SEO und HTML5 – eine neue Liebe?

In der vergangenen Woche wurde ich von iBusiness gefragt, was ich eigentlich von HTML5 in Zusammenhang mit SEO halte. Peter Koller hat mir hierzu eine Reihe kluger Fragen gestellt, die ich ihm ausführlich beantwortet habe. Den lesenswerten Beitrag den er aus seiner Recherche gemacht hat, könnt ihr heute (!) noch kostenlos dort lesen – ihr müsst euch aber anmelden.

Selbstverständlich konnte er nur ein paar Zitate von mir verwenden. Deshalb hier mein Statement zu HTML5 und SEO in seiner ganzen Ausführlichkeit:

Wie wirken sich die Veränderungen durch HTML5 (stärkere Strukturierung des Codes/Integration von semantischen Technologien) auf dasThema SEO aus?
HTML5 strukturiert die Inhalte einer Webseite in Bereiche wie „header“, „footer“, „nav“, „article“ und bringt einige Funktionen mit, um etwa Inhalte wie Videos und Audiodateien einzubinden. Das ist für Google freilich sehr günstig, da der Suchmaschine damit einige Arbeit abgenommen wird. Kein Wunder, dass Google diese Entwicklung begrüßt.

Für die Arbeit der Suchmaschinenoptimierung bedeutet HTML5 also, dass ich meine eigentlichen Inhalte kennzeichnen kann – und die Randelemente in den Hintergrund treten. Wer also gute Inhalte hat, kann diese mit HTML5 sicher besser in das Ranking einbringen und auch in der Universal Search (Bilder, Videos u.s.w.) bessere Platzierungen erwarten.

Sehen Sie durch HTML5 auch Veränderungen auf den Bereich Web Analytics zukommen?

Das hängt von den Herstellern der Analyse-Tools wie Omniture und Analytics ab. Diese haben hierdurch mehr Möglichkeiten, z.B. Inhalte nach Bereichen darzustellen oder zu messen, ob Besucherströme sich an der Navigation oder an Links in Textinhalten orientieren. Doch ob diese Möglichkeiten genutzt werden, wird sich erst zeigen müssen.

Was ist nach Ihrer Meinung die wichtiste Veränderung durch HTML5 in Hinblick auf SEO/Analytics?

SEO: Gute Inhalte werden – auf lange Sicht – eine noch stärkere Rolle spielen. Vor allem auch, da Google in den Suchergebnissen schon jetzt gerne nach Content-Arten wie Bildern und Videos sortiert und auch stärker als je zuvor auf Aktualität achtet sowie auch die eigenen Suchergebnislisten zunehmend mehr strukturiert.

Analytics: Es wird (siehe oben) besser möglich sein, Seiten nach den Bedürfnissen der User zu optimieren.

Wie sollten sich Anwenderunternehmen – speziell in den beiden Bereichen Ecommerce und Medien – in Sachen SEO und Webanalyse auf HTML5 vorbereiten und vor allem wie können sie davon profitieren?

Ich empfehle, hier nicht mit Vollgas alles zu verwenden, sondern die Entwicklungen zu beobachten und vielleicht sogar abzuwarten, was der CMS-Hersteller anbietet. Man sollte allerdings darauf achten, mit dem Wettbewerb auf Augenhöhe zu bleiben.

Grundsätzlich ist eine Verwendung von HTML5-Tags ohnehin nur dann sinnvoll, wenn ich dafür auch die notwendigen Inhalte habe. Eine Seite mit wenig oder unstrukturiertem Inhalt wird nicht dadurch besser, dass neuer HTML-Code drumrum ist…

Rechnen Sie damit, dass Google als einer der großen HTML5-Treiber entsprechend programmierte Seiten bei den SERPs künftig bevorzugen könnte – oder tut es das schon?

Google hat das Ranking noch nie vom Einsatz neuer Technologien abhängig gemacht. Die Suchmaschine möchte ja die relevantesten Ergebnisse anzeigen und keinen Technologie-Award vergeben. Auch heute gibt es zum Beispiel noch viele Websites mit uraltem Tabellenaufbau – die trotzdem Top-Positionen erhalten. Warum auch nicht?

Trotzdem wird HTML5 vorteilhaft sein, da die Suchmaschine meinen Seitenaufbau leichter versteht und sich nicht durch schlechten Code kämpfen muss. Vorausgesetzt, es gibt guten Inhalt zu finden…

Abgesehen von SEO: Welche Vor- oder Nachteile bringt HTML5 Ihrer Meinung nach grundsätzlich für Entwickler / Website- oder Shopbetreiber / Endanwender?

Die Endanwender werden – wenn überhaupt – erst dann davon profitieren, wenn die meisten Browser HTML5 korrekt verarbeiten und darstellen können und dementsprechend viele Webseitenbetreiber dies einsetzen. Das wird noch dauern.

Für Entwickler gehört es natürlich zum Geschäft, State-of-the-Art-Technologie zu beherrschen. Eine wirkliche Vereinfachung der Arbeit sehe ich jedoch nicht. Denn HTML5 ist zunächst schlicht eine zusätzliche Technologie. Und da bei allen Webseiten eine Abwärtskompatibilität mit alten Browsern notwendig ist, bedeutet das zumindest mittelfristig vor allem Mehrarbeit.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (9)

  1. Pingback: Ausblick auf HTML5 aus SEO-Sicht - SEO.at

  2. Surftipps

    Super Artikel…
    Ich bin sehr gespannt was sich da in nächster Zeit tun wird.

  3. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Hallo „Surftipps“: Danke für das Lob. Aber ich finde es unerfreulich, dass es nicht ehrlich ist. Ich hoffe, dir ist die Bedeutung von „nofollow“ klar, oder? Lohnt sich hier also nicht. Und du willst ja nicht zum Nachfolger von „Bernd Sonnensegel“ werden. Oder?

    😉

    eric

  4. Elmar

    Schade dass es kein Strukturelement gibt. Dann hätten es Suchmaschinen wirklich leichter, vorausgesetzt das sich daran auch jemand hält.

  5. Elmar

    Leider wurde das Tag von der Blogsoftware herausgefiltert, es sollte SPAM-Strukturelement heissen. (Mit Anfangs- und Endtag – in eckigen Klammern)

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