Wie gehen wir mit "Query deserves Freshness" um?

qdfWird plötzlich ein Suchbegriff sehr häufig bei Google eingegeben  (z.B. „Schweinegrippe“ neulich) muss die Suchmaschine den normalen Index ändern. Denn die „guten, alten“, ausführlichen, möglicherweise wissenschaftlichen Artikel, die sich im Laufe der Jahre einen hohen Platz zu einem solchen „Longtail“-Keywords erkämpft haben, wären dann unpassend. Wer nach einem völlig neuen Nachrichten-Thema sucht, will aktuelle Informationen. Und das nicht nur auf Google News oder im News-Snippet sondern auch im Hauptindex. Wie können wir das für die Google-Optimierung nutzen?

Google dreht in einer solchen Situation den Algorithmus per „Query deserves Freshness“ (QDF) und schießt aktuelle News-Seiten zwischen die herkömmlichen Ergebnisse. Plötzlich steht die Tagesschau zwischen Wikipedia und wissenschaftlichen Seiten.

Welche Faktoren hier eine Rolle spielen, ist nicht ganz transparent. Doch das ist unbefriedigend. Denn in unserer Beratung empfehlen wir sehr großen Seiten (die also hier eine echte Chance habe) für die Optimierung des Hauptindex grundsätzlich auf haltbare Inhalte (und Aktualisierungen) zu setzen als auf News. Doch da stellt sich die Frage, ob das im QDF-Fall nicht kontraproduktiv ist:

Wie kann ich einen Themen-Buzz, also die hohe Suchanfragen zu einem sehr aktuellen Thema, am besten ausnutzen? Wie bleibe ich trotz haltbarer Inhalte auf der ersten Suchergebnisseite? Wie komme ich evtl. dadurch erst drauf? Hier einige Hinweise:

  1. Häufig bleibt bei, wenn QDF greift, nur Wikipedia übrig. Es ist also kaum zu schaffen, im Vorfeld seine Seite auf diese Situation vorzubereiten. In der normalen Optimierung für den Hauptindex kann QDF deshalb keine Rolle spielen.
  2. Es scheinen immer neue URLs zu sein, die sich in den Index schieben. Mit anderen Worten: Es reicht NICHT, bestehenden Inhalt zu aktualisieren. Es muss eine neue Seite her! Wer auf Google News stark gelistet ist, scheint dabei auch deutlich im Vorfeld zu sein – aber das gilt nicht für alle Ergebnisse. Ebenso Blogger können profitieren – nach ziemlich unklaren Kriterien. Sehr gut rankt auch häufig „twitter.com/KEYWORD“.  Hier heißt es also: Wer den Trend frühzeitig sieht, kann mit einem Twitter-Account viel bewegen…
  3. In der Regel flachen die Anfrage-Kurven auch relativ schnell ab und damit geht auch QDF flöten. Dann greift wieder der „normale“ Algorithmus. ABER: Erstens gehen die Suchanfragen in der Regel nicht auf das bisherhige Niveau zurück sondern bleiben draüber – das Keyword wird also stärker und interessanter. Und zweitens sind nun plötzlich eine Menge neuer Backlinks in der Welt. Und (das ist jetzt ungetestet): Wir können sehr wohl davon ausgehen, dass die von den aktuellen Ergebnissen gesetzten Backlinks auf die „guten, alten“ Seiten, dürften die danach folgend Positionierung sehr stark beeinflussen.

Mit anderen Worten: Um den Buzz der „Query Deserves Freshness“ mitzunehmen, brauche ich mindestens eine neue URL und/oder einen Twitter-Account. Schaffe ich es, damit gut platziert zu werden, sollte ein großer, dicker Link auf meine eigentliche, haltbare Seite zu dem Keyword/Thema darauf zu finden sein damit ich mich im normalen Index damit weiter nach vornde drängeln kann.

Ich danke für die Aufmerksamkeit, wir werden in den nächsten Woche hier noch etwas herum testen, ich würde mich freuen, von euren Erfahrungen zu hören.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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