Strukturierte Daten strukturieren: Ein paar Worte zu schema.org

Immer wenn sich Google, Bing und Yahoo auf ein Thema verständigen, sollte man etwas genauer hin schauen.

Nun haben die zweikommafünf Suchmaschinen (ich finde, Bing und Yahoo sind ein wenig „Duplicated“) die Seite schema.org gelauncht und damit ihre Empfehlung, wie Webmaster ihre Daten strukturieren und strukturiert darstellen sollten. Wie wir alle also unseren Content in Schubladen stecken und in welche…

Wozu soll das gut sein?

Schätzungsweise sind es zwei wesentliche Vorteile, die den Umgang mit solchen Schemas und Strukturierungen bringen:

  1. Wenn meine Inhalte oder Produkte einem allgemein akzeptierten System folgen, habe ich ein leichteres Leben wenn es um Themen wie Syndication, Produkt-Kategorisierung und alle Formen von APIs und Schnittstellen geht. Auch das Verständnis der Suchmaschinen für den eigentlichen Inhalt meiner Inhalte wird besser werden. Habe ich etwa einen Beitrag auf „Golf“ optimiert, hat es die Suchmaschine mir mir, wenn sie weiß, dass diese Seite in die Kategorie „Organisation / LocalBusines / AutomitiveBusiness / AutoDealer“ einzuordnen ist. Man sieht den Eintrag auf Google Maps zum passenden Suchbegriff geradezu vor sich…
  2. Die Darstellung von Inhalten auf den Suchergebnisseiten kann schnell viel attraktiver werden. Man schaue auf das Suchbild hier: Welcher Link zieht wohl die meiste Aufmerksamkeit auf sich?

Was steht da alles drin?

Ein paar Worte darüber, wie man welche Strukturierungsmaßnahmen einführen kann, habe ich ja schon vor einigen Monaten gemacht. Dank der Initiative von Google, Bing und Yahoo ist das nun aber zukunftssicherer, umfassender und einfacher gewordenb.

Denn auf der Seite schema.org finden sich im Grunde alle notwendigen Informationen zu den „Schemas“, die von diesen Playern und deshalb vermutlich auch von vielen anderen großen Webfirmen als Standard definiert sind. Als Einstieg empfehle ich die Seite, auf der alle möglichen Typen (also Schubladen für Inhalte) aufgezeigt werden (hier).

Hier kann jeder mal nach „seinen“ Kategorien suchen und schauen, ob er sich repräsentiert fühlt. Ich finde, es sind auch einige lustige Dinge dabei. So findet sich unter der Kategorie „Event“ auch „UserInteraction“ und darin „“UserLikes“, „UserTweets“ und sogar schon „UserPlusOnes“. Das ist schon ein ziemlich gewagtes Konstrukt.

Aber so ist das: Wenn die Welt in Schubladen gepresst werden soll, muss man halt manchmal arg quetschen. Und eine Chance hat so etwas ja nur, wenn wirklich große Player beim Drücken helfen – was ja hier der Fall ist.

Wie geht das dann technisch?

Zu jedem dieser Typen gibt es dann eine Art „Typenblatt“, in dem die möglichen Ausprägungen und erwarteten Informationen definiert sind. Hier für einen Tweet:

Die verlinkten Begriffe definieren weitergehende Informationen. Also gibt es etwa für den Veranstalter des Tweets (*grins*) eine eigene Typen-Tabelle und auch für den Platz, an dem dieser, äh, veranstaltet wurde. Das ist dann ein sehr datenbankfreundliches Format, weil dann alle Personen (egal, ob sie einen Tweet veranstaltet oder einen Apple gekauft haben) identisch dargestellt und über diese Typen „zusammen gehalten“ werden.

Wie diese Informationen dann in den HTML-Code eingefügt werden, das ist in der Dokumentation der Seite zu erfahren. Um Missverständnisse zu vermeiden, bietet sich dann die Plattform an, auf den jeweiligen Type dort zu verweisen.

Dann ist alles klar, wenn man auch wirklich nach den dort definierten Schemas arbeitet.

Na dann, alles sofort ändern! Oder?

Selbstverständlich hat jeder Seitenbetreiber vermutlich genug andere Dinge zu tun, als sich gleich auf eine umfassende Definition aller Inhalte in Schemas zu veranlassen. Und ich rate, diese Dinge auch zu tun.

Aber ganz klar ist meine Empfehlung bei allen Änderungen und Relaunches, die momentan eh gemacht werden (z.B. weil man ja gerne HTML5 einführen möchte…): Orientiert euch an dieser Inhalte-Strukturierung. Ihr werdet spätestens in ein bis zwei Jahre sehr froh sein, diesen Mehraufwand betrieben zu haben.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (6)

  1. Bertram Simon

    Hallo Eric,

    wie immer ein vorzüglicher Artikel. Ich finde es interessant (oder sollte ich besser schreiben, ich finde es seltsam), dass Facebook, LinkedIn, Twitter nicht Co. nicht als Seitenbetreiber dabei sind.

    Liebe Grüße

    Bertram

  2. Melanie

    Ich weis nicht so recht, das sieht mir nach einer ganzen Menge Arbeit aus! Und in wie weit das zu einem besseren Ranking beiträgt bleibt auch erstmal dahingestellt.
    Und dann ist da noch das Problem, dass sicher kein CMS Schemas unterstützt, sprich ich muss das alles manuell machen. Bei <100 Seiten seh ich das ja noch ein, auch wenn´s eine Heidenarbeit ist, aber für einen Shop mit 20.000 Produktseiten… Ich weiß nicht.
    Vielleicht seh ich das zu kritisch, wird sich ja in absehbarer Zeit zeigen. Wenn dann die ersteten Erfahrungsberichte durch die Blogosphäre kreisen sind wir alle schlauer (und es ist noch nicht zu spät).

  3. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    @melanie: Wenn SEO nur als schnelle, einfache Nummer mit Blogspam sieht; klar, dann würde ich mir den Kopf mit Schemas nicht zerbrechen. Ja, das ist Arbeit.
    Aber jedes ernst zu nehmende CMS kann mit Kategorien umgehen und in jedem CMS musst du ein Template in HTML erstellen. Das sind eigentlich die einzigen Voraussetzungen, um die Beiträge entsprechend zu kategorisieren. Na gut, man muss ich die Doku anschauen. Aber das ist ja eh eine gute Idee 😉
    gruß eric

  4. Christoph

    „Wenn SEO nur als schnelle, einfache Nummer mit Blogspam sieht; klar, dann würde ich mir den Kopf mit Schemas nicht zerbrechen.“
    *grins* – Sehr gut! Hehe.

    Interessanter Artikel. Wenn diese Seiten nur immer etwas abwechslungsreicher gestaltet wären… ist ja schlimm. Genau wie sitemaps.org (http://www.sitemaps.org/de/). 😉

  5. tom

    Das sieht mir mal wieder nach einer Lösung „Struktierung durch den Contentersteller “ analog der ganzen Semantic-Web Thematik aus.

    Naja, Semantic Web mit RDFS etc. hat ja den Durchbruch auch nicht geschafft. Ich zweifle daher auch an dieser Lösung, obwohl die Keyplayer der Search Engines das Ganze pushen.

    Aber ich lass mich gerne Lügen strafen. 😉

  6. AlessandraRH

    Interessanter Artikel! 
    Ich finde schema.org eine wichtige Neuigkeit, die sich noch weiter in die Richtung „Semantische Suche“ bewegt. Polysemie- und Homonymie-Fälle profitieren viel davon. Wenn man z.B, eine kleine Agentur hat, die sich so was wie „Apple“ nennt, wird es schwierig, sich auszuzeichnen. Mit schema.org versucht Google, eine Losung zu finden.

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