SEO am Morgen: "Canonical-Tag domainübergreifend" oder "Die Rettung der Syndication?"

Erst war die Quelle etwas unklar, aber die Info scheint auf der Search Marketing Expo NYC East 2009 ihre Quelle zu haben: Ab Jahresende 2009 will Google den cannonical-Tag auch domainübergreifend akzeptieren. Hört sich zunächst uninteressant an – ist aber extrem spannend. Jedenfalls alle Content-Syndizierer und alle Betreiber von Sh0ps sollten weiter lesen.

Ganz kurz zum Canonical-Tag: Wie vermeldet ist es seit einigen Monaten damit möglich, einem mehrfach verwendeten Inhalt die Information zu geben, wo seine Quelle ist. Das funktioniert bislang nur innerhalb einer Domain und ist dann interessant, wenn z.B. Produkttests auch als News dargestellt werden – aber z.B. der Test als Quelle sicher in den Index soll. Oder wenn Redaktionssysteme wilde Parameter an die URL schrauben – dann kann man von allen sinnlosen URLs auf die Haupt-URL zeigen.

Hier: Matt Cutts erklärt, wie große Webseiten mit dem „canonical-Tag“ umgehen sollten. Das klingt wahr und ehrlich 😉

Das scheint auch gut zu funktionieren (Ist aber immer nur die zweitbeste Lösung. Besser ist, wirklich nur eine URL zu haben, unter der der Inhalt angezeigt wird). Was mir aber  gefehlt hatte, war die Möglichkeit, dies domainübergreifend einzusetzen. Warum?

Es gibt zwei Gruppen unserer Kunden, die darauf eigentlich nur warten: Erstens sind es die journalistischen Portale, die ihre Inhalte (z.B. Produkttests, News) auch an andere Webseiten syndizieren, also verkaufen. Das führt immer zu Duplicate Content, da der Käufer des Inhalts meist nicht bereit ist, die Seiten mit dem Inhalt per „noindex“ aus Google draußen zu  halten. Also haben am Ende beide Duplicate Content – eine miese Situation.

Leichter zu vereinbaren sein dürfte die Einführung des „canonical-Tag“. Denn das führt nicht sofort zum De-Listing sondern zeigt nur die Quelle. Wenn sich das Vorgehen bewährt, könnte ich mir sogar vorstellen, dass es für die Kunden eine Art Bestrafung gibt, wenn sie Inhalte anderer Webseite OHNE die Quellenangabe verwenden. Und es gibt ja einige (leider nicht sehr stabile) Signale für Google die eigentliche Quelle zu erkennen. Dann hätten beide das Bedürfnis, den „canonical-Tag“ zuverlässig einzusetzen – und eine Menge Content-Scrape würden in die Röhre gucken.

Eine andere Gruppe von Kunden wünscht sich ein solches Tag auch: Nämlich diejenigen (z.B. Shops Produktbeschreibungen von Herstellern oder Produkt-DBs), die Inhalte übernehmen möchten, sich dies aber nicht trauen, weil möglicherweise zu viele Seiten wegen Duplicate Contents in den Filter geraten und die ganze Domain darunter leidet. Doch für die User (und die spielen ja auch  eine Rolle) wären diese Inhalte sinnvoll…. Mit „canonical“-Tag können diese Shops entspannt die Produktdaten mit Quellenangabe übernehmen und eigene Inhalte dort aufbauen, wo es sinnvoll und möglich ist – und kämen in gar keinen Verdacht.

Um es also zusammen zu fassen: Ich denke, der „canonical“-Tag würde  domainübergreifend für alle Beteiligten (inklusive Google) nützlich sein. Und mal so betrachtet: Es ist immer gut, wenn man mit fremden Inhalten arbeitet, dass es einen Ort für ’ne Quellenangabe gibt….

(Einen guten Beitrag über möglichen Missbrauch des Canonical-Tag habe ich beim Seouxindianer gelsen. Da ist was dran…)

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (2)

  1. Pingback: SEO am Morgen: “Canonical-Tag domainübergreifend” oder “Die Rettung der Syndication?” | Meta-Tags | Seo Book « Mehr Erfolg im Internet

  2. SEOux Indianer

    Hi Eric! Danke für den Verweis zu mir! Du hast eine gute Kurzerklärung für Shopbetreiber geschrieben. Grüße, SeoUx

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