Semantik I: Was damit gemeint ist

Programm_Tag_2___Search_Marketing_Expo_–_SMX_München„Entitäten“ und „Things, not Strings“ sind Anwärter der Hype-Wörter im SEO-Business 2014. Aber auch „Semantik“ steht auf der Shortlist dafür. Und trotzdem: In Zeiten von „not provided“ und einer derart intelligenten Suchmaschine, die immer besser den Sinn von Inhalten versteht, gehören alle drei Wörter zum Repertoire eines Online Marketers.

Auf der SMX München, 2014, hatte ich das Vergnügen zusammen mit Sepita Ansari von Catbird Seat eben darüber zu berichten. Hier ist meine Präsentation dazu.

Ich weiß, diese Präse ist ohne den gesprochenen Text nicht unbedingt sinnfüllend. Wichtig war es mir, diese allzu offenen Aussagen wie „Naja, du musst da halt semantisch vorgehen“ mit Inhalt zu füllen. Deshalb habe ich mich mit folgenden Themen beschäftigt:

1. Synonyme & Co

Hier befinden wir uns auf Wort-Ebene. Begriffe können etwas Identisches oder einen Gegensatz meinen. Sie können aber auch – wie Matroschka-Puppen – sinnhaft ineinander passen wie etwa „Apfel“ ein Teil von „Obst“ ist. Das klingt einfach – aber Texter wissen, dass sie möglich konkret vorgehen. Auf die Fragen dazu, wie man denn nun Seiten auf Synonyme optimieren sollte, waren unsere Antworten: Mach dir über Title-Tags und Keyword-Density echt keine Sorgen. Die Botschaft ist: Google versteht Synonyme mittlerweile recht gut – deshalb schreibe so, wie es für den User am treffensten ist.

2. Ngram, Kookurrenzen

Steigen wir auf die Satz- bzw. Wortgruppenebene. Hier ist es wichtig zu verstehen, dass es innherhalb solcher Konstrukte bestimmte Wahrscheinlichkeiten gibt, mit denen Wörter gemeinsam auftreten. Dies gibt den Suchmaschinen die Möglichkeit manche Begriffe überhaupt zu entschlüsseln (also „Bank“ im Zusammenhang mit „sitzen“ meint eine Parkbank, im Zusammenhang mit „gehen“ ist wohl eher ein Geldinstitut gemeint). Außerdem beginnt da auch schon der Spam-Schutz. Erst, wenn Begriffe in ihrer „natürlichen“, äh „wahrscheinlichen“ Umgebung aufgefunden werden, handelt es sich um einen natürlichen Text. Also vergiss alle Tricks 😉

3. WDF*IDF

Ja, man kann sich über die Errechnung dieser Formel in den Nachkommastellen lange streiten. Aber es gibt keinen Zweifel, dass eine WDF*IDF-Analyse eine große Chance ist, schnell mal die Unterthemen bzw. Kapitel eines Beitrags zu einem Keyword zu definieren. Übrigens: Wir befinden uns hier auf Beitrags-Ebene – im Gegensatz zu Synonymen und Kookurrenzen.

4. Entitäten

Jetzt sind wir wieder auf Wort-Ebene – doch das strahlt auf den ganzen Text aus. Denn kann man (oder die Suchmaschine) die Entität z.B. eines prominenten Menschens oder einen Ort entschlüsseln (möglicherweise, weil wir das auch per schema.org entsprechend übergeben), wird klar sein, worum es geht und Attribute wie Geschwister-Entitäten sind schnell auffindbar.

5. Suchmotivation

Wir verlassen den Text und kommen beim Sucher an. Was erwartet er eigentlich, wenn er eine Suchphrase bei Google eingibt? Will er etwas kaufen? Will er sich nur informieren? Oder geht es ihm um Navigation? Das können wir den Keywords im Grunde schon ansehen – und Google auch. So sind Produktnamen in aller Regel eine „Do“-Suche für Google – der User, meint die Suchmaschine, will das Produkt also kaufen. In den SERPs werden also vor allem Shops und Kaufberatungen zu finden sein. Geht es um eine Informational-Search, sehen wir vor allem Info-Portale, Foren und Wikipedia in den Ergebnissen. Und das gilt auch für andere „Dimensionen“ von Keywords wie etwa „Longtail vs. Shorthead“, „Aktuell vs. haltbar“ u.s.w.. Wenn du am Keyword ablesen kannst, in welchen Dimensionen es angenommen wird, kannst du zielorientierter arbeiten.

6. User-Fragen

Darum geht es doch eigebntlich. Oder? Gibt ein Suchender „Frühlingsgefühle“ ein, hat er dazu einige Fragen. Wenn du diese in deinem Text beantwortest, ist alles gut. Es gibt dazu noch nicht so viele Tools – aber es wäre gut, wenn du du dir diese User-Fragen *irgendwoher* holst. Und sei es, dass du Foren durchsuchst oder mit echten Usern sprichst.

Einen Hinweis zu all dem: Während die „Strings“ sehr gut maschinell zu finden waren, sind die „Things“ ein Teil der Welt um uns herum. Also erwarte keine umfassenden Automatismen, sondern strenge deinen Kopf oder den Kopf deiner Mitarbeiter/Dienstleister an. Unser Hirn ist in so einem Zeugs immer noch besser als jeder Computer.

Und was fangen wir nun damit an?

Die entscheidende Frage ist ja nun: Wie gehen wir nun vor? Schmeißen wir die gute, alte Keyword-Recherche über Bord und paddeln nun nur noch mit semantischen Rudern? NEIN! Natürlich nicht. Meine Empfehlung ist, die Keyword-Recherche nun etwas anzupassen – aber nicht mehr darauf zu verzichten. Ich werde versuchen, in den nächsten Tagen eine Überarbeitung unserer Keyword-Recherche-Empfehlung zu veröffentlichen.

Also: Stay tuned!

GD Star Rating
loading...
Semantik I: Was damit gemeint ist, 5.0 out of 5 based on 5 ratings

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentare (3)

  1. ronnym1982

    Hey Eric,

     wieder einmal ein toller Beitrag von dir. Was mir an deinen Posts immer besonders gefällt, ist die Art deiner Erklärung. Ich selbst bin auch im SEO Umfeld tätig und weiß nur zu gut, wie schwer es ist, einfache aber richtige Beispiele und Umschreibungen zu finde. Also: (wieder) ein dickes Lob und weiter machen – Bitte! 😉 Gruß aus Hamburg

  2. Pingback: Eric Kubitz über Semantik - Was damit gemeint ist (Teil 1) -

  3. Pingback: Top 10 der Woche 13/14 - SEO-united.de Blog

Kommentare sind geschlossen.