses Plugin, das wirklich bis ins kleinste Detail konfiguriert werden kann. Um ganz ehrlich zu sein: Mich hat die Funktionsvielfalt geradezu überfordert und ich zeige euch lieber einen kleinen Film, statt darüber zu berichten.

2. Yoast WordPress SEO: Mal wieder das wichtigste Plugin für WordPress. Und wer dort mal unter dem Menüpunkt „Social“ spickelt, findet einige Basis-Einstellungen für die drei wichtigen sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und Google+. Auf den Beitragsseiten lassen sich dann hübsche Beschreibungen für den Open Graph und einen Teaser für Google schreiben – das war’s. Das Bild sucht er sich selbst. Ehrlich gesagt: Ganz nach meinem Geschmack.

Yoast WordPress SEO

So. Und jetzt lass dir halt neben der Description noch einen schönen Text für Facebook und einen für Google+ einfallen. Du kannst das!

Über die Existenzberechtigung von neuen Meta-Tags

Na klar, wir können drüber streiten, ob das Sinn macht oder nicht. Aber ich sage mal so: Wer um eine halbe SERPs-Platzierung kämpft, indem er krampfhaft versucht, die URL sprechend und den Title möglichst kurz zu halten, der sollte sich besser um eine passendere Formulierung für sein Facebook- und Twitter-Freunde kümmern. Das ist sicherlich hilfreicher.

Ob sich der Aufwand lohnt, kommt natürlich auf die Seite und das Thema an. Aber technisch geht es eigentlich ganz fix. Oder?

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (4)

  1. BrunoJo1

    Bei den Open Graph Meta Tags fehlen die property Attribute!

  2. eric108

    BrunoJo1 Right. Soll ja auch nur ein Beispiel sein. Aber ich werde das bei Gelegenheit ergänzen. Hast völlig recht! Danke.

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