Spiegel Online verrät SEO-Tipps für Google News

In dieser Woche ist Burdas nachrichten.de gestartet – ein Nachrichten-Aggregator-Projekt mit Potential. Alle deutschen redaktionellen Webseiten schauen besonders interessiert darauf, denn Burda verspricht den gelisteten Quellen eine Umsatzbeteiligung bei vermarkteten Einnahen. Und weil alle interessiert schauen, fängt Spiegel Online an zu analysieren, schreibt „Burda googelt im Ungefähren“ und offenbart nebenbei die wichtigsten Faktoren für die Optimierung für Google News:

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Das ist natürlich ironisch gemeint – enthält aber eine ganze Menge Wahrheiten. Ich möchte diese Punkte deshalb gerne kommentieren:

  • Richtig: „Melde eine Nachricht nicht als Erster, sondern erst dann, wenn sie durch Masse „Gewicht“ bekommt.“ Klar, dass Nachrichten auf Google News und bei anderen Nachrichten-Aggregatoren erst dann erscheinen, wenn sie von mehreren Quellen veröffentlicht wurden. Doch deshalb sollte man nicht warten, bis eine News schon überall „versendet“ ist, sondern nach der Erstmeldung auf der eigenen Seite einfach dran bleiben und den Artikel später noch mal mit weiteren Informationen aktualisierern. Und, für die pure Optimierung: Schaut halt auch mal, was grade auf Google News läuft – vielleicht ist ja ein Thema dabei, dass ihr bislang verpennt habt…
  • Teilweise richtig: „Schreibe die Meldung oder den Artikel nicht selbst. Nimm eine Agenturmeldung, verändere auch die Agentur-Schlagzeile nicht.“ Das ist (leider) größtenteils richtig. Die Robots können die Themen am besten miteinander verbinden, wenn sie die gleichen Worte finden. Und wenn aus einer rein informativen DPA-Überschrift eine feinsinnige aber schwer durchschaubare Überschrift wird, versteht der Robot möglicherweise nix mehr. Aber eines ist gewiss: Es ist für die Optimierung positiv (!) wenn nicht nur die Nachricht übernommen wird, sondern weitere Informationen hinzu geschrieben werden. Zumindest ein Sample aus mehreren Agenturmeldungen sollte schon drin sein…
  • Für Google News richtig, aber im Grundsatz falsch:Meide Autorenartikel, Glossen, Reportagen, exklusive Informationen und Interviews mit Leuten, die nicht sowieso gerade überall in den Medien sind.“ Das ist für die Optimierung für Google News komplett richtig – für die Google-Optimierung allgemein aber schlicht falsch! Interviews, Reportagen u.s.w. sind großartige haltbare Inhalte. Ich bekomme damit zwar vielleicht nicht auf Google News einen großen Auftritt, aber im Laufe der Zeit sehr viele Leser über den „normalen“ Google-Index. Deshalb: Machen, machen, machen. Das weiß übrigens auch der Spiegel und profitiert davon.
  • Teilweise richtig: „Vermeide Scoops – und wenn du exklusive Infos und vertiefte Recherchen zu bieten hast, vergiss nicht, nachher dann auch die von dir selbst lancierte Agenturmeldung darüber zu veröffentlichen. “ Das stimmt und ist sogar ein sehr guter Tipp, wie man trotzdem mit einem Scoop auf Google News gerät. Aber auf jeden Fall sind exklusive Infos und vertiefte Recherchen sehr, sehr günstig für die Google-Optimierung im „normalen“ Index. Und hierüber wird es immer mehr User geben als über Google News und alle anderen nachrichten.de-Aggregatoren zusammen.

Also: Vielen Dank Spiegel Online für die Steilvorlage – die natürlich (ganz journalistisch) auf den kritischen Punkt zugespitzt ist.

Und ich sehe durchaus, dass der Spiegel Online sich diesen Kriterien nicht beugt sondern die Nachrichten und News zwar technisch optimiert aber inhaltlich nicht für Aggregatoren aufbereitet. Stellt sich die Frage, ob das dem Spiegel Online schadet? Ich würde sagen: Nein! Denn, Hand aufs Herz: SpOn ist im Google-News-Ranking immer hinter Focus Online, Welt Online und anderen auf Platz vier oder fünf – aber bleibt doch jederzeit der gefühlte News-Marktführer im Web. Oder?

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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